Schaffhauser Tiktoker nach Beleidigung von Nati-Stars verurteilt – jetzt wehrt er sich
Wegen seiner Videos zur Schweizer Fussball-Nati wurde der Schaffhauser Tiktoker Mirco Casorelli von der Staatsanwaltschaft verurteilt – jetzt will er sich vor Gericht wehren.
Der Tiktoker Mirco Casorelli, bekannt als «bireweichesouhund», wurde letzten Dezember wegen Diskriminierung und Aufruf zu Hass schuldig gesprochen. Grund war seine Videoreihe namens «Singkontrolle», bei der er die Spieler der Schweizer Nationalmannschaft während der Hymne bewertete. Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka bezeichnete er dabei als «Schachtelgrinde», Murat Yakin als «Kebab-Verkäufer», den Schwarzen Jordan Lotomba als «gfürchigi» Gestalt. Der Schweizerische Fussballverband hatte ihn deswegen angezeigt.
Nach der Verurteilung wollte der Schaffhauser mit knapp 84’000 Followern auf Tiktok das Urteil eigentlich nicht weiterziehen. Doch nun scheint er sich umentschieden zu haben. Gegenüber «20 Minuten» sagt er, ein paar Tage nach dem Urteil, «noch innerhalb der Einsprachefrist meldete sich die Free Speech Union bei mir». Die Organisation habe angeboten, alle Gerichtskosten zu übernehmen. «Da habe ich natürlich nicht nein gesagt – wenn die Kosten gedeckt sind, ist es den Versuch wert.»
Er sei kein Rassist
Vor der kommenden Verhandlung rechne er sich aber kaum Chancen auf einen Freispruch aus, sagt Casorelli: «Ich habe das Gefühl, die Staatsanwaltschaft will mir einfach nicht glauben.» Im Schreiben seien plötzlich neue Vorwürfe aufgetaucht. «Sie dichten immer mehr dazu. Jeder, der mich kennt, weiss, dass ich kein Rassist bin.» Er sei mit Ausländern aufgewachsen, zudem seien seine Frau und sein Kind People of Color, sagt er «20 Minuten».
Er habe durch seine Verurteilung «massiven Imageschaden» erlitten, es gebe viele Firmen, die nicht mit ihm zusammenarbeiten wollten. Die gestiegenen Followerzahlen nützten ihm wenig, wenn Kooperationen ausblieben.
Zuletzt fiel Casorelli auf, weil er immer wieder Werbung für die Firma des stadtbekannten Milieu-Anwalts H., der in den Fall Fabienne W. verwickelt ist, macht.
