Vollbepackt bei 35 Grad: Das halten nur intakte Bremsen aus

Armin Rosenberg | 
Lesenswert
Noch keine Kommentare

Die Schaffhauser Sommerferien begannen am 4. Juli, und viele Familien planen bereits die Fahrt in den Süden. Gleichzeitig sorgen gesperrte Bahnstrecken und Baustellen in der Region für mehr Verkehr auf den Strassen. Ein guter Zeitpunkt, um das eigene Fahrzeug gründlich durchzuchecken — besonders die Bremsen.

Wer in diesen Wochen in der Region Schaffhausen unterwegs ist, merkt es sofort: Die Strassen sind voller als sonst. Seit Mitte Mai ist die Rheinbrücke zwischen Schaffhausen und Feuerthalen wegen Sanierungsarbeiten komplett gesperrt, Ersatzbusse fahren, und viele Pendler weichen aufs Auto aus. Dazu kommen Baustellen im Stadtgebiet — rund um das Schwabentor und in Herblingen wird gebaut, Tempo 30 gilt auf mehreren Abschnitten. Und mit dem Ferienstart Anfang Juli rollt erfahrungsgemäss noch eine Welle an Reiseverkehr über die A4 und die Transitrouten Richtung Süden.

Gerade in dieser Situation lohnt es sich, einen kritischen Blick auf den Zustand des eigenen Autos zu werfen. Die grossen Pannenstatistiken zeigen Jahr für Jahr dasselbe Bild: Technische Mängel, die im Alltag kaum auffallen, werden bei langen Fahrten zum Problem. Besonders die Bremsanlage verdient dabei Aufmerksamkeit — sie ist das wichtigste Sicherheitssystem am Fahrzeug und wird gerade bei hohen Temperaturen und Passfahrten stärker beansprucht als im normalen Pendelverkehr.

Verschleiss erkennt man nicht immer sofort

Bremsbeläge und Bremsscheiben nutzen sich schleichend ab. Im Stadtverkehr mit moderatem Tempo fällt das oft lange nicht auf. Erst bei einer Vollbremsung, auf einer steilen Bergstrecke oder bei Regen mit längerem Bremsweg zeigt sich, ob die Anlage noch einwandfrei funktioniert. Typische Warnsignale sind ein pulsierendes Bremspedal, Schleifgeräusche beim Bremsen oder ein spürbar längerer Bremsweg. Wer solche Symptome bemerkt, sollte nicht bis zur nächsten regulären MFK warten, sondern zeitnah eine Werkstatt aufsuchen.

Fachleute empfehlen, Bremsbeläge und -scheiben bei jedem Reifenwechsel visuell kontrollieren zu lassen. Die Mindestdicke einer Bremsscheibe ist auf dem Bauteil selbst eingeprägt — liegt der tatsächliche Wert nahe an diesem Grenzwert, ist ein Austausch fällig. Wer Ersatzteile günstig beziehen und dabei auf Markenqualität setzen möchte, kann Bremsscheiben rechtzeitig ersetzen und aus einem breiten Sortiment namhafter Hersteller wählen.

Neue Vorschriften verschärfen die Lage

Seit dem 1. April 2026 gelten in der Schweiz verschärfte Verkehrsregeln. Abschnittsweise Geschwindigkeitskontrollen — sogenannte Section Controls — sind auf mehreren Autobahnstrecken in Betrieb, und die Bussen bei Geschwindigkeitsübertretungen wurden deutlich angehoben. Hinzu kommen neue Mindestabstandsregeln gegenüber Velofahrern und strengere Vorschriften für Assistenzsysteme. Der Grundgedanke: Die «Vision Zero» — null Verkehrstote auf Schweizer Strassen — soll keine blosse Absichtserklärung bleiben.

Für Autofahrerinnen und Autofahrer bedeutet das konkret: Wer mit mangelhaften Bremsen unterwegs ist und in eine Kontrolle oder — schlimmer — einen Unfall gerät, riskiert neben der Gefahr für Leib und Leben auch empfindliche rechtliche Konsequenzen. Ein technisch einwandfreies Fahrzeug ist nicht nur eine Frage der Vernunft, sondern zunehmend auch eine des Portemonnaies.

Checkliste vor der Ferienfahrt

Neben den Bremsen gibt es weitere Punkte, die vor einer langen Fahrt geprüft werden sollten: der Reifendruck und die Profiltiefe, der Ölstand und die Kühlflüssigkeit, die Funktion aller Lichter sowie der Zustand von Scheibenwischern und Wischwasser. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte auch die Kindersitze noch einmal auf korrekten Einbau und altersgerechte Passform kontrollieren.
All das kostet eine halbe Stunde — und kann im Ernstfall Leben retten. Gerade wer über den Gotthard oder den San Bernardino Richtung Tessin oder Italien fährt, sollte wissen: Auf langen Passabfahrten werden Bremsen extrem heiss. Eine Anlage, die im Flachland noch funktioniert, kann am Berg an ihre Grenzen kommen.

Die Sommerferien sollen Erholung bringen, nicht Stress. Ein kurzer Check in der Garage oder beim Mechaniker des Vertrauens sorgt dafür, dass die Fahrt in den Süden so entspannt beginnt, wie der Urlaub enden soll.

Ist dieser Artikel lesenswert?

Ja
Nein

Kommentare (0)

Diese Diskussion wurde geschlossen.