Tür 4: So kommt der grosse Weihnachtsbaum vom Wald in die Schaffhauser Altstadt

Anna Kiefer | 
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Wir wünschen viel Spass mit dem heutigen Törchen des SN-Adventskalenders! Bild: unsplash/Andri Aeschlimann

Der Schaffhauser Weihnachtsbaum steht nun schon zum zweiten Mal neben dem Tellenbrunnen an der Vordergasse. Doch wie kommt er eigentlich dahin? Die SN haben den Baum auf seiner Reise vom Wald in die Schaffhauser Altstadt begleitet.

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Es ist halb acht Uhr morgens, dunkel und ein kalter Wind weht. Die Schaffhauser Forstwarte hält dies aber nicht ab, heute ein wenig Weihnachten in die Stadt zu bringen. Umgeben von Bäumen mitten im Wald liegt das Forstmagazin Engeweiher – dort herrscht schon reger Verkehr. Mehrere Geländewagen und ein Traktor fahren auf einem Kiesplatz umher. Männer in leuchtend oranger Arbeitskleidung befestigen mit Spanngurten auf einem Anhänger die Vorrichtung, um den Baum nach dem Fällen zu transportieren. Neben dem Forstmagazin in einer Christbaumkultur wurde eine Tanne auserkoren, der diesjährige Schaffhauser Weihnachtsbaum zu sein. Eine zwölf Meter hohe Fichte. André Moritz von Grün Schaffhausen sagt: «Wir lassen immer einzelne Bäume höher wachsen. So können wir darauf zurückgreifen, wenn es einen Baum auf dem Fronwagplatz oder in einer Kirche braucht.» Die restlichen Tannen bleiben kleiner, dass sie ins Wohnzimmer passen.

Ein fliegender Christbaum

Die Sonne geht mittlerweile auf und taucht den Wald in ein warmes Gelb. Dann geht es los. Am Rande der Christbaumkultur steht der Baum. Ein Kranfahrzeug steht schon bereit, um den Baum aus dem eingezäunten Bereich zu heben. Eine Leiter wird an den Baum gestellt, sodass am Spitz der Tanne ein Seil angebracht werden kann. Der Kranführer Patrick Waibel steuert den Kran mithilfe einer Fernbedienung, das Seil kann im Kran eingehängt werden. Nun kann der Förster Andrin Epprecht seines Amtes walten. Mit einer Kettensäge fällt er die Fichte. Doch nicht wie beim normalen Vorgang des Fällens fällt die Tanne um. Sie wird vom Kran hochgehoben und aus der Christbaumkultur gehoben – ein fliegender Weihnachtsbaum. Im schwebenden Zustand wird der Stamm des Baumes zugeschnitten, sodass er später in der Stadt in den Sockel passt. Das Aufladen gestaltet sich schwierig. Die Tanne wird auf dem Anhänger des Traktors abgelegt. Die grosse Fracht darf den Boden nicht berühren, deshalb werden alle auch noch so kleinen Äste mit Seilen festgebunden.

In der Stadt auf dem Weg zum Tellenbrunnen beginnt dann das Zittern. Der Baum darf die Weihnachtsbeleuchtung nicht streifen oder gar herunterreissen. «Das Fällen ist kein Problem, die Schwierigkeiten liegen eher beim Transport, denn in der Stadt ist es eng und es steht immer irgendein Lieferwagen im Weg», sagt André Moritz. Der Transport geht aber auch dieses Jahr reibungslos über die Bühne und die Beleuchtung in der Stadt bleibt unversehrt. Nun muss die Tanne nur noch in den Steinsockel passen. Beim ersten Versuch, den Christbaum gerade in den Sockel zu stellen, sind sich Waibel und Epprecht einig – der Stamm der Tanne ist noch zu lang. Kurzerhand wird der Baum mittels Kran wieder hochgehoben und Epprecht sägt ein Stück des Stamms ab. Jetzt kann die Fichte aber endgültig in den Sockel gestellt und befestigt werden. Bis am sechsten Januar wird die Tanne stehen bleiben, so Moritz. Sichtlich zufrieden schauen alle Beteiligten den zwölf Meter hohen Weihnachtsbaum an, bevor es dann wieder an die alltägliche Arbeit zurückgeht.

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