Wider die Schwarzmalerei

Iris Fontana | 
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Martin Vogel lobt die Schaffhauser Unternehmer. Bild: Melanie Duchene

Die «Zahltag»-Reporterin nahm an der Medienkonferenz zum Konjunkturbericht der Region Schaffhausen teil, der auf einer Befragung der hiesigen Unternehmen im vergangenen Sommer beruht. Ein Blick auf all das, was Mut macht.

Euphorie wäre wohl fehl am Platz, aber trotz allen Herausforderungen kann man sagen: «Mit der Schaffhauser Wirtschaft geht es wieder aufwärts!» So lassen sich die Daten des neuen Schaffhauser Konjunkturberichts interpretieren. Nach all den negativen Schlagzeilen der letzten Monate tut es gut, diese positive Nachricht einen Moment auf sich wirken zu lassen.

Laut dem Chef der Schaffhauser Kantonalbank, Martin Vogel, gilt es den Schaffhauser Unternehmern ein Kränzchen zu winden. So attestiert er ihnen an der Medienkonferenz zum Konjunkturbericht, dass sie auf Herausforderungen gut reagiert haben, zeitnah aktiv wurden und sich anpassen konnten. Dies seien essenzielle Voraussetzungen, um sich angesichts der Herausforderungen über Wasser halten zu können.

Vorerst das Ende der Dürrezeit

Was aber sagt der Konjunkturbericht denn nun Positives aus? Der Geschäftsgangindex, sozusagen das Stimmungsbarometer der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen, zeigt nach zwei Dürrejahren wieder ein deutlich besseres Bild. Praktisch alle Branchen weisen einen positiven Geschäftsverlauf auf, wobei die Industrie- und Produktionsbetriebe die Spitzenplätze einnehmen.

Als besonders wichtigen Gradmesser für den Gesundheitszustand der Wirtschaft erachtet Vogel die Jobsicherheit. Im Moment herrscht praktisch Vollbeschäftigung. Positiv zu vermerken gilt es zudem, dass die Firmen 2022 fleissig investiert haben – obwohl die Gewinnmargen trotz voller Auftragsbücher geschrumpft sind. Und dieser Optimismus kommt auch bei der momentanen Eintrübung der Stimmung (Ukrainekrieg, Energieknappheit, Fachkräftemangel, Lieferengpässe, Teuerung und Inflation) nicht zum Erliegen: Auch 2023 planen immerhin noch rund 9% der Unternehmen, zu investieren. An der Spitze liegt hier die Transport- und Logistikbranche.

Ein bisschen Druck schadet nicht

Das gute Resultat im vergangenen Jahr erklärt sich der Kantonalbankchef unter anderem damit, dass ein gewisser Druck durchaus positiv für die Entwicklung sein kann. So würden die grossen Herausforderungen in der gegenwärtigen Situation von den Firmen mit grösserer Vehemenz angegangen. Dabei entstehe häufig eine positive Dynamik.

Trotz aller Unsicherheiten ist Vogel bezüglich der Entwicklung der Schweizer Wirtschaft optimistisch. Zumal äussere Faktoren mithelfen. So beispielsweise die tiefere Inflation im Vergleich zu den Nachbarländern, der starke Franken, mit dem die steigenden Energiekosten etwas abgefedert werden könnten sowie die weniger energieintensive heimische Wirtschaftsgüterproduktion im Vergleich etwa zu Deutschland. Grundsätzlich agiere die Schweizer Wirtschaft vorsichtig. Sei jedoch klar, dass gehandelt werden müsse, seien die Unternehmen sehr agil, anpassungsfähig und schnell. Einen weiteren positiven Effekt sieht Martin Vogel in den gut ausgebildeten und oft weltgewandten lokalen Führungskräften sowie dem vergleichsweise schlanken Staat.

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