«Wie Lego für Fortgeschrittene»
Das Hotel 1802 wurde in nur 18 Monaten gebaut. Dabei musste das Team um GF-Immobilienchefin Susanne Eigenheer eine ganze Reihe von Herausforderungen bewältigen – vom Baugrund bis zur Zusammenarbeit mit Behörden und Ämtern.
Das neue Hotel 1802 steht an einer ganz besonderen Lage: So grenzt es etwa an unterschiedliche Schutz- und Nutzungszonen; und der Baugrund erwies sich wegen des Wasserdrucks des unmittelbar angrenzenden Rheins als anspruchsvoll. Ausserdem hatte SH Power das Rheinufer auf der Höhe des Restaurants und des Hotels renaturiert.
«Wir mussten von viel Wasser in der Baugrube ausgehen», sagt Susanne Eigenheer. Als Head Corporate Real Estate ist sie oberste Immobilienchefin von GF und verantwortet den Neubau des Hotels und den Umbau des Restaurants. «Darum dichteten wir den Baugrund des Hotels mit einer sogenannten Weissen Wanne gegen Grund- und Rheinwasser ab.» Dieses Fundament aus besonders dichtem Beton wird so gebaut, dass kein Wasser eindringen kann.
Luft als Heizmedium
Die geologischen Verhältnisse vor Ort machten es auch nötig, das ursprünglich vorgesehene Energiekonzept für Heizung und Kühlung anzupassen: «Statt wie beabsichtigt Wasser als Lieferant für Wärme und Kühlung zu nutzen, setzen wir heute auf eine Luft-Luft-Wärmepumpe, nutzen also die Luft als Heizmedium.» Fossile Brennstoffe seien nie eine Option gewesen, sagt Eigenheer. «Diese werden bei GF in neuen Anlagen nicht mehr eingesetzt, weil sie nicht nachhaltig sind.»
Ein weiterer Knackpunkt war die kurze Bauzeit. Weil das Hotel – mit Ausnahme der brandschutzrelevanten Gebäudeteile – ein reiner Holzbau ist, wurden die Bauelemente in einem regionalen Betrieb passgenau vorgefertigt, einschliesslich Dämmung und Verkleidung. «Diese Komponenten wurden ‹just in time› auf der Baustelle angeliefert», so Eigenheer: «Der Zusammenbau fühlte sich beinahe an wie Lego für Fortgeschrittene.»
«Ausserdem galt es, die komplexe Nutzung des Areals organisatorisch und baulich neu zu ordnen», sagt sie weiter. Dazu zählen die Schulung (im Klostergut), die Unterbringung und Verpflegung der Tagungsgäste (im Hotel und im Restaurant), die Bootslagerung (in der Bootshalle), der Fährbetrieb, die Parkierung für Autos und Boote (auf getrennten Parkplätzen), der Badebetrieb (auf der Liegewiese) und natürlich das bestehende Wohnen.
Und, last but not least: «Matchentscheidend für den reibungslosen Ablauf der eng getakteten Bauphase war die proaktive Zusammenarbeit unseres Teams mit allen involvierten Behörden.»