Neues Kapitel in der Geschichte von GF im «Paradies»
Vom Klarissenkloster zum Ausbildungszentrum, von der Pilgerschenke zum Speiserestaurant: Seit bald 110 Jahren prägt GF nachhaltig die wechselvolle Geschichte des Ensembles am Rhein.
Das Kloster Paradies wurde Mitte des 13. Jahrhunderts von den Grafen von Kyburg gestiftet und gehörte dem Klarissenorden an. In der Reformation beinahe säkularisiert, wurde die Anlage 1587 nach einem Brand neu errichtet. Nach der Aufhebung des Klosters 1836 war das Ensemble vor allem ein Gutsbetrieb. 1918 erwarb die Georg Fischer AG (GF) in Schaffhausen das Klostergut Paradies mit den umliegenden Ländereien, um auf dem landwirtschaftlichen Boden Lebensmittel zur Versorgung der Mitarbeitenden zu produzieren. Lange Zeit nutzte GF die Klosteranlage für Arbeiter- und später für Alterswohnungen.
1952, zum 150-Jahr-Jubiläum von GF, wurde die ganze Anlage restauriert und die Eisenbibliothek eröffnet. Im Klostergarten entstand eine weitläufige Baumpflanzung mit rund 60 Laubbaum- und Nadelholzarten. 1974 kaufte GF die Rheinuferzone, wodurch die Landfläche des Klosterbezirks von 50 auf 77 Hektaren wuchs. Im gleichen Jahr ging das GF-Ausbildungszentrum in Betrieb. Die neu gegründete Stiftung Paradies widmete sich fortan dem Unterhalt und Schutz dieses einmaligen Kulturguts und setzt bis heute ein Zeichen für Bildung, Kultur und nachhaltige Gestaltung. Das Engagement von GF und den Stiftungen Paradies und Eisenbibliothek wurde 2004 mit dem Thurgauer Heimatschutzpreis gewürdigt.
Vom «Kreuz» zum «1802»
Die erste Erwähnung einer Pilgerwirtschaft im «Paradies» datiert ins 16. Jahrhundert. Die Gaststube befand sich damals im Südflügel der Klosteranlage neben der Kirche. Das heutige Gasthaus direkt am Rheinufer wurde erst im späten 18. Jahrhundert erstellt. Auf einer Karte von 1837 ist es als «Wirtshaus zum Kreuz» verzeichnet. Später war es in der Region bekannt als «Wirtschaft zum Paradies», als «Beyerle» (nach dem Namen der Wirtefamilie) oder einfach als «Paradiesli».
Mit dem Erwerb der Rheinuferzone 1974 kam auch das Restaurant in den Besitz von GF. Mehrfach wurde der Bau sorgfältig und umfassend renoviert, um die historische Substanz zu erhalten und den Besucherinnen und Besuchern einen attraktiven Ort der Einkehr und Gastlichkeit zu bieten – so in den Jahren 1974, 1990, 2008 und zuletzt 2024–2025. Rund 50 Jahre nach dem Kauf des «Kreuz» wird mit der Eröffnung des neu gebauten Hotels 1802 und des sorgfältig renovierten Restaurants 1802 ein neues Kapitel der langen Tradition von GF im Kloster gut Paradies aufgeschlagen.