Bewegende Worte von Jugendlichen: «Wir sind stolz auf euch, hört nicht auf zu kämpfen»
Heute trauert die Schweiz mit den Opfern von Crans-Montana. In Martigny fand zudem die Gedenkfeier statt. Auch hochrangige Gäste aus dem Ausland waren anwesend.
Eindrückliche Feier für die Opfer
Es war eine schöne, würdige Feier für die 40 Todesopfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana und die zahlreichen Verletzten. In Martigny waren rund 1000 Gäste zusammengekommen, um zu trauern. Darunter hohe Staatsgäste wie Emmanuel Macron oder Sergio Mattarella.
Den eindrücklichsten Auftritt hatten aber drei Jugendliche, die am Silvesterabend ebenfalls in Crans-Montana waren. Sie appellierten an die jungen Menschen im Land und anderswo, nicht in der Trauer zu versinken. «Jede Anstrengung zählt. Lasst euch nicht unterkriegen. Lebt euer Leben.», sagte Aline Morisoli. «Wir können dem Leben keine Tage hinzufügen, aber wir können den Tagen mehr Leben hinzufügen!»
«Wir sind stolz auf euch»
Sie riefen dazu auf, weiter für eine «bessere Welt zu kämpfen». Das sei besonders wichtig, da ihre Generation in «einer sehr fragilen Zeit aufwachsen» würden. Und da es viel zu selten gesagt werde, sagte es Morsioli selbst: «Wir sind stolz auf euch, hört nicht auf zu kämpfen.» Das war sehr kraftvoll und rührend.
Auch der Walliser Staatsrat Mathias Reynard fand die richtigen Worte. Er bat die Opfer und alle Verletzten eindringlich um Entschuldigung und versprach lückenlose Aufklärung. Das sei «das Mindeste». Er kämpfte mit den Tränen und schaffte es doch noch mit etwas Hoffnung zu schliessen: «Gemeinsam werden wir voranschreiten in einen unbesiegbaren Sommer.»
Bundespräsident Guy Parmelin hielt eine Ansprache. «Unser Land verneigt sich vor denen, die nicht mehr unter uns sind.» Nun müssten alle ihre Lehren ziehen, damit es nicht mehr zu solchen Dramen kommen könne. (mg)
Ticker
Nach Schlussworten geht die Gedenkfeier zu Ende. Alle Anwesenden haben eine weisse Rose erhalten, die sie nun an einer der Gedenkstätten deponieren sollen.
Olivia Seigne trägt erneut einen ergreifenden, poetischen Text vor. «Du hast mir so viel gegeben, das kann mir niemand mehr nehmen. Ich bin der Beweis dafür, dass du gelebt hast», heisst es darin. (mg)
Als Nächstes folgen drei Jugendliche, die während der Tragödie vor Ort waren. Sie werden gemäss Programm «eine Botschaft an die Jugend vortragen.» Den Text haben sie selbst geschrieben.
«Die ganze Schweiz ist eine Trauergemeinde», sagt Bundespräsident Guy Parmelin. «Unser Land verneigt sich vor denen, die nicht mehr unter uns sind.» Er nennt all die Herkunftsländer, aus denen die Opfer stammen. In Crans-Montana wo sie «Freude suchten» habe ihr Leben jäh eine andere Wendung genommen.
Er dankt den zahlreichen Ländern, die der Schweiz ihre Hilfe angeboten oder Verletzte aufgenommen haben. «Wir haben gespürt, dass wir nicht alleine sind», sagt Parmelin. Die Hoffnung schenke «Kraft, die Tränen zu trocknen». Auch er verweist auf die Ermittlungen und er bestärkt das Vertrauen in die Justiz. Diese werde ihre Arbeit machen.
Wiederum ein sehr schönes musikalisches Intermezzo von Beatrice Berrut. Dieses Mal ein Stück von Johann Sebastian Bach.
Jetzt spricht Mathias Reynard, Präsident der Walliser Regierung. «Wir werden diesen Tag nie vergessen». Er sei auch hier um zu sagen: «Wir werden auch euch nie vergessen.» Auch all die Verletzten würden gerade sehr fehlen, so Reynard. Zwar gebe es keine passenden Worte, «aber Schweigen würde nicht ausreichen».
Nun folgen die Reden und Ansprachen. Den Anfang macht die Schauspielerin Olivia Seigne, sie liest einen Text von Pfarrerin Rita Famos, Vorsitzende des Schweizerischen Rates der Religionen. Es sind poetische Worte über den Abschied. Und Worte der Hoffnung, für jene, die noch mit ihren Verletzungen kämpfen. Und auch Worte des Dankes, für all jene, die «trösten, heilen und helfen». (mg)
In der Schweigeminute haben auch diverse Fahrzeuge von öffentlichen Verkehrsmitteln kurz angehalten. Die Lokführerinnen und Lokführer der SBB haben bereits kurz zuvor Warnsignale abgegeben als Zeichen der Verbundenheit mit den Opfern und Angehörigen. (mg)
Nach einer sehr schönen Piano-Einlage von Beatrice Berrut wird es nun still. Um 14 Uhr ist die nationale Schweigeminute. Im ganzen Land erklingen die Glocken. (mg)
Benoît Aymon begrüsst die Gäste und beschreibt seine Mühe, die richtigen Worte zu finden. Es sei fast unmöglich, sagt er. Passend sei vor allem das Wort «Solidarität». Und zwar allen gegenüber. Gegenüber den Opfern, den Angehörigen, den Rettungskräften. «Wir haben Schockwellen verspürt, die alle Grenzen wegfegten. Nun ist Zeit den Schmerz zuzulassen», sagt Aymon. (mg)
Auch Emmanuel Macron ist nun im Saal. In wenigen Augenblicken startet der Gedenkanlass. (mg)
Bei der Feier in Crans-Montana betreten die Rettungskräfte den Saal. Sie werden mit einem grossen Applaus der Anwesenden empfangen. Viele von ihnen waren im Einsatz bei der Brandkatastrophe. (mg)
Die Abschiedsfeier startet um 13.45 Uhr. Sie wird durch eine Ansprache von Benoît Aymon eröffnet. Anschliessend gibt es Musik. Um 14 Uhr dann eine Schweigeminute eingelegt. Die Feier dauert bis zirka 15 Uhr.
Der französische Präsident Emmanuel Macron ist in Martigny eingetroffen. Er spricht kurz mit Guy Parmelin und Mathias Reynard. Macron trägt sich auch in das Kondolenzbuch ein. (mg)
Das Medienzentrum auf dem Messegelände in Martigny füllt sich mit Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt. Die Schweiz ist unter grosser Beobachtung. An der Feier müssten die richtigen Worte gefunden werden, meint eine italienische TV-Journalistin. In ihrem Land gibt es viel Entrüstung darüber, wie es zu diesem Unglück kommen konnte - und wie die Schweizer Behörden die Tragödie aufarbeiten. Viele fragten sich, wie so etwas in der Schweiz möglich sei. (jus)

Die offizielle Feier findet in Martigny statt. Diese wird aber auch in Crans-Montana mitverfolgt. Im Kongresszentrum wird sie in zwei Sälen live gezeigt. (smr)

Guy Parmelin ist mittlerweile in Martigny eingetroffen. Er wird an der Trauerfeier auch sprechen. Er begrüsst die zahlreichen Gäste aus dem Ausland. Unter anderem EU-Kommissarin Hadja Lahbib.

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron ist kurz nach 11.30 Uhr am Flughafen in Genf eingetroffen. Zusammen mit seiner Delegation wird er heute an der Gedenkveranstaltung in Martigny teilnehmen, um den Opfern von Crans-Montana die letzte Ehre zu erweisen.
An der Gedenkfeier in Martigny werden auch Jugendliche sprechen, die während der Tragödie vor Ort waren. Wie aus dem Programm der Zeremonie hervorgeht, werden sie eine «Botschaft an die Jugend» richten. Das ist ein selbstverfasster Text der drei Jugendlichen. Neben ihnen sprechen der Walliser Staatsrat Mathias Reynard und Bundespräsident Guy Parmelin. (mg)
In Crans-Montana ist es sehr ruhig. Es gibt kaum Gespräche. Die Gedenkstätte vor der Bar ist abgedeckt. Es hat zirka 30 Zentimeter Schnee und es ist sehr neblig. Viele Geschäfte bleiben am Trauertag geschlossen. (smr)

Dutzende Zivilschützer, Polizistinnen und Polizisten und Securitas-Beamte stehen vor der Expo in Martigny bereit. Das Gelände ist mit Eisengestellen und schwarzen Planen umrahmt - kein Durchkommen für Eindringlinge. Noch sind letzte Handgriffe nötig, bis alles sitzt: Unter anderem herrscht akute Ausrutschgefahr, mit kiloweise Salz kämpfen Helfer gegen den glatten Untergrund. Denn: Die ersten Gäste trudeln bereits ein und holen sich ihre Akkreditierung. (jus)


Am Rathaus von Martigny hängt die Fahne auf halbmast - wie vielerorts in der Schweiz. Doch nimmt die Unterwalliser Stadt heute eine spezielle Rolle ein: Sie ist Schauplatz der Gedenkfeier mit kantonalen, nationale und internationalen Politikern. Diese kommen jedoch nicht in die Innenstadt, sondern aus Platzgründen auf das eine Kilometer entfernte Messgelände nahe der Bahngeleise. Über 1000 Gäste finden dort Platz. In der Kirche gleich neben dem Ratshaus, der Notre Dame de la Visitation, hätten maximal halb so viele Platz gehabt. (jus)
Am Freitag findet ein nationaler Trauertag zum Gedenken an die Opfer von Crans-Montana statt. In einer Mitteilung gibt der Kanton Wallis bekannt, dass an der Zeremonie die Bundesräte Guy Parmelin, Ignazio Cassis und Beat Jans teilnehmen werden. Der Walliser Staatsrat wird in corpore teilnehmen.
Bis heute wurden ebenfalls 37 ausländische Delegationen zu diesem Moment der Besinnung eingeladen. Dabei handle es sich um die Länder, aus denen die Opfer und Verletzten stammen, sowie um Länder, die der Schweiz nach dieser Tragödie ihre Hilfe angeboten haben.
Die Gedenkfeier findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wer die Zeremonie verfolgen möchte, kann dies über nationale und internationale Fernsehsender tun. (chm)
Heute Freitag wird im ganzen Land getrauert. Um 14 Uhr findet eine nationale Schweigeminute statt. An zahlreichen Gebäuden und Plätzen wurden zudem die Fahnen auf halbmast gesetzt. Auch an diversen Schulen gibt es Aktionen und auch mehrere öV-Dienstleister planen Trauerbekundungen. (mg)