Flugzeugabsturz in Russland: Schaffhauser soll unter den Toten sein

Autor
Alexa Scherrer

Beim tragischen Absturz einer russischen Passagiermaschine sind 71 Menschen ums Leben gekommen - beim Schweizer Opfer soll es sich um einen Mann aus Schaffhausen handeln.

Beim Absturz in Russland soll auch ein Schaffhauser ums Leben gekommen sein. Bild: Key

Ein russisches Passagierflugzeug ist am Sonntag aus noch unbekannten Gründen abgestürzt. Dabei sind alle 71 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Unter den Opfern ist auch ein Schweizer - gemäss Medienberichten soll es sich um einen 46-jährigen Mann aus Schaffhausen handeln. Er soll für ein börsenkotiertes Schweizer Unternehmen in Russland auf Geschäftsreise gewesen sein. «Ich bin sehr betroffen. Wir werden morgen früh unsere Mitarbeiter über den tragischen Verlust unterrichten», sagte der CEO der entsprechenden Firma am Sonntagabend gegenüber «Blick».

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte am Montag, dass ein Schweizer beim Unglück umgekommen war. Die Schweizer Vertretung in Moskau stehe diesbezüglich in Kontakt mit den lokalen Behörden, schrieb das EDA. Man sei mit den Angehörigen des Opfers in Kontakt getreten. Bundesrat Ignazio Cassis spreche allen betroffenen Familien, darunter derjenigen des Schweizer Opfers, sein Beileid aus und wünsche ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit.

In Flammen aufgegangen

Beim Absturz der Passagiermaschine vom Typ Antonow An-148 in einem Moskauer Vorort sind alle 71 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Keiner der 65 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder habe das Unglück am Sonntag im Bezirk Ramenski überlebt, teilte die Luftverkehrsbehörde mit. Die Maschine der Fluggesellschaft Saratow war kurz nach dem Start vom Moskauer Flughafen Domodedowo vom Radar verschwunden. Augenzeugen zufolge war sie in der Luft in Flammen aufgegangen. Das Flugzeug hatte eigentlich in die Ural-Stadt Orsk nahe Kasachstan fliegen sollen. 

Im Staatsfernsehen wurden Bilder der Absturzstelle im Bezirk Ramenski, rund 70 Kilometer südöstlich von Moskau, gezeigt. Mehrere Wrackteile lagen im Schnee. Russland verzeichnet seit Tagen Rekordschneefälle, und zum Unglückszeitpunkt soll schlechte Sicht geherrscht haben.

Maschine erst kürzlich überprüft

Mehr als 150 Einsatzkräfte wurden zur Absturzstelle entsandt, auch Helikopter waren im Einsatz. Der Einsatz am Absturzort wurde durch die anhaltenden Schneefälle erschwert. Die Einsatzkräfte fanden nahe der Absturzstelle zwei Flugschreiber. Einer habe zwar leichte Schäden, teilte der Zivilschutz des Moskauer Gebietes am Montag mit. Die Ermittler könnten die Daten aber auswerten, hiess es der Agentur Interfax zufolge. Das russische Verkehrsministerium erklärte, es würden verschiedene Gründe für den Absturz geprüft, darunter schlechtes Wetter oder menschliches Versagen. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein.

Die Unfallursachen sind weiterhin unklar. Bei der Unglücksmaschine handelte es sich Berichten zufolge um ein acht Jahre altes Flugzeug, das die Fluggesellschaft Saratow vor einem Jahr einer anderen Airline abgekauft habe. Saratow war in den 30er Jahren gegründet worden und fliegt 35 russische Städte an. In den vergangenen Jahrzehnten hatte es keine tödlichen Unglücke mit Saratow-Maschinen gegeben. Das Flugzeug des Typs An-148 unterlief nach Angaben der Airline erst im Januar einen sogenannten C-Check. Bei dem werden Triebwerke und Struktur der Maschine in einem langwierigen, etwa zweiwöchigen Verfahren besonders genau überprüft.

Auch bei einer Überprüfung kurz vor dem Start seien keine Unregelmässigkeiten festgestellt worden. Die Airline gab dennoch am Montag bekannt, die Maschinen des Typs vorerst nicht einzusetzen. 

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

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