Statt Aufstiegskampf heisst es jetzt Abstiegskampf: FC Schaffhausen verliert erneut

Ronny Bien | 
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Schlechtes Wetter, schlechtes Ergebnis für den FC Schaffhausen. Bild: FCS-Medienstelle

Der FCS verliert in Grand-Saconnex klar mit 0:3. Trotz gutem Start und einer Grosschance von Marleku fehlte die Konsequenz, während die Genfer ihre Möglichkeiten eiskalt nutzten. Die Schaffhauser rutschen damit noch näher an den Strich.

Mit dem letzten Auswärtsspiel vor der Winterpause endet die Tour durch die Promotion League vorübergehend für den FC Schaffhausen, ehe am kommenden Samstag die Vorrunde abgeschlossen wird. Gut zu wissen, dass die Gelb-Schwarzen im kommenden Frühjahr nur noch zwei weite Trips nach Lausanne und Vevey auf sich nehmen müssen. Dieses Mal führte der Weg ebenfalls durch die Westschweiz, jedoch ganz hinunter in den Südzipfel, in den Genfer Vorort Grand-Saconnex. Dort massen sich die Munotstädter erstmals mit dem FC Grand-Saconnex, dem insgesamt zehnten Genfer Verein in der Schaffhauser Clubgeschichte. 

Am 13. März 1978 von ehemaligen Mitgliedern der Genfer Eisenbahner gegründet, führte der Weg des Clubs lange Zeit durch die unteren Spielklassen, bevor das vergangene Jahrzehnt zu einer Phase stetigen Aufschwungs wurde. 2018 gelang der Aufstieg in die 2. Liga regional, 2021 und 2022 folgten zwei weitere Aufstiege in die 1. Liga, und seit 2024 spielt Grand-Saconnex in der Promotion League. Für die Genfer ist diese Saison eine Art Standortbestimmung, nachdem die erste Spielzeit in der dritthöchsten Liga mit einem herausragenden siebten Platz abgeschlossen wurde. In Grand-Saconnex wird der Verein auf besondere Weise geführt. Mit Carine Burnier und Corinne Toffoletto steht ein weibliches Doppelpräsidium an der Spitze, das grossen Wert auf Solidarität, Toleranz und Respekt legt und diese Grundhaltung im gesamten Club verankert. Sportlich präsentieren sich die Saconnésiens in dieser Spielzeit kämpferisch, bislang jedoch mit überschaubarem Erfolg, dafür mit auffallend viel Unterhaltungswert. Ein Blick auf die jüngsten Resultate verdeutlicht dies eindrücklich: 3:4, 2:3, 4:4. In lediglich drei Partien fielen weniger als vier Treffer. Die Torquote pro Spiel von 2,0 zu 2,8 könnte für den FC Schaffhausen eine Gelegenheit sein, die zuletzt anhaltende Torflaute endlich zu überwinden. Gleichzeitig muss man sich bewusst sein, dass die Saconnésiens durchaus in der Lage sind, sich in einen Rausch zu spielen. Allerdings fehlt den Genfern ihr Topscorer Matteo Regillo, der in dieser Saison bereits dreizehn Mal erfolgreich war.

Wieder kein Tor, Marleku trifft nur die Latte

Entsprechend munter und begleitet vom dichten Rauch der erneut zahlreich mitgereisten Bierkurve ging es in diese Kehrauspartie, die der FCS unbedingt gewinnen musste, um sich ein wenig Luft zum Strich zu verschaffen. Der direkte Kontrahent, der auf dem unbequemen 17. Rang steht, wollte erneut mit seiner Torquote auftrumpfen. Tatsächlich erinnerte diese Begegnung an nichts, was einem Narkosemittel gleichkam, wie zuletzt in Lugano, sondern war von Beginn an von hohem Offensivdrang geprägt. Der Gastgeber stürmte los und servierte in der ersten Viertelstunde gleich fünf Abschlussmöglichkeiten, die der ins Tor zurückgekehrte Samuele Rutigliano sämtlich mit Bravour entschärfte. Schaffhauser Offensivszenen blieben im regengetränkten Stade du Blanché weiterhin Mangelware. Einzig ein Freistoss nach rund 22 Minuten brachte die Genfer kurz ins Wanken. Erst gegen Ende der ersten Hälfte blitzte etwas Schaffhauser Offensivglanz auf. Nach vierzig Minuten schlug Ermir Lenjani eine präzise Flanke in den Genfer Sechzehner, Captain Miguel Castroman legte für Mark Marleku ab, der jedoch das Kunststück vollbrachte, das Leder aus fünf Metern an den Querbalken zu hämmern. Ob das der Weckruf für die zweite Halbzeit sein sollte?

Und plötzlich geht der FCS im Regen unter

Danach war Adriano Rizvic an der Reihe, der fünf Minuten nach Wiederanpfiff zum Abschluss kam. Die ihm mustergültig aufgelegte Vorlage jagte er allerdings in die bewölkt-nasse Abenddämmerung. Der FCS spürte in dieser Phase den eigenen Aufwind, den längst überfälligen Torerfolg zu erzwingen, und blieb offensiv aktiv – bis nach einer Stunde abrupt der Schaffhauser Stecker gezogen wurde. Ein Freistoss von Amin Hajoubi segelte in den Strafraum und landete vor den Füssen von Gabriel Mafuta, der am zweiten Pfosten aus drei Metern unbedrängt zur Führung einschob. Und als wäre das nicht schon «Tristesse saconnésienne» genug aus Schaffhauser Sicht, erhöhte in der 76. Minute Yannis Kali, erst drei Minuten zuvor eingewechselt, nach einem blitzsauberen Angriff souverän auf 2:0. Der FC Schaffhausen mühte sich zwar, sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen, doch der Gastgeber verteidigte klug, blieb geduldig und nutzte die gebotenen Räume konsequent. Der zweite Joker des Abends, Theophilious Mensah, setzte mit einem weiteren präzise ausgespielten Genfer Vorstoss den Schlusspunkt und belohnte sich mit dem dritten Treffer für Grand-Saconnex.

Die Abstiegsplätze rücken immer näher

Durch den zeitgleichen 1:0-Sieg des FC Paradiso auf dem Breitenrainer Spitz verschärft sich die Lage für den FCS zunehmend. Während die zwei Zähler hinter den Schaffhausern platzierten Tessiner am kommenden Samstag auf Vevey treffen und Grand-Saconnex, das nun nur noch drei Punkte zurückliegt, im Heerenschürli bei der U21 des FC Zürich gastiert, empfangen die Gelb-Schwarzen die U21 von Lausanne-Sport. Das Szenario, unter dem Strich in die Winterpause gehen zu müssen, hätte vor ein paar Wochen wohl kaum jemand ernsthaft in Betracht gezogen. Inzwischen ist es jedoch ein durchaus realistisches Bild, das sich abzeichnet und bei aller Tristesse unbedingt verhindert werden muss.

Telegramm: FC Grand-Saconnex – FC Schaffhausen 3:0 (0:0). – Stade du Blanché – ca. 80 Zuschauende – SR: Arber Smajli. – Tore: 60. Mafuta 1:0, 76. Kali 2:0, 82. T. Mensah 3:0. – Grand-Saconnex: Pinheiro; Baddy Dega, Perracino, Passi, Semedo Borges; Cid; Matuvunu, Rahimi (85. Mayingi), Hajoubi, Sghaier (72. Kali); Ben El (62. T. Mensah). – Schaffhausen: Rutigliano; Gloor, Islami, Soro, Wetz (71. Pejic); Kujovic; Del Toro, Rizvic, Castroman, Lenjani (46. Gegaj); Marleku. – Bemerkungen: Grand-Saconnex ohne Abdeljaoued, Almeida, F. Mensah, Dias, Mbaki, Zbinden, Ouattara und Regillo (alle abwesend). FCS ohne Odutayo (gesperrt), Schläppi, Babic, Holenstein, Spahiu, Kadima (alle verletzt), Haperink (rekonvaleszent), Hasani, Bachmann und Radtke (alle abwesend). – 40. Lattenschuss Rizvic. – Verwarnungen: 2. Islami (Foul), 33. Mafuta (Foul), 35. Del Toro (Foul), 45. Soro (Foul).

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Kommentare (1)

Markus Meier Sa 15.11.2025 - 20:30

Und wieder grüsst das Murmeltier oder im Westen nichts Neues. Schämt ihr euch nicht? Habt ihr nicht ein bisschen Stolz für den FCS spielen zu dürfen? Aber eben, viele Spieler sind in dieser Liga überfordert und da ist Herr Haas nicht ganz unschuldig. Vielleicht erklärt ja Herr Haas freiwillig seinen sofortigen Rücktritt. Mit der dringenden Suche nach Verstärkung, sollte ein neuer erfahrener Sportchef beauftragt werden.

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