Windler-Stiftung unterstützt innovative Schaffhauser Medienprojekte
Werbeeinnahmen sinken, die Zahlungsbereitschaft der Leserinnen und Leser sinkt. Der Journalismus in der Schweiz steht unter Druck. Vor diesem Hintergrund stellt die Jakob und Emma Windler-Stiftung 480'000 Franken für medieninnovative Projekte im Kanton Schaffhausen bereit. So sollen Projekte zunächst gefördert und bei Erfolg in den Redaktionen verankert werden.
Innovationsfonds für multimedialen Journalismus (IMJ)
Der im Juli 2023 lancierte Innovationsfonds ist mit insgesamt über 2 Millionen Franken dotiert. Gefördert werden innovative Multimedia-Projekte an der Schnittstelle von Journalismus, Design und Technologie. Pro Vorhaben sind Beiträge von bis zu 120'000 Franken möglich.
Träger des Fonds sind die Fondation Aventinus, die Ernst Göhner Stiftung, die Fondation Leenaards, die Jakob und Emma Windler-Stiftung sowie die Gebert Rüf Stiftung.
Weitere Informationen zu geförderten Projekten, den vierteljährlichen Eingabefristen sowie zur Gesuchseinreichung über die Spheriq-Plattform finden sich unter: www.imj-fjm.ch
Der Journalismus in der Schweiz steckt in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Traditionelle Einnahmequellen wie Werbeeinnahmen sind rückläufig, ein wachsender Teil der Online-Werbegelder fliesst zu globalen Tech-Unternehmen.
Auch im lokalen Umfeld von Schaffhausen kämpfen Medienschaffende mit einem zunehmend eisigen Marktumfeld, in dem redaktionelle Ressourcen knapper werden und Innovationen schwerer zu finanzieren sind. Vor diesem Hintergrund reagiert die Jakob und Emma Windler-Stiftung auf die Herausforderungen und stellt 480'000 Franken für den Innovationsfonds für multimedialen Journalismus (IMJ) bereit. Die Mittel sind exklusiv für Medienhäuser im Kanton Schaffhausen vorgesehen.
Bei Erfolg folgt Verankerung
Gefördert werden einerseits vier Pilotprojekte mit je 20'000 Franken. Andererseits können Vorhaben, die sich bewähren, mit bis zu 100'000 Franken weiterentwickelt und in den redaktionellen Alltag überführt werden. Innovative Formate können so zunächst getestet und bei Erfolg in der Redaktion verankert werden. Die Windler-Stiftung verspricht sich viel von diesem zweistufigen Modell. «Das Fondmodell verbindet regionale Verankerung mit professioneller Selektion, Wettbewerb und Begleitung – genau diese Kombination verspricht nachhaltige Wirkung für den Journalismus in unserer Region», lässt sich Janine Händel, Geschäftsführerin der Stiftung, in einer Medienmitteilung zitieren.
Über die Vergabe der Gelder entscheidet eine unabhängige Fachjury. Begleitet werden die Projekte zudem durch ein professionelles Programm mit Coaching und Vernetzung. «Wir messen unter anderem die Lesezeit der Formate und prüfen, ob die Arbeit wissenschaftlich fundiert ist», sagt Marco Vencato, Programmleiter IMJ-FJM. «Neue Storytelling-Formate werden deutlich besser gelesen, weil visuelle und interaktive Aufbereitungen eine Leserbindung schaffen, die eine reine Textwüste kaum erreicht – und das ist letztlich auch relevant für die Demokratie.» Dies sei speziell jetzt wichtig, wo Redaktionen zunehmend unter Druck stünden. «Unter dem täglichen Druck leidet die Innovation, die im Hamsterrad der Redaktionen kaum mehr möglich ist, darum braucht es Förderprogramme, um diese Lücke zu schliessen», sagt Vencato.
Neben der Windler-Stiftung engagieren sich in der Schweiz unter anderem die Fondation Aventinus, die Ernst Göhner Stiftung, die Fondation Leenaards sowie die Gebert Rüf Stiftung. Insgesamt stehen damit über 2 Millionen Franken für Medieninnovationen zur Verfügung.
Für Redaktionen im Kanton Schaffhausen bedeutet die Beteiligung vor allem eines: Wer neue journalistische Wege gehen will, erhält nun Zugang zu einem klar strukturierten Fördergefäss und damit zu finanzieller Unterstützung, um Ideen in die Tat umzusetzen.
