Bernina verlagert Produktion nach Thailand – 27 Mitarbeitende gekündigt
Die Bernina International AG hat das Konsultationsverfahren zur geplanten Verlagerung der Produktion vom Standort Steckborn in das firmeneigene Werk Thailand am Mittwoch abgeschlossen. Betroffen sind 27 Mitarbeitende. Es tritt ein Sozialplan in Kraft, der durch zusätzliche unterstützende Massnahmen ergänzt wird.
Am 12. Januar hatte Bernina kommuniziert, dass eine Verlagerung der Fertigung nach Thailand maximal 40 Personen betreffen würde. Das Unternehmen steht aufgrund der anhaltenden Frankenstärke und des schwachen Dollars unter wirtschaftlichem Druck.
Nach einem «konstruktiven Dialog» mit der Mitarbeitervertretung hat die Geschäftsleitung am Mittwochnachmittag ihren Entscheid kommuniziert: Die Montage des Modells Bernina 990 und Teile der mechanischen Fertigung werden von Steckborn in das bestehende Werk Thailand verlagert. Prototypenbau sowie das Logistikzentrum für Zubehör und Ersatzteile verbleiben in Steckborn.
27 Mitarbeitende sind betroffen
Betroffen sind 27 Mitarbeitende, für die der bestehende Sozialplan in Kraft tritt. Dieser wird ergänzt durch zusätzliche Massnahmen zur sozialverträglichen Gestaltung des Übergangs, welche von der Geschäftsleitung auf Antrag der Mitarbeitervertretung beschlossen wurden.
«Für zwei der betroffenen Personen bestehen interne Anschlusslösungen. Die anderen 25 Personen werden bei der Stellensuche begleitet und unterstützt», so heisst es in der Medienmitteilung.
Mit der nun beschlossenen Massnahme wird das Modell Bernina 990 ab Mai durch Bernina Thailand hergestellt. Das Werk Bernina Thailand besteht seit 1990, ist im Besitz der Bernina Textilgruppe, steht unter Schweizer Leitung und wurde in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich modernisiert und ausgebaut. Es gilt als eines der technologisch führenden Werke für Haushaltnähmaschinen weltweit.
Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen, insbesondere der Währungsentwicklung und der Marktlage in den USA, sei die Bündelung der Produktion im Werk Thailand unvermeidlich gewesen, sagt Kai Hillebrandt, CEO Bernina International AG.
Verpflichtet, «den langfristigen Erfolg zu sichern»
«Wir sind verpflichtet, den langfristigen Erfolg von Bernina zu sichern. Die Verlagerung ermöglicht es uns, gegenüber unserer internationalen Konkurrenz langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.» Die USA sind für Bernina der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt. Fast drei Viertel des gesamten Gruppenumsatzes werden in den USA erwirtschaftet (2024: 73,1 Prozent). «Die starke Aufwertung des Frankens gegenüber dem US‑Dollar und anderen Währungen belastet Bernina erheblich.»
Trotz der Verlagerung der Fertigung soll «die DNA des Unternehmens schweizerisch» bleiben. Am Standort Steckborn sind mehr als 300 Personen für Bernina tätig. Die gesamte Entwicklung, Qualitätsmanagement, Prototypenbau, Teile des Testings, Verwaltungsfunktionen sowie der zentrale Zubehör‑ und Ersatzteillogistik-Hub sind hier angesiedelt und dauerhaft in Steckborn verankert. Insgesamt beschäftigt die Bernina Gruppe 1200 Personen in mehreren Tochtergesellschaften rund um die Welt.