«Federspiel» und der rasende Ritt durch die Musik dieser Welt

 | 
Noch keine Kommentare
Starker Auftritt bei NordArt: Die Blasmusiktruppe Federspiel ist musikalisch absolut auf der Höhe der Zeit. Bild Edith Fritschi

Fetzig, frech, gekonnt und mit ungeheurer Spiellust gesegnet: Das zeichnet die österreichische Blasmusikband Federspiel aus. In Stein spielte sie sich ins Herz der NordArt-Besucher.

VON EDITH FRITSCHI

Wie klingt New York, die Stadt, die nie schläft? Bei Federspiel im diffizilen 15/8-Takt. Darauf muss man erst einmal kommen. Ein rhythmisches Husarenstück und die «Federspieler» – sechs Blechbläser und ein Klarinettist – zeigen damit, wie hoch sie ihr Niveau ansetzen. Jeder Einzelne ein begnadeter Solist auf seinem Instrument, und zusammen sind die sieben unschlagbar. Wenn jemand Musik lebt, dann sie.

Unheimliches Können, freche, moderne Arrangements und einen wilden Parcours durch die Musik dieser Welt bringen sie auf die Bühne; sie bedienen sich dazu der Volksmusik vieler Herren Länder und setzen sie neu zusammen, sodass es klingt, als sei man wer weiss wo. Da wird getrötet und gerumpelt, bald klingen die Blasinstrumente wie ein Schlagzeug, dann wieder singen und jodeln sie, was das Zeug hält. Schliesslich spielen sie zu Ehren des Publikums in der Schweiz ein Stück, das wie ein Alphornchor klingt. Kurz darauf gibt’s Mariachiklänge oder rockende Zigeunermusik.

Man kann sie in keine musikalische Schublade stecken, die sieben, die sich 2004 in Krems zum Ensemble Federspiel zusammengeschlossen haben. Alle haben Musik studiert, aber von Akademisierung ist bei diesen Vollblutspielern nichts spürbar. Sie scheren sich einen Teufel um Konventionen, improvisieren und erzeugen dabei einen superstarken Sound mit Witz, Tempo und Nachhall. Sie sind mal laut, mal leise, aber immer rhythmisch punktgenau und mit perfekter Intonation. Da wird Volksmusik modern und zeitgemäss – kein Wunder bei all den Inspirationen aus Jazz, Rock und Pop. Dass die Musiker über Wiener Charme und Schmäh verfügen und eine gute Portion Selbstironie, wenn sie mit dem Publikum kommunizieren und kleine «Gschichtln» zum Besten geben, macht alles nur noch schöner. Die Zuhörer haben den Asylhof nach einigen Zugaben glücklich und begeistert verlassen.

Kommentare (0)

Neuen Kommentar schreiben

Diese Funktion steht nur Abonnenten und registrierten Benutzern zur Verfügung.

Registrieren