«So etwas hatten wir noch nie» – nun spricht ein Moschee-Verantwortlicher über den Grosseinsatz

Lucas Blumer | 
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Eine Drohung löst einen Grosseinsatz in Schaffhausen aus. Der Täter ist noch nicht gefasst.

«In solchen Situationen musst du einfach funktionieren», sagt Serhat Köroglu gegenüber den SN, nachdem der Grosseinsatz der Schaffhauser Polizei in der Schaffhauser Aksa-Moschee vorüber war. Der Generalsekretär des Türkisch-Islamischen Vereins war am Freitagvormittag in der Moschee vor Ort und stand im Dauereinsatz. Um 8.20 Uhr erreichte die Schaffhauser Polizei nämlich eine Drohung, die den Grosseinsatz mit Spezialkräften auslöste. Der Inhalt oder der Absender ist Köroglu unbekannt. «Uns hat nie eine Drohung erreicht», sagt er. Sie seien von der Polizei über die potenzielle Gefahr informiert worden.

Fulachstrasse komplett gesperrt

Kurz nach dem Eingang der Drohung sperrte die Schaffhauser Polizei einen Teil der Fulachstrasse während drei Stunden komplett. Mehrere offizielle und zivile Fahrzeuge der Schaffhauser Polizei parkierten vor dem Gebäude der ABB und Dutzende Uniformierte verteilten sich um und in der Moschee. «Der Imam hat mir gesagt, dass sie zuerst das Gebäude sicherten, also einmal jeden Raum checkten», sagt Köroglu.

Evakuiert werden musste allerdings niemand und das Ziel schien auch nicht zu sein, etwas Verstecktes zu finden. «Ich sitze gerade in der Küche und hier ist alles super aufgeräumt», sagt er über das Telefon. In den anderen Räumen sehe es genauso ordentlich aus und auch Spürhunde seien keine zum Einsatz gekommen.

Polizeisprecherin Bianca Gähweiler im Interview mit den SN. Video: Lucas Blumer

Nachdem das Gebäude gesichert worden war, sei wieder etwas Ruhe eingekehrt, sagt Köroglu. «Wir konnten intern im Verein gut kommunizieren und standen auch immer mit der Einsatzleitung der Polizei in Kontakt.» So seien die Vereinsmitglieder der Moschee während des Einsatzes ferngeblieben und nur rund 15 Auswärtige habe man leider wegweisen müssen. «Unsere 300 Mitglieder wussten aber Bescheid, was los war.»

Nach rund drei Stunden hoben die Einsatzkräfte der Schaffhauser Polizei die Strassensperre denn auch wieder auf. Es hätten sich keine Anzeichen für eine «ernst gemeinte Drohung» ergeben, schreibt die Schaffhauser Polizei in einer Medienmitteilung.

Die Strassensperrung hat am Freitagmorgen begonnen. Bild: Lucas Blumer

Köroglu versucht, das Positive an der Situation zu sehen, und lobt die Reaktion der Schaffhauser Polizei ausdrücklich: «Wir haben uns extrem gut aufgehoben gefühlt. Es tut gut, zu sehen, dass wir eine Truppe haben, die in einem solchen Fall eingreifen kann.» Doch er kann eine gewisse Frustration gegenüber den unbekannten Tätern nicht verbergen. «Unseren Verein gibt es seit Beginn der 80er-Jahre. Wir hatten noch nie so etwas und jetzt muss ich mir Sorgen machen, ob es morgen wieder passiert.» Das traditionelle Freitagsgebet, bei dem sie jeweils rund 200 Gläubige erwarten, hätten sie absagen müssen. Der Polizeieinsatz war bis zum eigentlichen Start des Gebets um 13:30 Uhr zwar schon wieder vorbei, doch sie hätten als Vorstand gemeinsam entschieden, das Gebet unter diesen Umständen nicht durchzuführen, sagt er.

Gläubige können die Moschee ab Freitagabend wieder normal besuchen und der Verein wolle die gemeinsame Arbeit mit den Behörden, der Religionsfachstelle und der Bevölkerung weiterführen, sagt Köroglu. «So wollen wir den Stimmen, die uns schaden wollen, keine Chance geben.»

Die Ermittlungen der Schaffhauser Polizei dauern derweil an. Der Absender der Drohung konnte bis anhin nicht gefasst werden.

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