Kommt nun Tempo 20? Schaffhauser Stadtrat will Begegnungszone in südlicher Altstadt einrichten

Lucas Blumer | 
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Baustellen in Schaffhausen  Bilder für ins Archiv fotografiert am 10.09.2024, in Schaffhausen. (Laurin Werner / Schaffhauser Nachrichten)
Im November 2024 fand der Spatenstich für die Arbeiten auf dem Kammgarnareal statt. Archivbild: Laurin Werner

Der Schaffhauser Stadtrat will an vier Strassen in der südlichen Altstadt eine Begegnungszone einrichten. Dadurch wäre Verkehr dort zwar noch gestattet, doch die Höchstgeschwindigkeit würde 20 km/h betragen.

Weil das Kammgarnareal bald fertig umgebaut sei und durch die neuen Nutzungen der Publikumsverkehr in der südlichen Altstadt deutlich zunehmen werde, will der Schaffhauser Stadtrat das Gebiet aufwerten. Konkret sollen vier Strassen zu Begegnungszonen gemacht werden, um «sichere und attraktive Zugänge zu gewährleisten und das Gebiet städtebaulich aufzuwerten», wie der Stadtrat am Montag in einer Medienmitteilung schreibt.

In der Vorlage, die der Stadtrat nun an den Grossen Stadtrat überwiesen hat, beantragt der Stadtrat die Einführung der Begegnungszone auf der Rhein-, Kloster- und Baumgartenstrasse sowie der Frauengasse. Der Stadtrat stützt sich dabei auf die Empfehlung der Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU), die die Verkehrssicherheit beurteilt und die Einführung einer Begegnungszone empfohlen habe. In solchen sind Autos zwar noch erlaubt, jedoch gilt Tempo 20 und Fussgänger haben überall Vortritt.

Auf diesen Strassen soll die Begegnungszone eingeführt werden. Karte: zVg/Stadt Schaffhausen

Sollte der Grosse Stadtrat der Vorlage zustimmen, könnte die Begegnungszone bereits ab Herbst 2026 signalisiert werden, dann, wenn auch die neuen Nutzungen auf dem Kammgarnareal starten.

Auch optische Aufwertung geplant

Neben der Einführung des neuen Temporegimes sollen die Strassen zudem mit einer Belagssanierung und Begrünung auch optisch aufgewertet werden. Das ist allerdings eine separate Vorlage, die der Stadtrat erst noch ausarbeiten muss, bevor er sie dem Grossen Stadtrat unterbreitet. Sollte der Grosse Stadtrat auch der optischen Aufwertung zustimmen, dürfte es allerdings noch einige Zeit gehen, bis die baulichen Massnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Es stehen noch Werkleitungsarbeiten im Gebiet an, die voraussichtlich erst 2027 starten.

FDP und SVP kündigen Nein an

Dass die Vorlage im Grossen Stadtrat noch für Diskussionsstoff sorgen wird, lässt eine Medienmitteilung der städtischen FDP vermuten, die kurz nach derjenigen des Stadtrats versandt wurde. «Die FDP wird sich im Parlament dagegen wehren und die Vorlage ablehnen», kündigt die Partei an.

Sie sei nicht grundsätzlich gegen Begegnungszonen, jedoch würden sie nur dort Sinn machen, wo es viele Fussgänger gebe, der Platz beschränkt sei oder es nur sehr wenig (Auto-)Verkehr gebe. «Beides ist in der südlichen Altstadt nicht der Fall.» Weder an der Klosterstrasse noch an der Rheinstrasse gebe es Läden oder Gastronomie, die zum Flanieren einladen würden. Eine weitere Begegnungszone, in der sich niemand begegne, weil alle die Altstadt mangels Parkplätzen und Zufahrten meiden würden, brauche es nicht, so die FDP.

Und auch die SVP doppelt nach: «Die SVP/EDU-Fraktion wird sich im Grossen Stadtrat gegen diese erneute Auto-Schikane zur Wehr setzen, denn wer geht schon zu Fuss von der Innenstadt via Frauengasse – Rheinstrasse zu den künftigen Angeboten im Kammgarnareal, näher liegt wohl der Weg via Klosterbogen oder Mosergarten», heisst es in einer Medienmitteilung. Was aber sicher eintreffen werde, sei, dass Automobilisten den Altstadtgeschäften den Rücken zukehren und auf Einkaufsmöglichkeiten ausweichen werden, die an Strassen liegen, die weniger von Verkehrsschikanen betroffen sind, wie beispielsweise im Herblingertal, so die SVP/EDU-Fraktion weiter. Und: Sie sei nicht generell gegen Verkehrsberuhigungsmassnahmen, solche würden überall dort Sinn machen, wo keine Hauptverkehrsachsen betroffen sind, also in den Wohnquartieren.

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Kommentare (1)

Manfred Weiss Mo 04.05.2026 - 12:35

Die Stadt braucht einen Vormund sonst wird munter weiter das Geld verschleudert

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