Verkehrsbetriebe lancieren eine Sonnenblume, um Menschen mit Beeinträchtigung sichtbarer zu machen
Die Schaffhauser Verkehrsbetriebe wollen Menschen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen unterstützen. Dazu haben sie den Sunflower-Lanyard lanciert. Das ist ein international anerkanntes Symbol, das signalisiert, wenn Personen möglicherweise auf zusätzliche Hilfe im Alltag angewiesen sind.
Wenn jemand an Stöcken geht oder im Rollstuhl sitzt, dann ist klar: Diese Person könnte im öffentlichen Verkehr hier und dort Unterstützung brauchen. Also können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe und andere Fahrgäste den Betroffenen Unterstützung anbieten. Wenn jemand aber eine «unsichtbare» Beeinträchtigung oder gesundheitliche Probleme hat, dann ist dem Umfeld dieser Person nicht zwingend bewusst, dass sie Hilfe braucht.
Um mehr Verständnis, Rücksicht und Unterstützung für Menschen mit solchen Beeinträchtigungen zu schaffen, führen die Verkehrsbetriebe Schaffhausen (VBSH) gemeinsam mit der Behindertenkonferenz Kanton Schaffhausen (BKSH) den Sunflower-Lanyard ein.
Der Sunflower-Lanyard ist ein international anerkanntes Symbol. Es wird als Kärtchen um den Hals getragen. Der Sunflower-Lanyard ist ab sofort kostenlos in der Ticketeria erhältlich. Wie Patrick Altenburger, Geschäftsführer der VBSH, auf Nachfrage sagt, seien bereits erste Karten abgeholt worden.
Die Mitarbeitenden der Verkehrsbetriebe seien entsprechend sensibilisiert worden, Personen mit dem Sunflower-Lanyard zu unterstützen, schreiben die VBSH in einer Mitteilung.
Auf Initiative von Betroffenen umgesetzt
Zu «unsichtbaren» Einschränkungen gehören unter anderem chronische Schmerzen, psychische Erkrankungen, Sinnesbehinderungen, Autoimmunerkrankungen sowie kognitive und neurologische Behinderungen. Der Bändel signalisiert, dass die Person möglicherweise auf Hilfe angewiesen ist, aber die Art der Beeinträchtigung bleibe bewusst unsichtbar.
Wie Altenburger schreibt, sei das Anliegen aus dem Kreise der Betroffenen und ihren Organisationen gekommen. «Wir fanden es eine super Sache! Wer will, darf und kann, wer nicht, muss nicht - alles freiwillig, gratis und für mehr Achtsamkeit im Alltag», so Altenburger. «Unser Ziel ist es, allen Fahrgästen eine möglichst barrierefreie und angenehme Fahrt zu ermöglichen.»
Auch BKSH-Geschäftsstellenleiterin Cornelia Fischer begrüsst die Initiative. «Da nicht sichtbare Behinderungen nicht offensichtlich sind, werden sie häufig von der Gesellschaft übersehen», wird sie in der Mitteilung zitiert.
