Nach Bombendrohung im Gega-Schulhaus: Polizei verhaftet Tatverdächtigen – und gibt Entwarnung

Ralph Denzel | 
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Beim Gega-Schulhaus kam es am Donnerstag zu einem polizeilichen Grosseinsatz. Die Schülerinnen und Schüler wurden evakuiert. Der Grund: eine Bombendrohung. Nun hat die Polizei einen Tatverdächtigen verhaftet. Um 17.30 Uhr gab die Polizei dann Entwarnung und das Schulhaus wieder frei.

Grosse Aufregung in der Stadt Schaffhausen: Kurz nach 11 Uhr ging beim Schulhaus Gelbhausgarten eine Bombendrohung ein.

Rund 300 Schülerinnen und Schüler sowie etwa 40 Lehrkräfte mussten evakuiert werden. Die Schaffhauser Polizei rückte mit einem Grossaufgebot aus, darunter auch Spezialeinheiten. Das Gebiet rund um das Schulhaus wurde weiträumig abgesperrt.

Die Schaffhauser Polizei war mit vielen Einsatzkräften vor Ort. Bild: Ralph Denzel

Die Kinder und Lehrpersonen wurden im nahe gelegenen Feuerwehrdepot untergebracht und betreut. Verletzt wurde niemand. «Um 11:11 Uhr ging bei der Schaffhauser Polizei die Meldung über eine Bombendrohung ein», erklärte Mediensprecherin Bianca Gählweiler.

Gegen 14 Uhr teilte die Polizei mit, dass ein Jugendlicher in der Nähe des Schulhauses festgenommen wurde. Neben regulären Einsatzkräften waren auch Drohnen im Einsatz. Am Abend teilte die Polizei mit, dass der Jugendliche als Tatverdächtiger gehandelt wird.

Polizeisprecherin Bianca Gähweiler informierte um 14 Uhr über die neusten Entwicklungen. Video: Maximilian Wiggenhauser/Ralph Denzel

Schulamt vor Ort, Mittagsunterricht fiel aus

Auch Marco Planas, Bildungsreferent der Stadt Schaffhausen, begab sich kurz nach der Alarmierung vor Ort. «Wir haben kurz vor Mittag im Schulamt die Mitteilung bekommen, dass im Gega ein grosser Polizeieinsatz läuft», sagte er. «Da ist man natürlich am Anfang gerade schockiert.» In der Folge habe man versucht, möglichst schnell gesicherte Informationen zu erhalten und die Eltern in Absprache mit der Polizei zu informieren.

Die ersten Mitteilungen an die Eltern erfolgten gegen Mittag. Darin wurde über die Bombendrohung informiert und bestätigt, dass alle Kinder in Sicherheit seien. «Wir haben gesagt, wir können die Eltern immer nur so weit informieren, wie wir selber Informationen von der Polizei haben», so Planas. Auch andere Schulen wurden vorsorglich über die Lage informiert – verbunden mit der Entwarnung, dass dort keine Gefahr bestehe.In einem weiteren Brief, den die Schulleitung wenig später verschickt hatte, stand, dass der Unterricht sowohl im Gega- wie auch im Bachschulhaus am Nachmittag ausfallen werde. Der Unterricht im nahe gelegenen Emmersbergschulhaus fand hingegen gemäss Stundenplan statt.

Bildungsreferent Marco Planas spricht über den Einsatz an einer Schaffhauser Schule. Video: Maximilian Wiggenhauser/Ralph Denzel

Gegen 12.30 Uhr durften die Schülerinnen und Schüler das Feuerwehrdepot verlassen und nach Hause gehen. Der Nachmittagsunterricht am Schulhaus Gelbhausgarten sowie am angrenzenden Bachschulhaus fiel aus. Kinder mit Betreuungsbedarf wurden weiterhin vor Ort betreut. An den anderen Schulen in der Stadt Schaffhausen wurde der Unterricht wie geplant fortgesetzt.

Kurz vor 18 Uhr teilte die Polizei dann mit: Es kann Entwarnung gegeben werden. Der Einsatz wurde um 17.30 Uhr beendet. Seither ist das Schulhaus wieder freigegeben. Ob etwas gefunden wurde oder nicht, schreibt die Polizei nicht, nur dass Sprengstoffspürhunde im Einsatz gestanden sind. Zudem unterstützten Spezialisten des Forensischen Dienstes Zürich die hiesige Polizei.

Die Stadt teilte am Abend in einem Elternbrief mit, dass der Unterricht am Freitag regulär stattfindet, wer möchte, könne mit der Schulsozialarbeit sprechen.

Eltern in grosser Sorge, Schüler verunsichert

Auch für die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler war die Situation sehr belastend und aufwühlend. Mehrere holten ihre Kinder noch vom Feuerwehrdepot ab.

Ein Vater, der anonym bleiben möchte, sagte den «Schaffhauser Nachrichten», dass er kurz nach 11 Uhr eine Nachricht von seinem Sohn erhielt: «Bombenalarm – mir gehts gut.» Danach habe er längere Zeit nichts mehr gehört. «Ich hatte sehr grosse Angst», sagte der Mann. Erst später, nachdem auch das Schulamt informiert hatte, meldete sich sein Sohn erneut und schickte ein Video aus dem Feuerwehrdepot. «Als dann die Nachricht kam, dass er nach Hause darf, war das eine riesige Erleichterung», so der Vater.

Schüler, mit denen die SN sprachen, wussten anfangs nicht so recht, was genau passiert war. «Es hiess plötzlich einfach nur, wir müssten alle raus», sagten zwei Schüler des Gega.

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