«Stars in Town» will einheizen – trotz Regen und schleppendem Vorverkauf
Auf dem Herrenacker laufen die letzten Vorbereitungen für das «Stars in Town». Trotz Regen, Zeitdruck und schleppendem Ticketverkauf ist das Festivalteam optimistisch – und bereit für sieben musikalische Abende.
Auf dem Herrenacker herrscht emsiges Treiben. Ein Helfer manövriert eine voll beladene Palette zwischen den Fahrzeugen hindurch, während ein anderer einen Kühlschrank in Position bringt. Unweit der Hauptbühne werden weitere Kühlschränke schon mit Getränkedosen befüllt – die letzten Handgriffe, bevor das «Stars in Town» seine Tore öffnet.
In der Vergangenheit wurden am Schaffhauser Musikfestival gemäss den Organisatoren jeweils rund 50'000 Liter Bier konsumiert. Ob auch in diesem Jahr wieder so viel Gerstensaft verkauft wird, wird wohl auch vom Wetter abhängen.
Aufbau mit Unterbrüchen
Während der anderthalb Wochen des Aufbaus meinte es Petrus jedenfalls nicht allzu gut mit dem Festival-Team. «Wir hatten immer wieder starke Regengüsse, dann mussten wir die Arbeit teilweise unterbrechen», sagt Technikchef Lukas Brugger am Dienstag bei einem Rundgang über das Gelände. Insgesamt seien 20 Kilometer Kabel verlegt und 180 Tonnen Material verbaut worden. Angepackt hätten über 700 Helferinnen und Helfer.
Um die Lärmbelastung für die Anwohner zu reduzieren, wurde der Aufbau in diesem Jahr zwei Tage kürzer angesetzt als noch im Vorjahr, sagt Brugger. Trotz des knappen Zeitfensters und des unbeständigen Wetters sei man bereit für die grossen Acts, versichert er. Die sollen dann auf der Bühne für ordentlich Stimmung sorgen.
Auch Moderator Alex Blunschi, seit Jahren die Stimme des Festivals, kann den Start kaum erwarten. Wie gewohnt wird der frühere Radiomann die Bands ansagen – und zeigt sich dabei selbstbewusst: «Ich finde es eigentlich eine Frechheit, dass ich bei meinen Auftritten von den Bands ständig unterbrochen werde», sagt er mit einem Augenzwinkern.
«Dieses Jahr liegt der 1. August ungünstig, es gibt Leute, die das Wochenende verlängern oder noch in den Ferien sind.»
Die Prognosen für das Festivalwetter bleiben durchzogen. Blunschi zeigt sich dennoch optimistisch: «Ich bin zuversichtlich», sagt er. Wer nicht ungeschützt im Regen tanzen möchte, sollte sicherheitshalber trotzdem eine Pelerine einpacken – denn Regenponchos werden seit letztem Jahr nicht mehr gratis auf dem Gelände abgegeben, aus ökologischen Gründen, heisst es.
Konkurrenz im Letzigrund
Der anhaltende Regen könnte nicht nur den Aufbau erschweren, sondern auch die Ticketverkäufe gebremst haben. Denn im Vergleich zum Vorjahr läuft der Vorverkauf bislang verhaltener: Waren 2024 bereits vier von sechs Festivalabenden zum Start ausverkauft, ist in diesem Jahr erst der siebte und letzte Abend ausverkauft.
«Die vergangenen zwei Jahre waren aussergewöhnlich gut», sagt Blunschi. «Wir hatten Acts mit grosser Strahlkraft – Herbert Grönemeyer, Zucchero, Die Toten Hosen – um nur ein paar zu nennen.» In diesem Jahr seien die Umstände weniger günstig. So fällt der 1. August auf einen Freitag, was viele dazu verleite, das Wochenende zu verlängern oder gleich ganz in die Ferien zu fahren. Zudem tritt gleichzeitig Ed Sheeran im Zürcher Letzigrund auf. Ein harter Konkurrent also, auch für ein etabliertes Festival wie «Stars in Town». «Irgendwann muss man als Festival auch anerkennen, dass wir nicht jeden Abend ausverkauft sein können», sagt Blunschi gelassen – und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: «Dafür verkürzt sich die Wartezeit an den Eingängen.»