Zweiter Kandidat für das Thaynger Gemeindepräsidium: Philippe Brühlmann will wieder an die Spitze

Schaffhauser Nachrichten | 
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Philippe Brühlmann (SVP) will (wieder) Thaynger Gemeindepräsident werden. Bild: zVg

Nachdem Christoph Meister (FDP) als erster seinen Hut in den Ring geworfen hatte, schickt die SVP Thayngen nun einen zweiten Kandidaten in das Rennen um den Posten als Thaynger Gemeindepräsident: Philippe Brühlmann, der bereits von 2012 bis 2020 Thaynger Gemeindepräsident war, kandidiert erneut.

von Lucas Blumer und Thomas Martens

Die Causa Gemeindepräsidium Thayngen ist um ein Kapitel reicher: Nach dem Rücktritt von Marcel Fringer (FDP) im März 2025 wurde Markus Brütsch (SP) zwei Monate später zum Thaynger Gemeindepräsidenten gewählt, der das Amt aber aus gesundheitlichen Gründen Anfang 2026 wieder niederlegte. Schnell wurden Vermutungen laut, dass Brütschs Rücktritt aufgrund von zu vielen offenen Baustellen erfolgte, die ihm sein Vorgänger hinterlassen hatte.

Eine Person zu finden, die sich der Aufgabe annehmen möchte, schien erst nur schwer möglich zu sein, doch nun hat sich nach Christoph Meister (FDP) auch Philippe Brühlmann (SVP) offiziell um den Posten beworben. Brühlmann war zwischen 2012 und 2020 bereits Thaynger Gemeindepräsident und Fringers Vorgänger. Wie die SVP Thayngen in einer Medienmitteilung schreibt, möchten sie mit dieser Nominierung der Gemeinde eine «erfahrene und zukunftsorientierte Wahloption» bieten.

Aus Fehlern lernen

Auf Anfrage der «Schaffhauser Nachrichten» sagt SVP-Parteipräsident Ueli Kleck, dass der Nomination von Brühlmann mehrere parteiinterne Gespräche vorausgegangen seien, durch die sich zwei geeignete Personen herauskristallisiert hätten. Eine der beiden Personen habe sich dann aber doch zurückgezogen, übrig blieb Brühlmann.

Seine Nomination sei allerdings keinesfalls ein Notnagel: «Das können wir klar verneinen. Philippe Brühlmann ist keine Verlegenheitslösung», so Kleck. Dass der 53-Jährige in engem Zusammenhang mit dem Skandal im Seniorenzentrum im Reiat (SIR) gegen Ende seiner früheren Amtszeit steht, ist für Kleck kein Nachteil: «Wie wir in der Aufarbeitung gesehen haben, wurden auch im weiteren Gemeinderat Fehler gemacht.» Wichtig sei, dass man aus den Fehlern lerne und diese Fähigkeit sieht Kleck bei Brühlmann.

Brühlmann selbst sagt zum SIR-Skandal: «Da sind Fehler passiert, dazu stehe ich auch. Man ist ja nicht fehlerfrei.» Er möchte das Geschehene auch keinesfalls verheimlichen oder kleinreden, er würde heute gewisse Sachen anders machen. «Wenn man sich selber reflektieren kann und eine Fehlerkultur lebt, kann man aus solchen Fehlern lernen und es künftig besser machen.»

Dass seine Kandidatur für Aufsehen sorgen wird, ist ihm bewusst: «Es ist ein bisschen eine Bombe, die da platzt, das ist schon klar.» Trotzdem möchte er den Wählerinnen und Wählern eine Auswahl zwischen valablen Kandidaten bieten.

Berufliche Neuorientierung 

Brühlmann trat Ende 2020, nach rund neun Jahren als Gemeindepräsident, nicht mehr zur Wiederwahl an. Stattdessen ist er mittlerweile als Leiter der Unternehmenskommunikation beim Landwirtschaftlichen Genossenschaftsverband Schaffhausen (GVS) tätig. Mit Anfang 50 wolle er nun beruflich nochmal einen anderen Weg einschlagen.

«Jetzt bin ich seit fünf Jahren in der Privatwirtschaft und auch wieder ein wenig gescheiter geworden», so Brühlmann. «Wenn man die Situation in Thayngen anschaut, hab ich das Gefühl, einen Mehrwert bringen zu können.» Sein Arbeitgeber würde ihn bei diesem Schritt unterstützen, sagt er.

Fokus auf Wirtschaftsförderung und Kommunikation

Dank seiner Erfahrung als Gemeindepräsident kenne er die Verwaltungsabläufe bereits und sei auch mit den politischen Entscheidungsprozessen auf kommunaler und kantonaler Ebene vertraut, so Brühlmann. «Der Einstieg würde mir relativ leicht fallen», meint er, und sich in die einzelnen Dossiers einzuarbeiten, sei relativ schnell machbar. Der ehemalige Kantonsrat verfüge ausserdem über ein breites Netzwerk im Kanton und darüber hinaus, wie die SVP Thayngen in ihrer Medienmitteilung schreibt.

Zu seinen zentralen Themen als Gemeindepräsident möchte Brühlmann wirtschaftsfördernde Massnahmen sowie eine transparente Kommunikation des Gemeinderates gegenüber dem Einwohnerrat und der Bevölkerung machen. Ausserdem möchte er der Verwaltung klare Rahmenbedingungen setzen, um der Bevölkerung einen optimalen Service Public bieten zu können.

Brühlmann wohnt im Thaynger Ortsteil Barzheim und ist in einer festen Partnerschaft. Er ist Vater eines Kindes.

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