Nach Brand in Thayngen: Gemeindepräsident plant Spendenaktion für betroffene Familie
Am Mittwochabend ist in Thayngen ein Brand in einem Doppeleinfamilienhaus ausgebrochen. Es wurden keine Personen verletzt, der Sachschaden und die Ursache des Brandes sind noch unbekannt.
Die Schläuche werden eingerollt, um kurz nach 9 Uhr am Donnerstagmorgen rücken die letzten Feuerwehrkräfte ab. Ein Brand in einem Doppeleinfamilienhaus in der Schaffhauserstrasse in Thayngen hat am frühen Mittwochabend zu einem Grosseinsatz geführt. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden dürfte aber sehr hoch ausfallen.
«Wir waren rund 15 Stunden im Einsatz, es war eine lange Nacht», sagt Einsatzleiter Pascal Aeberhard von der Thaynger Feuerwehr. Wie gross das Ausmass des Schadens ist, zeigt ein Blick auf die verkohlte Ruine: Die Dächer der beiden Haushälften sind komplett zerstört, Dachziegel liegen im Vorgarten auf dem Boden. An der rechten Haushälfte sind Teile der Fassade heruntergerissen. Am Boden überall Reste von weissem Löschschaum.
Während die linke Haushälfte derzeit unbewohnt ist, steht eine fünfköpfige Familie, die in der rechten Haushälfte wohnte, vor dem Nichts. «Sie konnten gerade noch ihr Portemonnaie und ihre Pässe mitnehmen», erzählt Gemeindepräsident Markus Brütsch, der als Feuerwehrreferent ebenfalls die ganze Nacht vor Ort war. Die Familie konnte sich gerade noch rechtzeitig retten und ist in der Nacht bei Bekannten im Ort untergekommen.
«Zum Glück ist das Feuer abends ausgebrochen und nicht nachts, während sie schliefen», sagt Brütsch, der die 50 Einsatzkräfte nachts mit Verpflegung versorgte. Manche Anwohner brachten dem Feuerwehrtrupp Kaffee vorbei. «Wir sind jetzt mit Hochdruck dabei, eine Lösung für die Familie zu finden, dass sie idealerweise eine Wohnung in Thayngen beziehen können.» Zudem plant Brütsch eine Spendenaktion für die Familie, die ihr gesamtes Hab und Gut verloren hat.
Isoliertes Dach erschwert das Löschen
Dass der Einsatz dauern wird, zeichnete sich schon von Beginn weg ab: «Als wir vor Ort waren, stand bereits die linke Seite des Hauses in Vollbrand», sagt Einsatzleiter Aeberhard. Ein Übergreifen der Flammen auf die rechte, bewohnte Haushälfte konnte trotz grosser Bemühungen nicht verhindert werden. Bei der Brandbekämpfung machte vor allem das Dach des bewohnten Hauses Probleme: «Da es isoliert ist, konnte es nicht so schnell abgedeckt werden, und die Isolierung hat immer wieder zu Schwelbränden und Glutnestern geführt», erklärt Feuerwehrreferent Brütsch.
Neben den Feuerwehren Thayngen waren auch der Verband Oberer Reiat (VOR), die Feuerwehr der Stadt Schaffhausen und der Region Oberer Kantonsteil (Feurok) sowie Mitarbeitende des Rettungsdienstes der Spitäler Schaffhausen, des EKS sowie Angehörige der Kantonalen Feuerpolizei und der Schaffhauser Polizei an dem Einsatz beteiligt.

Dem Vernehmen nach soll das Feuer im Keller der unbewohnten Haushälfte ausgebrochen sein. Deren Besitzer stehen am Mittwochmorgen fassungslos vor der Ruine. Geplant war eigentlich der Umbau des Hauses, am Mittwoch – so schildern es Anwohner – sei im Haus noch eine Spezialfirma für Asbestsanierungen gewesen. Wie es zu dem Brand kommen konnte, ist bisher noch unklar. Der kriminaltechnische Dienst der Polizei sucht nun nach der Brandursache. Unklar ist bisher auch die Höhe des Sachschadens.
Verdacht auf Asbestbelastung
Während in Thayngen neben den Sirenen auch die Rauchsäule weithin sichtbar war, wurden per Alert Swiss auch die Anwohner in einem grösseren Umkreis informiert. Sie wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und die Lüftungen abzuschalten aufgrund der starken Rauchentwicklung sowie des Verdachts auf Asbestbelastung. Der Rauch soll bis nach Herblingen gezogen sein, heisst es von der Feuerwehr.

Die Gefahr durch Asbestbelastung sei am Donnerstagmorgen aber wieder gebannt, da die gefährlichen Partikel in der Luft durch den Löscheinsatz gebunden werden konnten. Zwei Männer des Interkantonalen Labors untersuchten ebenfalls am Donnerstag, wie bei Grossbränden üblich, ob es zu Verunreinigungen des Gewässers gekommen ist.