Wurde beim Kauf einer ehemaligen GF-Sparte getrickst? Graubündner Kantonalbank mit Klage konfrontiert

Lucas Blumer | 
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Soll beim Kauf der GF Machining Solutions getrickst haben: Der Schweizer Investor Martin Ebner. Bild: Keystone

Die Graubündner Kantonalbank muss sich vor Gericht für einen Streit rund um den Verkauf einer ehemaligen Georg-Fischer-Sparte rechtfertigen, der vom ehemaligen Besitzer einer der GKB-Tochtergesellschaften eingefädelt wurde.

Ende 2024 war es so weit: «Georg Fischer wagt radikalen Schritt: Maschinenbaugeschäft wird verkauft», titelten die SN. Die Georg Fischer AG (GF) beschloss im Rahmen ihrer Geschäftsfokussierung, ihre Sparte Machining Solutions zu veräussern. Käufer war die United Grinding Group, die wiederum der Patinex AG gehört, die dem bekannten Investor Martin Ebner gehört. Ebner ist ausserdem Gründer und ehemaliger Besitzer der BZ Bank AG.

Ebner finanzierte den Kauf von Machining Solutions mit dem Geld der BZ-Bank-Kunden sowie einem UBS-Kredit über 800 Millionen Franken für seine United Grinding Group. Der Marktwert der United Grinding Group stieg im Anschluss an den Kauf deutlich. Von dieser Wertsteigerung profitierten aber gemäss dem Branchenportal «Inside Paradeplatz» nicht alle Aktionäre gleich: Mindestens ein United-Aktionär fühle sich betrogen, weshalb er nun eine Klage gegen die BZ Bank, aktuelle und ehemalige Verwaltungsräte der BZ Bank sowie gegen die Graubündner Kantonalbank (GKB) eingereicht habe. Die GKB besitzt seit 2022 die Mehrheit an der BZ Bank.

Die GKB bestätigt in einer Medienmitteilung am Montag, dass ein Verfahren gegen sie selbst, die BZ Bank sowie gegen ehemalige und aktuelle Organe der BZ Bank laufe. Der Kläger fordere einen «mittleren dreistelligen Millionenbetrag». Zu den Hintergründen der Klage schreibt sie aber nichts Konkretes, es gehe um «ein von der BZ Bank verwaltetes Anlageprodukt». Die GKB und die BZ Bank erachten die Vorwürfe als unbegründet und bestreiten die Forderungen, wie sie in der Medienmitteilung weiter schreiben.

Der Hintergrund

Wie «Inside Paradeplatz» weiter schreibt, begründet der Kläger seine Aktion damit, dass die BZ Bank ihn und weitere Aktionäre der United Grinding Group um eine Menge Geld gebracht habe. So sei es der BZ Bank gelungen, die United-Aktionäre mittels einer künstlich tiefen Bewertung der United Machining Solutions – des Konzerns, der aus der Vereinigung der United Grinding Group und Machining Solutions hervorging – dazu zu bringen, auf Bezugsrechte bei einer Kapitalerhöhung mittels Stimmrechtsaktien zu verzichten.

Das Bezugsrecht hätte ihnen ermöglicht, neue Aktien der United Grinding Group zu einem alten, tieferen Preis zu kaufen. Das Bezugsrecht soll Aktionäre vor einer Verwässerung ihrer Aktien schützen, wenn die Aktiengesellschaft neues Eigenkapital aufnimmt, also mehr Aktien zeichnen lässt.

Und genau das habe Ebner getan: Er liess seine United Grinding Group im Vorfeld zum Kauf der Machining Solutions mehr Eigenkapital aufnehmen, indem sie mehr Aktien zeichnen liess, die wiederum von der BZ Bank mit dem Geld der Kunden und dem Kredit der UBS gekauft wurden. Durch den Kauf von Machining Solutions stieg der Wert der United Grinding Group massiv, und die Aktionäre standen plötzlich mit einem deutlich geringeren Anteil am Kuchen da, da sie sich weniger Aktien leisten konnten, weil sie auf ihr Bezugsrecht verzichteten.

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