Phoenix Mecano trotzt US-Zöllen: Gewinnplus im dritten Quartal trotz schwacher Nachfrage
Phoenix Mecano steigert im dritten Quartal 2025 trotz rückläufigem Bruttoumsatz sein Ergebnis. Der Gewinn wächst dank robuster Industriesparten zwar, doch die Handelskonflikte mit den USA belasten insbesondere das Möbelgeschäft.
Der Schweizer Industriekonzern Phoenix Mecano, der auch eine Niederlassung in Stein am Rhein unterhält, hat im dritten Quartal 2025 seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis stellen müssen. Obwohl der Bruttoumsatz um 6,8 Prozent auf 191,5 Millionen Euro sank, legte das Betriebsergebnis um 1,4 Prozent auf 15,7 Millionen Euro zu. Das schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung.
Entwicklung der Sparten
Die Sparte Enclosure Systems, die sich auf explosionsgeschützte Gehäuse spezialisiert, verzeichnete ein Umsatzplus von 1,8 Prozent auf 55,1 Millionen Euro und steigerte das Betriebsergebnis um 25 Prozent auf 8,9 Millionen Euro. Dies vor allem dank starker Nachfrage aus der Energiebranche in Asien und dem Mittleren Osten.
Industrial Components steigerte den Umsatz um 3 Prozent und erhöhte das Betriebsergebnis um mehr als 50 Prozent auf 5,1 Millionen Euro. Erste Erholungstendenzen zeigte der Geschäftsbereich Automation Modules, trotz einmaliger Restrukturierungskosten von 3,5 Millionen Euro. Auch die Geschäftsbereiche Measuring Technology und Electrotechnical Components erholen sich langsam und zeigen erste Aufwärtstendenzen.
US-Zölle halbieren Betriebsergebnis
Deutlich schwächer präsentiert sich die dritte Sparte, die Dewert OkinTechnology Group, die stark vom US-Markt abhängt. Ihr Umsatz fiel um 16,1 Prozent auf 83,8 Millionen Euro, das Betriebsergebnis halbierte sich nahezu und liegt noch bei 3,8 Millionen Euro. Der Möbelzulieferer leidet unter den US-Zöllen auf Polstermöbel, die seit Oktober gelten und die Nachfrage weiter dämpfen.
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet Phoenix Mecano weiterhin ein bis zu 20 Prozent tieferes Betriebsergebnis im Vergleich zu 2024. Mittelfristig setzt der Konzern auf strukturelle Trends wie Automatisierung und Infrastrukturinvestitionen. Das laufende Aktienrückkaufprogramm wird Mitte November beendet; rund 4,1 Prozent der Aktien wurden bereits erworben. An der Generalversammlung 2026 soll deren Vernichtung beantragt werden. Damit wird das Kapital entsprechend herabgesetzt und die Gewinne auf weniger Teilhaber aufgeteilt.
