Mit neuer Strategie gegen die Kirschessigfliege
Rebberater Armin Wälti stellte ein Pilotprojekt mit einer neuen Strategie gegen die Kirschessigfliege vor.
An der Generalversammlung der Rebbaugenossenschaft Hallau/Oberhallau stellte Rebberater Armin Wälti ein Pilotprojekt mit einer neuen Strategie gegen die Kirschessigfliege (KEF) vor, welches von einer speziellen Arbeitsgruppe entwickelt worden ist. In den natürlichen Habitaten ausserhalb der Rebberge sollen in Hecken im Abstand von zwei Metern insgesamt rund 1200 Fallen mit Lockmittel aufgestellt werden, mit denen die Schädlinge gefangen werden können. «Wenn wir die Fallen in die Rebberge stellen, locken wir die Kirschessigfliege an», so Wälti.
Die Kosten für das Versuchsprojekt belaufen sich auf 25 000 Franken, wovon 11 000 Franken von Dritten übernommen werden. Zudem unterstützen verschiedene Firmen und die Forschungsanstalt Agroscope das Projekt. Es sollen zudem Versuche mit feinmaschigen Netzen oder Kalk durchgeführt werden. Martin Auer erkundigte sich, ob es nicht sinnvoll wäre, die Kirschessigfliege in Hecken mit Pflanzenschutzmitteln zu bekämpfen. Armin Wälti wies darauf hin, dass Pflanzenschutzmittel in Hecken und im Wald strengstens verboten seien. Die Winzer sehen in der neuen Strategie eine Chance, wieder von den Insektiziden wegzukommen. Das Projekt, das die Rebbauern 70 Rappen pro Are kostet, wurde an der Versammlung mit grosser Mehrheit angenommen.
Die Versammlung wählte zudem Markus Hallauer einstimmig zum neuen Präsidenten der Rebbaugenossenschaft. Er tritt die Nachfolge von Ernst Gasser-Spaar an. Auch Vizepräsident Rolf Tanner scheidet aus dem Vorstand aus. Für ihn rückt Maurice Bersier auf. Andrea Bringolf präsentierte die Jahresrechnung 2016 mit einem Defizit von rund 14 500 Franken. Das war jedoch so gewollt, um das Eigenkapital zu verringern. Das Budget 2017 sieht wieder eine ausgeglichene Jahresrechnung vor.