«Die Chemie im Rat stimmt»

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«Es wird sicher spannend»: Die frischgebackene Hallauer Gemeindepräsidentin Nadja Hallauer vor dem Gemeindehaus, wo sie in den kommenden vier Jahren wirken wird. Bild: Jean-Claude Goldschmid

Nadja Hallauer steht seit dem 1. Januar als erste Frau an der Spitze von Hallau. Und im Gemeinderat sind vier von fünf Mitgliedern neu im Amt. Die neue Gemeindepräsidentin und ihre Crew müssen die Ärmel folglich hochkrempeln.

Frau Hallauer, was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie auf den Wahlherbst zurückblicken?

Nadja Hallauer: Es war spannend und speziell. Ich hatte ja noch nie selbst einen Wahlkampf erlebt. Nach der Wahl überwogen die Freude und die Dankbarkeit für das Vertrauen, das mir die Bevölkerung geschenkt hat. Meine Wahl bedeutet sicher einen Neubeginn. Es ist aber mein Ziel, nicht einfach zu verändern, sondern wo möglich Verbesserungen zu erreichen.

Ist es für Sie persönlich von Bedeutung, dass Sie die erste Frau an Hallaus Spitze sind?

Von der Bevölkerung werde ich ab und zu darauf angesprochen. Für mich persönlich bedeutet die Geschlechtszugehörigkeit im Zusammenhang mit diesem Amt nicht so viel. Wichtig ist, dass die Kompetenzen und die Strukturen stimmen. Es ist aber sicher vorteilhaft, wenn beide Geschlechter in einem Gemeinderat Einsitz nehmen.

Haben Sie sich im neuen Amt schon eingelebt?

Ja, schon. Ich wurde von meinem Vorgänger Alfred Neukomm sehr gut eingearbeitet. Auch im Gemeinderatsteam bin ich gut aufgenommen worden. Die Chemie stimmt. Jetzt kommt aber eines nach dem anderen. Der Gemeinderat hatte erst am 10. Januar seine erste offizielle Sitzung, nach der konstituierenden Sitzung im Vorfeld.

Wann war die Amtsübergabe?

Die Schlüsselübergabe war in der Silvesternacht, kurz nach Mitternacht. Die eigentliche Amtsübergabe fand aber bereits vorher fliessend statt, von November bis Dezember. Ich habe mich ein paar Mal mit Alfred Neukomm getroffen. Die Treffen waren immer konstruktiv und transparent. Sowohl Alfred als auch Hans Neukomm haben mir zudem zugesichert, dass ich mich bei Rückfragen jederzeit an sie wenden könne.

Welche Referate übernehmen Sie ausser dem Präsidialen?

Die Werke. Ich habe zwar keine spezifische Ausbildung in diesem Bereich, aber durch meine berufliche Tätigkeit in Flaach bin ich mit der Materie vertraut und finde sie spannend.

Wie hoch wird Ihr Pensum sein?

Das ist schwierig zu sagen. Ich gehe davon aus, dass es im Moment um die 50 Prozent sind. Auf dem Papier sind es 30 Prozent. Ich sehe aber das erste halbe Jahr gewissermassen als Versuchsphase, in der sich herauskristallisiert, wie hoch der Aufwand tatsächlich sein wird.

Was hat das Amt für Auswirkungen auf Ihre berufliche Tätigkeit?

Der Gemeinderat von Flaach, wo ich als Finanz- und Steuersekretärin arbeite, hat mir ein sehr faires Angebot gemacht: Ich kann mein dortiges Pensum ab Februar reduzieren und eine erhöhte Flexibilität in Anspruch nehmen. Ebenso kann ich meine Arbeit im Büro bei «Aagne» selbständig einteilen, sodass ich die notwendigen Zeitfenster für die Gemeinde Hallau zur Verfügung stellen kann.

Für Privates werden Sie aber schon weniger Zeit haben.

Ja, aber ich freue mich sehr auf mein Amt. Es wird sicher spannend, und ich habe Vielseitigkeit gern.

Wo sehen Sie für die nächsten vier Jahre Prioritäten für Hallau?

Sicher beim Thema Schulhaus. Da ist der Gemeinderat mit dem Schulreferenten daran, Informationen zusammenzutragen. Die Arbeit der zuständigen Arbeitsgruppe «Zukunft Schule Unterklettgau» wird jedenfalls weitergehen – auch wenn sich die Arbeitsgruppe demnächst mit den neuen Behördenmitgliedern in den Gemeinden neu konstituieren muss.

Wie wird es denn konkret mit der Schulraumplanung weitergehen?

Um dies zu sagen, ist es jetzt noch zu früh. Fest steht jedoch, dass die vier Gemeinden Hallau, Oberhallau, Wilchingen und Trasadingen weiterhin in der Arbeitsgruppe Einsitz nehmen – und ein allfälliger Zweckverband bleibt sicher ein Thema. In näherer Zukunft wird Hallau zunächst einmal die bereits beschlossenen Schulcontainer bauen.

Wie steht Hallau finanziell da?

Wir sind darauf angewiesen, dass wir noch mehr Steuersubstrat generieren können. Wir sind finanziell eher eine schwache Gemeinde, die Gelder aus dem Finanzausgleich bezieht. Der Betrieb läuft zwar, die gegenwärtig nötigen Investitionen können getätigt werden. Die Grossprojekte Schulhaus und Kraftwerk stellen aber sicher Herausforderungen für die Zukunft und den Finanzplan der Gemeinde dar.

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