Gute Nachrichten für Fledermausfreunde: Grosse Hufeisennase erstmals wieder fotografisch in Schaffhausen nachgewiesen

Lucas Blumer | 
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Die Grosse Hufeisennase wurde nach Jahrzehnten erstmals wieder im Kanton Schaffhausen nachgewiesen. Mithilfe einer automatischen Wildtierkamera gelang der bildliche Nachweis. Sie ist eine der seltensten Fledermausarten der Schweiz und gilt als vom Aussterben bedroht.

Die Grosse Hufeisennase, eine der seltensten Fledermausarten der Schweiz, die ausserdem vom Aussterben bedroht ist, wurde in Schaffhausen nachgewiesen. Das gibt der Kanton Schaffhausen bekannt. Im 19. Jahrhundert war die Art noch weit verbreitet, doch seither wurden ihre Bestände infolge Quartiermangels, Lebensraumverlusts und des Einsatzes von Pestiziden sehr stark dezimiert. Heute gibt es schweizweit nur noch vier Kolonien, in denen die Grosse Hufeisennase ihre Jungen aufzieht.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Im Frühjahr 2023 entdeckten deutsche Fledermausschützer in Baden-Württemberg ein Weibchen der Grossen Hufeisennase. Sie statteten dieses Tier mit einem Minisender aus, um seine Bewegungen verfolgen zu können. Dadurch erkannten die Tierschützer, dass das Weibchen die Landesgrenze nach Schaffhausen überquerte, worüber sie den Fledermausschutz Schaffhausen informierten. Dieser konnte in der Folge die seltene Fledermausart erstmals seit Jahrzehnten wieder im Kanton Schaffhausen nachweisen, damals allerdings noch ohne Foto. 

Anschliessend gelang es auch, zwei Sommerquartiere im Kanton Schaffhausen ausfindig zu machen, wo das Tier nistet.

Die Suche nach weiteren Tieren

2024 wurde im Auftrag des kantonalen Naturschutzamts ein Monitoring durchgeführt, um genauere Informationen zur Präsenz dieser Fledermausart in Schaffhausen zu erhalten. So wurden an den beiden bekannten Quartieren sogenannte bioakustische Aufnahmen durchgeführt. Dabei werden mittels spezieller Geräte die Ultraschall-Ortungsrufe der Fledermäuse registriert, die für den Menschen unhörbar sind.

Zusätzlich wurden an verschiedenen potenziell interessanten Stellen Aufnahmen gemacht. Dabei konnte jedoch nie an beiden Quartieren gleichzeitig eine Anwesenheit nachgewiesen werden. Ebenso kamen in der Umgebung nur vereinzelte Aufnahmen zustande, die aufgrund ihrer Chronologie klar darauf hindeuten, dass es sich jeweils um dasselbe Tier handelte, welches die verschiedenen Standorte abwechselnd nutzte.

Dass keine weiteren Fledermäuse an anderen potenziell interessanten Standorten festgestellt werden konnten, deutet darauf hin, dass derzeit keine grösseren Vorkommen in Schaffhausen existieren und kein Schaffhauser Nachwuchs der Grossen Hufeisennase zu erwarten ist.

Zweite Grosse Hufeisennase nachgewiesen

Diesen Frühling findet wieder ein Monitoring in Schaffhausen statt, das die Anwesenheit der Grossen Hufeisennase im April schon das vierte Jahr in Folge bestätigen konnte. Zusätzlich wurde eine automatische Wildtierkamera installiert, mit der schon nach wenigen Tagen der erste bildliche Nachweis der Grossen Hufeisennase im Kanton Schaffhausen gelang. Dabei stiessen die Fledermausschützer auf eine Überraschung: Beim fotografierten Tier, das sich gemeinsam mit einer Gruppe von Wasserfledermäusen in einem Kanalschacht aufhält, handelt es sich nicht um das Weibchen, das 2023 ursprünglich in Baden-Württemberg entdeckt wurde.

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Die Grosse Hufeisennase (oben im Bild) mit einer Gruppe von Wasserfledermäusen (unten im Bild) in ihrem Quartier in einem Kanalschacht, aufgenommen von einer automatischen Wildtierkamera im April 2026. Bild: Hansueli Alder

Das sei klar daran zu erkennen, dass das fotografierte Exemplar nicht beringt sei, so der Kanton. Hingegen konnte das 2023 beringte Weibchen auch im vergangenen Winter wieder im Winterquartier in der deutschen Nachbarschaft entdeckt werden. Das sei ein Hinweis darauf, dass der Lebensraum im Raum Schaffhausen «ein gewisses Potenzial für die Grosse Hufeisennase bietet», so Jeannine Klaiber, Leiterin der Regionalen Koordinationsstelle Fledermausschutz Schaffhausen.

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