Ein Tag mit dem Bestattungsamt Schaffhausen: Was passiert, wenn ein Mensch stirbt

Ralph Denzel | 
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Ein Tag beim Bestattungsamt Schaffhausen: Zwischen Trauer, Respekt und Dankbarkeit. Bilder/Collage: Ralph Denzel

Ich begleitete das Bestattungsamt Schaffhausen einen Tag lang – und erlebte, wie viel Würde, Organisation und Menschlichkeit hinter dem Tod stecken.

 
«Der Tod ist nichts, worauf man sich konzentriert. Wir denken nie daran, bis es passiert.»
Bela B., Letzter Tag
 

Es ist ein regnerischer Tag, als ich am Morgen vor den Türen des Bestattungsamts Schaffhausen stehe. Ich brauche eine Weile, ehe ich mich durchringe, die Klinke herunterzudrücken und einzutreten. Irgendwie ist die Vorstellung von dem, was mich dort heute erwartet, so weit weg, dass ich sie noch nicht greifen kann – und auch eine gewisse Angst spielt mit rein.

 
Die Einsegnungshalle auf dem Waldfriedhof in Schaffhausen.
 

Ich will die Männer, die dort arbeiten, einen Tag lang begleiten. Mir ist klar: Näher werde ich dem Tod wohl erst wieder kommen, wenn ich selbst in irgendeiner Weise davon betroffen bin. Und wie die meisten Menschen schiebe ich das Thema «Tod und Sterben» normalerweise weit weg von mir.

Es gibt Reportagen im Leben eines Journalisten, an die man sich erinnert. Manche sind emotional aufwühlend, manche spannend und manche einfach nur schön.

Als ich mich aufraffe, die Klinke herunterzudrücken und einzutreten, ahne ich noch nicht: Diese Reportage wird alle drei Punkte erfüllen. Und ich werde viele Erkenntnisse über das Tabuthema «Tod» mitnehmen.

 

Der Tod ist viel Organisation

 

Leo Müller, Leiter des Bestattungsamts, begrüsst mich freundlich, bietet mir einen Kaffee an, den ich ablehne. Er wirkt nicht, wie man sich landläufig einen Bestatter vorstellt. Er lächelt, macht beim Rausgehen einen Witz mit einem Kollegen, der unten den «Schalter» besetzt. Das ist für manche Schaffhauserinnen und Schaffhauser wohl der erste Kontakt, wenn sie sich mit dem Tod befassen müssen. Wer beim Bestattungsamt anruft, kommt dort an. Zusammen gehen wir über das Gelände zum Krematorium. Dort treffe ich Thomas Jäckle und Marco Gentile, die gerade über einigen Papieren sitzen und sich unterhalten. Auch diese beiden begrüssen mich freundlich, lachen während der Arbeit. Schnell wird klar: Wer mit dem Tod täglich zu tun hat, der bekommt auch eine andere Einstellung dazu.

Das Gebäude, in dem wir uns befinden, ist gross und weitläufig. In einer Ecke sind bereits mehrere Särge aufgestellt, bereit, genutzt zu werden. Durch ein Fenster kann man auf den Waldfriedhof sehen.

Für Jäckle steht an diesem Tag eine Überführung nach Winterthur an. Das Krematorium in Schaffhausen ist ausser Betrieb, weswegen Feuerbestattungen in der Eulachstadt durchgeführt werden müssen. Gleich zwei Verstorbene sind bereits im Leichenwagen der Stadt eingeladen. Ich darf den Transport begleiten.

 
«Viele sagen, du bist Bestatter, du hast viel mit Toten zu tun. Der grösste Teil ist eher das Büro und alles, was ringsherum ist.»
Thomas Jäckle, Bestatter
 

Auf einem Schreibtisch liegen in mehreren Ablagen zig Papiere. Totenscheine, Namenslisten, Terminlisten, Formulare … «Die Bürokratie ist mehr als der eigentliche Kontakt mit dem Verstorbenen», sagt Jäckle dazu. «Viele sagen, du bist Bestatter, du hast viel mit Toten zu tun. Der grösste Teil ist eher das Büro und alles, was ringsherum ist.»

Nachdem wir uns in Winterthur angemeldet haben, fahren wir los.

Auf dem Weg erfahre ich mehr über meinen heutigen «Arbeitskollegen». Dieser war lange Jahre in Singen Bestatter, ist erst seit Oktober in Schaffhausen. «Ich habe mir das damals sehr genau angeschaut, bevor ich mich für diesen Beruf entschieden habe», erinnert er sich. Heute ist er froh über seine Entscheidung. «Man bekommt so viel zurück, etwa Dankbarkeit, und man kann Angehörigen ein Stück weit helfen.» Auch sei der Beruf so vielfältig. Man brauche Kreativität, handwerkliches Geschick, aber auch kaufmännisches Wissen.

 

Der Tod ist sehr individuell

 

Mittlerweile sind wir in Winterthur auf dem Friedhof Rosenberg angekommen. Der Weg zum Krematorium führt durch eine alte, lange Bunkeranlage.

Die Wände sind dick und es ist erstaunlich kühl. Wir werden begrüsst von Alfred «Fredy» Baumgartner, der die beiden Verstorbenen in Empfang nimmt. Wobei sie hier nicht mehr «Verstorbene» sind, sondern «Gäste», wie er mir erklärt. So werden sie dann auch auf dem weiteren Weg behandelt. Nicht wie Dinge, die abgearbeitet werden müssen, sondern wie Gäste, denen man den, meist kurzen, Aufenthalt hier so angenehm wie möglich gestalten will. Das bedeutet in diesem Fall: die letzten Wünsche der Verstorbenen ehren, soweit das möglich ist.

 

Einblicke ins Krematorium in Winterthur

 
Der Bestatter Thomas Jäckle (rechts) bringt einen «Gast» nach Winterthur ins Krematorium.
Der Bestatter Thomas Jäckle (rechts) bringt einen «Gast» nach Winterthur ins Krematorium.
Alfred «Fredy» Jäckli registriert den neuen «Gast».
Die Halle, wo die Personen kremiert werden, ist extra offen gehalten. Baumgartner: «Wir haben nichts zu verbergen.»
So ein Stein muss in jeden Sarg mit hinein. Damit ist jede Person eindeutig zu identifizieren.
Hier fährt der Sarg ein.
Ein «Gast» wartet auf seine letzte Reise.
Über diese Schalttafel kann man die Einäscherung kontrollieren.
Die Rückseite des Ofens.
In diesen Auffangbehältern wird die Asche gesammelt.
 
 

Er führt mich durch die langen Gänge, über einen breiten Aufzug geht es nach oben in den Kremationsraum. Dieser ist eine riesige Halle, die an der einen Seite komplett verglast ist. Jeder kann reinschauen, wenn ein Sarg hineinfährt. «Das ist absichtlich», erklärt Baumgartner. «Wir haben nichts zu verbergen, und das darf auch jeder sehen.»

Der Ofen ist gerade in «Benutzung». Bis zu 1200 Grad heiss kann es im Inneren werden. Durch ein Bullauge, das Baumgartner mir zeigt, kann ich einen Blick darauf werfen. Das Feuer hat bereits ganze Arbeit geleistet. Von dem «Gast» darin sind nur noch Umrisse zu erkennen. Für mich ist es eine bedrückende Vorstellung, wenn ich mir vorstelle, dass ich darin liegen würde.

Wie will man nach seinem Tod gehen? Auch Baumgartner hat sich darüber seine Gedanken gemacht. «Ich werde mal kremiert», sagt er und lacht. Liegt das an seinem Job? Nein: «Ich habe Platzangst, will nicht irgendwann in der Erde in einer Holzkiste eingesperrt sein. Hier kann ich dann einfach aufsteigen», seine Hand geht bei diesen Worten in Richtung der Kamine, die leise oberhalb des Ofens Rauch ausstossen.

Das Krematorium in Winterthur besteht aus drei Kammern. 2,5 Stunden dauert es, bis von einem Menschen nur noch kalkige Knochenstücke und Operationsrückstände wie künstliche Hüftgelenke oder Schrauben zurückbleiben.

 
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Diese werden ausgefiltert und dann speziell recycelt. Baumgartner zeigt mir die Tonne, in der diese Dinge gelagert werden. Später, wieder in Schaffhausen, zeigt man mir, was am Ende der Kremation von einem Menschen noch übrig bleibt. Es ist ein seltsames und surreales Gefühl, auf diese Überreste zu blicken und zu wissen: Das war mal eine Person.

 
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In Winterthur, wie in Schaffhausen, landen die Überreste nach der Kremierung in einer Art Auffangbehälter.

In der Nähe eines der beiden Krematoriumsöfen steht ein solcher, der mit ein wenig Asche gefüllt ist. Ob das ein Gast war, will ich wissen. Das Wort wiegt auf meiner Zunge weniger schwer als «Verstorbener» und macht die Sache leichter, wie ich merke. Baumgartner schüttelt den Kopf. «Das ist ein Sonderwunsch von einem Gast. Das ist die Asche von seinem Haustier und er wollte unbedingt mit diesem zusammen beerdigt werden.» Herrchen würde bald wieder mit seinem Tier vereint sein, so Baumgartner.

Solche Wünsche sind nicht aussergewöhnlich. Meistens versuche man, diese so gut es geht zu erfüllen. Manche müsse man aber auch ablehnen. «Ein leidenschaftlicher Angler wollte mal mit seiner Angel kremiert werden – das ging leider nicht», erinnert sich Baumgartner. Anders sah es bei dem Wunsch einer Frau aus: «Diese hatte ihr Bein verloren und hat uns gebeten, nur das Bein zu kremieren. Wenn sie dann mal sterben sollte, wollte sie die Asche ihres Beins wieder in ihre eigene schütten, damit sie wieder ‹komplett› ist.»

 

Der Tod ist dem Leben sehr nahe

 

Später geht es wieder zurück nach Schaffhausen. Kaum sind wir jedoch dort angekommen, klingelt das Telefon. Am anderen Ende ist ein Pflegeheim, das uns mitteilt, dass ein Bewohner verstorben sei. Es geht also direkt weiter.

 
Marco Gentile (links) lädt einen Sarg ein, ehe wir zu einem Altenheim in der Stadt Schaffhausen fahren, um einen Verstorbenen abzuholen.
 

Auch wenn die Arbeit für Jäckle und seine Kollegen in gewisser Weise «Routine» ist, so ist ihm doch wichtig zu erwähnen: «Jeder Verstorbene wird behandelt, als wäre es der eigene Angehörige.» Wobei das Wort «Routine» nicht gern gehört wird im Bestattungsamt. «Das darf es nicht sein, denn jeder Mensch ist einzigartig und muss auch so behandelt werden.»

Als wir beim Altenheim ankommen, parken wir in einer Garage. Ob ich mithelfen will, fragt Jäckle mich und ich nicke. Ich war beim Rettungsdienst, habe dort mehr als einen Toten gesehen. Aber, so makaber das klingt: Es gibt einen gewaltigen Unterschied – wenn ein Mensch tot war, war meine Arbeit damals «beendet». Hier fängt sie erst an.

Am Empfang des Altenheims wartet man schon auf uns. Der Verstorbene, ein Mann von 99 Jahren, sei im Aufbahrungsraum. Die Frau am Empfang händigt uns den Schlüssel aus.

Als wir den Raum betreten, ist es wahnsinnig still darin, zumindest kommt es mir so vor. Kein Atemgeräusch, kein Surren von Lichtern an den Decken. Nur der Verstorbene, der mal Träume, Wünsche, Vorlieben und Abneigungen hatte. Dieser liegt auf einem Bett, die Hände gefaltet und die Augen geschlossen. Er wirkt ruhig, fast entspannt.

Gleichzeitig werde ich das Gefühl nicht los, dass der Verstorbene auf mich mehr wie eine Puppe wirkt, eine leere Hülle. Vorsichtig betten wir ihn zusammen mit ein paar Pflegerinnen in den Sarg und bringen ihn in den Leichenwagen.

Als wir nochmals zum Empfang gehen, sehe ich die anderen Bewohnerinnen und Bewohner des Heims lachen, Kaffee trinken und Scherze reissen. An diesem Tag findet dort eine Fasnachtsparty statt. Manche tragen bunte Federboas, sind leicht geschminkt. Wahrscheinlich haben sie gar nicht mitbekommen, dass wir gerade einen Mitbewohner abgeholt haben. Das Leben geht hier weiter, während ein anderes gerade geendet hat. Freude und Abschied habe ich selten so nahe beieinander erlebt.

 

Der Tod ist Würde und Respekt

 

Zurück im Bestattungsamt, wird der Mann aufgebahrt. Das übernimmt Marco Gentile. Zusammen gehen wir in den Raum, wo die Angehörigen noch einmal Abschied nehmen können. Dieser ist klein und mit Holz verkleidet. Die Tür dafür ist per Zahlencode gesichert. Wer will, kann diesen beim Bestattungsamt erfahren.

Zwischen dem Verstorbenen und den Angehörigen, die vielleicht noch einmal Abschied nehmen wollen, gibt es keine Glasscheibe. Wenn man will, kann man ihn noch einmal anfassen. Für manche mache das den Abschied erst wirklich greifbar, so Gentile. Wir betten den Kopf des Verstorbenen vorsichtig auf ein Kissen, dann hält Gentile inne. «Ich sehe den Mann, sein schickes Hemd, und denke mir, dass er auch im Leben ein gepflegter Mann war», sagt er. Er sieht auf einen Knopf, der nicht geschlossen ist, knöpft diesen zu und streicht das Hemd glatt, ehe er auch die Haare, die während des Transports etwas unordentlich wurden, mit einer Bürste wieder glattkämmt.

 
«Wenn wir einen Fehler machen, können wir es beim nächsten Mal besser machen, für die Angehörigen gibt es aber keine zweite Chance, denn man verabschiedet sich von diesem geliebten Menschen nur einmal.»
Marco Gentile, Bestatter
 

«Du hast für alles eigentlich nur eine Chance in diesem Beruf», so Gentile. «Wenn wir einen Fehler machen, können wir es beim nächsten Mal besser machen, für die Angehörigen gibt es aber keine zweite Chance, denn man verabschiedet sich von diesem geliebten Menschen nur einmal.» Daher müsse auch alles perfekt sein, so wie bei diesem Herrn. Ich betrachte ihn eine Weile und fühle eine Ruhe, die sich scheinbar auf ihn gelegt hat. Er wirkt friedlich und zufrieden.

Er betrachtet den Mann noch einmal. «Viele sagen, das sei doch nur noch eine Hülle. Für mich ist es immer noch ein Mensch, der eine Würde hat», erklärt er.

Binnen sieben Tagen wird der Mann auf dem Waldfriedhof beerdigt werden. Er hat sich eine Erdbestattung gewünscht. So schreibt es die Friedhofs- und Bestattungsordnung des Kantons vor. Auch Personen, die eine Feuerbestattung wünschen, müssen innerhalb der Sieben-Tage-Frist kremiert werden. Eine Abdankungsfeier kann dann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

 

Der Tod kennt keine Religion

 

Wer über den Schaffhauser Waldfriedhof geht, findet auch ein muslimisches Grabfeld. Alle Gräber sind dort extra in Richtung Mekka ausgerichtet. Für diese ist beim Abschied besonders wichtig, dass man den Verstorbenen waschen kann, bevor er beerdigt wird. Dafür gibt es einen speziellen Raum, den mir Gentile danach zeigt, unmittelbar in der Nähe der Aufbahrungsräume.

Der Raum ist hell, in der Mitte steht ein grosser Edelstahltisch, wie man ihn am ehesten aus Obduktionsräumen in Krimiserien kennt. «Hier ist man ungestört und kann sich gebührend verabschieden», erklärt Gentile. Auch hier können die Verstorbenen in Richtung Mekka schauen. Mit einem Tritt auf ein Pedal am Boden beginnt die Metallliege zu schwingen und Gentile dreht sie in Richtung Osten.

 
 
 

Wieder eine kleine Geste, die aber für die Angehörigen viel bedeuten kann und sicher auch dem Verstorbenen gefallen hätte. Nur weil man tot ist, heisst es nicht, dass man deren Wünsche nicht mehr erfüllen muss.

Überhaupt versucht man, soweit es die Bürokratie zulässt, jegliche religiösen Bräuche und Wünsche zuzulassen. «Wenn, dann scheitern Wünsche meistens an Vorschriften», sagt Jäckle dazu.

 

Der Tod ist mehr als wir verstehen

 

Der Tag neigt sich dem Ende zu. Es fühlt sich surreal an, was ich heute alles erlebt habe. Ich bin dankbar, dass ich einige Menschen auf ihren letzten Wegen ein bisschen begleiten durfte, für die Einblicke, die ich bekommen habe, aber gleichzeitig sind noch so viele Fragen in meinem Kopf.

Eine der drängendsten ist wohl: Wenn man jeden Tag mit dem Tod zu tun hat, macht er dann noch Angst? «Der Tod an sich nicht, aber der Weg dorthin vielleicht», sagt Jäckle. Es gebe viele Wege zum Sterben. Vor dem Sterben an sich aber eher nicht. Sein Kollege nickt. «Man hat immer das Gefühl, der Tod ist so schlimm. Man will nicht darüber reden», so Gentile.

Dabei sei gerade das so wichtig. «Ich habe bei uns schon Familien zerbrechen sehen, weil sie nie über den Tod gesprochen haben und sich dann nicht einigen konnten, was der Verstorbene will», sagt Gentile. Je klarer man aber seine Wünsche nennen würde, desto einfacher sei es später auch für die Angehörigen.

«Sterben will gelernt sein», so der Bestatter. Wichtig dabei sei es, sich im Vorfeld zu informieren, was bei einem Sterbefall zu beachten ist. Das Bestattungsamt biete auch immer wieder Führungen zum Thema Tod an.

 
Eine Statue auf dem Waldfriedhof.
 

Ich denke an die Aussage von Thomas Jäckle, die er mir am Anfang des Tages gesagt hat. «95 Prozent der Verstorbenen wirken sehr friedlich.» Ist das, weil sie mehr wissen als wir? Oder ist das einfach nur ein biologischer Prozess, dass die Muskeln sich nach oben ziehen?

Gentile erinnert sich da an eine Geschichte. «Wir hatten mal einen Verstorbenen, der in einem Altenheim lebte. Dort hatte er einen besten Freund. Vor seinem Tod hat er zu diesem gesagt: ‹Wenn ich vor dir sterbe und es ist dort schön, wo ich hinkomme, gebe ich dir Bescheid, dass du auch kommen kannst.›» Die beiden Männer starben mit genau einem Tag Abstand.

Jäckle erzählt die Geschichte von einer Kremation. «Eine Familie hatte ihre kleine Tochter verloren. Als sie kremiert wurde, sagte die Mutter zu mir: ‹Jetzt kann sie aufsteigen.›»

Für mich endet der Tag. Direkt am Abend spreche ich mit meiner Familie, was ich mir mal wünsche, wenn es bei mir so weit ist, auch wenn sie das nicht gerne hören. Aber es muss sein.

Der Tod gehört schliesslich zum Leben dazu.

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Kommentare (1)

[email protected] Do 19.03.2026 - 08:05

Danke für diesen schönen Artikel. Vor ein paar Wochen waren wir mit dem Tod unserer Mutter konfrontiert. Sie starb im Kantonsspital Schaffhausen. Deshalb möchte ich kurz erwähnen, dass sie sich gewünscht hatte, in ihr Heimatland (Italien) überführt zu werden. Dank der Unterstützung im Kantonsspital und der vorbildlichen Arbeit des Bestatters, der sie abholte, konnten wir ihr diesen Wunsch erfüllen und ihn nicht als Belastung wahrnehmen, sondern von allen Seiten als Liebesdienst unserer Mutter gegenüber. Im Gespräch mit Bekannten habe ich erfahren, dass viele Angehörige, die aus anderen Ländern stammen, diese Überführung wünschen. Für uns war es dank der Unterstützung des Kantonsspitals und des Bestattungsamt eine sehr positive Erfahrung. Danke!

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