Sturmtief «Amy» führt zu sieben Einsätzen in Schaffhausen
Der erste Herbststurm fegte über Nordwesteuropa hinweg, er brachte neben Sturmböen auch viel Regen mit. Schaffhausen indes blieb trotz einiger Einsätze von grösseren Schäden verschont. Und nach dem Sturm wird es diese Woche wieder schön.
Der erste Herbststurm in diesem Jahr hat in Schaffhausen nur geringe Schäden verursacht. Während «Amy» – so der Name des Sturmtiefs, das am Wochenende über Nordwesteuropa mit Böen von 100 Kilometern pro Stunde hinweg fegte – für Stromausfälle in Irland und Frankreich sorgte, kam die Region relativ glimpflich davon.
Im Laufe des Samstags seien insgesamt sieben Meldungen bei der Polizei eingegangen, sagte Polizeisprecherin Bianca Gähweiler auf Anfrage. Gerufen wurden die Behörden, weil eine Tafel und mehrere Abdeckungen von Baustellen weggeweht wurden. Auch herabstürzende Ziegel am Dach eines Hauses in Schaffhausen haben zu einem Einsatz geführt, ebenso musste eine umgewehte mobile Toilette wieder aufgestellt werden. In der Mühlentalstrasse sei eine Baumkrone abgebrochen, berichtet die Polizeisprecherin weiter. Auch einen Baum am beim oberen Känzeli am Rheinfallweg hat es erwischt. Bereits am Sonntagmorgen jedoch wurde der abgebrochene Baumstamm von seinen Ästen entledigt, sodass der Weg wieder zugänglich sei, schreibt uns SN-Leser Christoph Hauser.
Personen seien, laut Gähweiler, nicht zu Schaden gekommen. Auch haben die Behörden keinerlei Meldungen von den Herbstfesten erhalten, sodass man davon ausgehe, dass es dort keine grösseren Probleme gab. Ennet der Grenze zwischen Singen und Radolfzell hat ein umgefallener Baum für mehrere Stunden den Nahverkehr lahmgelegt. Aufgrund eines Oberleitungsschadens beim Haltepunkt Böhringen-Rickelshausen verkehrt auch noch im Laufe des Montags die S6 (Seehas) zwischen Singen (Hohentwiel) und Radolfzell nur eingleisig. Dadurch komme es zu Verzögerungen, teilt die SBB auf ihrer Webseite mit.
Schneefallgrenze sinkt deutlich
Vor dem Sturm kam es am Samstag schweizweit kurzzeitig auch zu sehr milden Temperaturen: Aufgrund des Föhneffektes wurde in der Region Thun die schweizweit höchste Temperatur von 24 Grad gemessen, laut MeteoSchweiz. Im Laufe des Nachmittags jedoch brachte «Amy» neben starken bis stürmischen Böen auch auf den Bergen Orkanböen von bis zu 140 Kilometern pro Stunde. Die Kaltfront sorgte nicht nur für Wind, sondern hatte auch einiges an Niederschlag mit im Gepäck. Bis Sonntagmorgen kamen im Flachland etwa 2 bis 10 Millimeter, am Alpennordhang 10 bis lokal 30 Millimeter zusammen. Mit dem Einfliessen der Kaltluft ist auch die Schneefallgrenze deutlich gesunken, so war es am Sonntagmorgen oberhalb von etwa 1500 Metern stellenweise leicht angezuckert.
Auf der Rückseite der Kaltfront liessen die Niederschläge am Samstagabend rasch nach, und die Bewölkung lockerte sich vor allem im Flachland auf. Dies sorgte – zumindest stellenweise – für eine wunderschöne Abendstimmung, bevor in der Nacht mit dem Einfliessen der Höhenkaltluft weitere Schauer folgten.
Nach dem Sturm kommen bessere Aussichten: In den nächsten Tagen wird es in Schaffhausen einen Sonne-Wolken-Mix geben. Der Regen macht Pause, und die Temperaturen liegen zwischen 16 und 17 Grad.