Gefahr für Bienenvölker: Erstes Nest der Asiatischen Hornisse im Kanton Schaffhausen entdeckt

Saskia Baumgartner | 
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Die Asiatische Hornisse ist an ihrem hauptsächlich schwarzen Hinterleib zu erkennen. Das Foto wurde 2021 in Hamburg aufgenommen. Bild: KEYSTONE/DPA/Axel Heimken

Die eingewanderte Asiatische Hornisse breitet sich in der Schweiz aus – und wurde nun erstmals in der Region nachgewiesen. Der Kanton Schaffhausen will die Hornisse, die Bienen bedroht, rasch wieder loswerden.

In Deutschland haben Asiatische Hornissen am vergangenen Wochenende Wanderer angegriffen. Mehr als 20 Menschen sind in einem Wandergebiet in Rheinland-Pfalz gestochen worden, heisst es in mehreren Medienberichten. Im betreffenden Waldstück seien mehrere Nester entdeckt worden. Von solchen Schreckensszenen ist man im Kanton Schaffhausen weit entfernt. Dennoch ist man besorgt darüber, dass die Asiatische Hornisse nun auch hier erstmals nachgewiesen wurde. Allerdings weniger aufgrund ihrer Bedrohung für den Menschen.

Beliebte Beute: Schwache Bienenvölker

Die aus Südostasien eingeschleppte Hornissenart ist vielmehr dafür bekannt, dass sie Bienenvölker angreift, wie das Interkantonale Labor (IKL) in einer Medienmitteilung schreibt. Sie sei daher bei Imkern gefürchtet. Roman Fendt, Fachbereichsleiter Lufthygiene und Biosicherheit beim IKL, erklärt, dass die Asiatische Hornisse dabei vor allem für schwache, bereits angeschlagene Völker gefährlich werden kann.

Der Neunkircher Hornissenexperte Andi Roost nahm in einem Gespräch mit den SN im Herbst 2024 darum auch die Imker in die Pflicht. Die Gefahr würde durch jene Imker begünstigt, die ihren Völkern zu wenig Sorge trügen: «Sind die Bienen geschwächt, sind die Feinde auch da. Ein schwaches Bienenvolk kann sich nicht mehr verteidigen», sagte Roost damals.

Nest in 20 Meter Höhe

Der Erstnachweis der Asiatischen Hornisse in der Region war dabei nur eine Frage der Zeit, sind die Tiere doch seit 2017 in der Schweiz auf dem Vormarsch. Das erste Nest im Kanton Schaffhausen wurde im August im Neuhauser Rundbuck entdeckt. Gemäss Roman Fendt war es mehrere Kilos schwer und befand sich etwa in 20 Metern Höhe in einem Baum. Um die Tiere zu vernichten, wurde eine Taskforce beigezogen. Es wurde Aktivkohle eingesetzt, die mit einer langen Lanze in das Nest eingebracht wurde. Durch den sehr feinen Staub wird die Schutzschicht der Tiere zerstört und die Tiere vertrocknen innerlich, sagt Fendt.

Das Nest im Rundbuck wurde in 20 Meter Höhe entdeckt. Bild: Roman Fendt

Fendt erklärt, dass es wichtig sei, rasch gegen die Asiatische Hornisse vorzugehen. Sei die Verbreitung bereits weit vorangeschritten, wie etwa in Südfrankreich, wo die Art europaweit 2004 erstmals nachgewiesen wurde, könne man diese praktisch nicht mehr eliminieren. Der Kanton Schaffhausen habe daher in Zusammenarbeit mit Zürich und dem Thurgau Vorbereitungen getroffen, «um diesen ungebetenen Gast mög­lichst schnell wieder loszuwerden», wie das IKL schreibt. Für die drei Kantone ist eine Person dafür zuständig, sich um eingehende Meldungen aus der Bevölkerung zu kümmern. Bereits wurden die Imkerinnen und Imker der Region informiert. «Dadurch haben wir schon ein sehr gutes Beobachtungsnetzwerk», sagt Fendt.

«Jetzt ist die wichtigste Phase, um die Ausbreitung zu verhindern.»

Roman Fendt

Gerade in den kommenden Tagen und Wochen sei es wichtig, die Augen offenzuhalten. «Jetzt ist die wichtigste Phase, um die Ausbreitung zu verhindern», so Fendt. Denn die Asiatische Hornisse baue zwei Nester: ein kleineres im Frühling, das sich häufig im Siedlungsgebiet in Bodennähe befindet. Das grössere Nest folge im Spätsommer und Herbst und hänge meist in Baumkronen. In diesem werden einige Hundert Jungköniginnen produziert, sagt Fendt. Diese Vermehrung gelte es zu verhindern.

Wer eine auffällige Hornisse sichtet – die Asiatische hat ein eher schwarzes Hinterteil im Vergleich zur Europäischen Hornisse – soll sich unter www.asiatischehornisse.ch melden. Das IKL empfiehlt zudem, sich mindestens fünf Meter von Nestern fernzuhalten.

Der Unterschied zwischen der eingeschleppten Hornisse und der heimischen Europäischen Hornisse. Bild: Carine Vogel /www.asiatischehornisse.ch

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