Claudia Eimer soll den SVP-Sitz holen

Autor
Zeno Geisseler

Sämtliche Anläufe der SP, ihren vor 17 Jahren verlorenen zweiten Sitz in der Schaff­hauser Kantonsregierung ­zurückzuerobern, sind ­gescheitert. Jetzt nimmt eine neue Kandidatin Anlauf.

Claudia Eimer (r.) hat die Nomination der Schaffhauser Sozialdemokraten geholt und muss nun gegen die SVP antreten. Gabriela Buff (l.) hatte das Nachsehen. Bild: Zeno Geisseler

Kurt Zubler, Werner Bächtold, Matthias Freivogel: In den Reihen der Schaffhauser SP gibt es einige verhinderte Regierungsräte. Weder bei Gesamterneuerungswahlen noch bei Ersatzwahlen ist es den Sozialdemokraten in den letzten 17 Jahren gelungen, ihren im Jahr 2000 verlorenen zweiten Sitz in der Kantonsregierung wieder einzuheimsen. Das höchste der Gefühle war eine nominelle Wahl und dann ein Ausscheiden als Überzähliger.

Jetzt nimmt die SP einen neuen Anlauf: Sie will den Sitz der zurücktretenden SVP-Finanzdirektorin Rosmarie Widmer Gysel übernehmen. Der grosse Unterschied zu früheren linken Kampfkandidaturen: Dieses Mal soll eine Frau den lange ersehnten linken Wahlsieg herbeiführen.

Gleich aus zwei Kandidatinnen, Claudia Eimer aus Stein am Rhein und Gabriela Buff aus Hallau, konnten die SP-Delegierten gestern Abend an ihrer Versammlung im Schaffhauser «Rüden» auswählen.

Dass die SP zwei Frauen portieren würde, war nicht selbstverständlich. Als es vor einem Jahr um die Nachfolge von SP-Regierungsrätin Ursula Hafner-Wipf ging, fanden die Sozialdemokraten keine geeignete Frau in ihren Reihen. Nominiert wurden schliesslich Kurt Zubler und Walter Vogelsanger. Letzterer wurde gewählt.

Buff wie Eimer traten mit engagierten Voten an die Delegierten heran. «Es ist nicht aussichtslos, auch im SVP-Land gut abzuschneiden», sagte Buff. Sie verwies auf ihre erfolgreiche Zeit als Gemeinderätin in Hallau. Nur ein Gemeinderatsmitglied habe damals noch mehr Stimmen geholt als sie – SP-Kollege Alfred Neukomm. Eimer verwies auf ihre Amtszeit als Steiner Stadtpräsidentin, wo sie sich gegen grosse Widerstände durchgesetzt habe: «Das Bashing und die Blockierung waren sehr behindernd, doch es gelang meinen Gegnern nicht, mich aus dem Amt zu wischen.»

Inhaltlich gab es viele Gemeinsamkeiten. Eimer wie Buff betonten etwa, wie wichtig die Bildung sei und der Ausbau der Tagesstrukturen. Beide setzten sich für den Ausbau des Kantons als nachhaltigen Wirtschaftsstandort ein und für einen guten öffentlichen Verkehr.

Nach der Vorstellung mussten die Kandidatinnen und die Medien den Saal verlassen. Kurz vor 22 Uhr gab Parteipräsident Daniel Meyer dann die Nomination bekannt: Claudia Eimer.

Gegen wen Eimer bei den Wahlen vom 26. November antreten wird, ist offen. Die SVP-Delegierten nominieren morgen Abend. Zur Auswahl stehen Cornelia Stamm Hurter aus Schaffhausen und SVP-Parteichef Pentti Aellig aus Dörflingen.

Parolen

Die SP hat gestern weiter auch die Parolen für die kantonalen Abstimmungen vom 26. November gefasst: Zur 7-to-7-Initiative der Alternativen Liste und dem Gegenvorschlag des Kantonsrats sagt sie Ja, beim Stichentscheid spricht sie sich für die Initiative aus. Ein SP-Ja gibt es auch für die Teilrevision des ­Gesetzes über die direkten Steuern.

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