Montassar D. ist wieder zurück in der Psychiatrie Reichenau: Gerichtstermin steht bevor
Anfang Dezember floh der verurteilte Straftäter Montassar D. aus der Psychiatrie Reichenau. Nach 20 Tagen wurde er von der Polizei in Italien aufgegriffen und sitzt nun wieder hinter geschlossenen Türen. Ende Januar entscheidet ein Richter über seine Zukunft.
1300 Kilometer hat Montassar D. in 20 Tagen ohne Geld und Handy zurückgelegt, nachdem er bei einem begleiteten Ausgang aus der Psychiatrie Reichenau seinen Aufpassern davonrannte. Seine Flucht endete in Salerno, einer Hafenstadt im Süden von Italien.
Das bestätigte Franz Klaiber, Direktor des Konstanzer Amtsgerichts, gegenüber dem «Südkurier». Wie er die weite Reise geschafft hat, ist noch unbekannt. Salerno dürfte sein Ziel gewesen sein, da es von dort aus eine Fähre gibt, die regelmässig nach Tunesien, seiner Heimat, fährt.
Der 20-Jährige kam als Asylsuchender nach Deutschland, wurde 2024 aber in die Reichenau eingeliefert, nachdem er versucht hatte, einen anderen Mann in einer Asylunterkunft in Trossingen mit einem Messer zu töten.
Nur weil D. wohl glaubte, sein Opfer sei schon tot, überlebte es am Ende doch. D. wurde mit einer paranoiden Schizophrenie diagnostiziert.
Richter entscheidet über sein Schicksal
Aufgrund seiner gewalttätigen Vergangenheit wurde nach seiner Flucht ein internationaler Haftbefehl ausgestellt, der von den italienischen Behörden vollstreckt werden konnte. Für die Übergabe an die deutschen Behörden reiste extra ein Polizist nach Italien.
Seit Mittwoch befindet sich D. nun wieder in der Psychiatrie Reichenau. Wie es für ihn weitergeht und ob er dauerhaft in der Reichenau am Bodensee bleibt, wird bei einer richterlichen Anhörung Ende Januar geklärt werden. D. wird dann auch ein Anwalt beigeordnet.