Dieses Duo spielt bestens zusammen

Luc Müller | 
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Organisieren die Kammermusiktage in der Bergkirche Büsingen: Michael Psczolla (links) und Christian Poltéra.Bild Bruno Bührer

Die Kammermusiktage in Büsingen sind legendär – jetzt feiert der Anlass bereits sein 25-Jahr-Jubiläum.

Locker sitzen die beiden auf der Kirchenbank in der Büsinger Bergkirche und haben sichtlich Spass: Michael Psczolla (64) und Christian Poltéra (39). Die beiden sind die prägenden Gesichter der Kammermusiktage Bergkirche Büsingen, die in diesem Jahr zum 25. Mal stattfinden. Psczolla, der als Landarzt in Gailingen tätig ist, ist ­Präsident des Vereins Musikfreunde Bergkirche Büsingen, der seit einem Vierteljahrhundert Kammermusik der Extraklasse in die kleine Bergkirche St. Michael bringt, die schon bald 1000 Jahre alt ist. Poltéra selber ist Cellist von Weltruf und seit fünf Jahren künstlerischer Leiter der Büsinger Kammermusiktage, die jeweils am letzten Wochenende im August von Freitag bis Sonntag fünf hochkarätige Konzerte bieten.

Spezielles Abendkonzert

Das kleine, aber feine Festival geniesst weit über die Grenzen hinaus einen aussergewöhnlichen Ruf. Nicht nur beim Publikum, sondern auch bei den Musikern. «Ich erzähle den Musikern, die ich für das Wochenende in Büsingen engagiere, von der unglaub­lichen Stimmung in der kleinen Kirche. Man ist nur wenige Zentimeter von seinen Kritikern entfernt», schwärmt Poltéra, der jeweils auf seinem bekannten Stradivari-Cello Mara spielt. «Das Publikum hört interessiert zu. Das spürt man als Musiker hier. Zudem gibt es ­jeweils um 22 Uhr ein Abendkonzert in der Kirche. Das habe vorher auch noch nie erlebt», berichtet der 39-jährige Starcellist, der weltweit selber schon an den berühmtesten Konzertorten gespielt hat. Vor Jahren hat Poltéra selber in Büsingen gespielt und ist dem Charme der Kirchenatmosphäre erlegen. In der Kirche finden in den Konzerten rund 200 Zuhörer Platz.

Zusammenspiel passt

«Wir haben uns damals sofort verstanden. Die Chemie hat gestimmt», erinnert sich Michael Psczolla. Und so hat der Landarzt den Cellostar 2013 ­angefragt, ob er musikalischer Leiter werden wolle. «Ich habe kurz gezögert. Denn ich bin kein guter Organisator. Die Organisation liegt nun ganz bei ­Michael. Ich habe den Luxus, dass ich die Kür machen darf und mich nur um die Musik kümmern kann.» Ein Zusammenspiel, das anscheinend passt. «Es ist ein grosses Glück, dass Christian diese Aufgabe übernimmt. Wenn er Kollegen um einen Auftritt anfragt, hat das Hand und Fuss. Sonst müsste ich mich mit Agenturen herumschlagen und wäre nur einer von vielen», erklärt Psczolla, der als treibende Kraft die Kammermusiktage auf die Beine gestellt hat.« Ich fuhr immer an der Kirche vorbei, in der früher viele Hochzeiten, aber höchst selten Konzerte stattfanden. Ich habe mich in die Kirche verliebt und wollte regelmässig Konzerte dort veranstalten», so Psczolla. Gesagt getan.

Gestern stellte das Duo an der Hauptversammlung der Musikfreunde Bergkirche Büsingen das Programm für die Jubiläums-Kammermusiktage vor (siehe Box). Erstmals dabei sind Lars Anders Tomter, der zu den besten Violaspielern zählt, und der virtuose Violinist Ilya Gringolts. Er wird die «24 Capricen» von Paganini als kompletten Zyklus spielen – für Poltéra ein Höhepunkt der Kammermusiktage.

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