Exit International will neues Suizid-Halsband testen – und der Schweizer Ableger hat jetzt einen Schaffhauser Chef

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Nach der Todeskapsel soll ein deutlich kleineres Instrument folgen. Die Wirkung bleibt die gleiche. Bild: Keystone

Nach der Suizidkapsel Sarco kündigt der australische Sterbehilfe-Aktivist Philip Nitschke ein weiteres umstrittenes Projekt an, das erstmals in der Schweiz getestet werden soll. Zudem hat «The Last Resort» einen neuen Chef.

von Till Burgherr und Fabienne Jacomet

Exit International will in der Schweiz erneut ein Instrument zur Sterbehilfe testen. Das zeigen Recherchen des «Beobachters». Der Schweizer Ableger von Exit International, «The Last Resort», sorgte im September 2024 für Aufruhr, als er einer 64-jährigen Amerikanerin in Merishausen mit der Suizidkapsel Sarco zum Suizid verhalf. Nur kurz zuvor war der Einsatz der Kapsel von Bundesrätin und Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider als «nicht rechtskonform» bezeichnet worden.

Nun will Exit International ein «Suizidhalsband» testen.

Halsband funktioniert per Knopfdruck

Gegenüber dem «Beobachter» bestätigt Philip Nitschke, der die umstrittene Sterbehilfeorganisation Exit International leitet, nun, dass die Schweiz als Testort für das neue Hilfsmittel vorgesehen ist. Weitere Details wolle er an einer Pressekonferenz im Laufe dieses Monats bekannt geben. Für den geplanten Test stehe bereits eine Patientin aus den Niederlanden zur Verfügung.

Das Halsband «Kairos» soll laut Nitschke eine Alternative zu bestehenden Sterbehilfe-Methoden darstellen und Menschen ermöglichen, den Zeitpunkt ihres Todes selbst zu bestimmen. Dies geschieht offenbar per Knopfdruck.

Personelle Veränderungen bei The Last Resort

Die Recherche des «Beobachters» bringt zudem personelle Veränderungen bei «The Last Resort» ans Licht, bestätigt wird dies auch auf dem Handelsregisterauszug des Vereins. Der frühere Chef des Vereins, Florian Willet, sass Ende 2024 während 70 Tagen im Schaffhauser Gefängnis in Untersuchungshaft, da er verdächtigt wurde, in die vorsätzliche Tötung einer 64-jährigen Amerikanerin auf dem Merishauser Randen involviert zu sein. Nach der Haft nahm er sich das Leben. «The Last Resort» war nach dem Tod Willets kaum mehr aktiv. Nun wurde ein Nachfolger bestimmt: der 50-jährige Marc Dusseiler – geboren und aufgewachsen in Schaffhausen, wie Recherchen der SN zeigen. Dusseiler wuchs in der Stadt auf, besuchte die Kanti Schaffhausen und studierte Material- und Nanowissenschaften an der ETH Zürich.

Dusseiler bestätigt gegenüber dem Beobachter, in das Projekt eingebunden zu sein, betont jedoch, dass die operative Verantwortung bei Nitschke liege. The Last Resort stelle ausschliesslich Informationen zur Verfügung und begleite keine Suizide. Voraussetzung für Interessierte seien ein Mindestalter von 50 Jahren sowie uneingeschränkte Urteilsfähigkeit, die mittels Assessment überprüft werde.

Recherchen der SN im Geoportal Schaffhausen zeigen, dass Dusseiler der Besitzer der Hütte ist, neben welcher der Suizid mit der Kapsel Sarco stattfand. Eine Verbindung zu Nitschke bestand also schon damals.

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