Zecken haben Hochsaison: Wie Sie sich bei einem Stich richtig verhalten
Die Zecke ist in unserer Gesellschaft recht unbeliebt und das nicht ohne Grund. Ein Stich ist schmerzhaft und bringt ein Risiko für Infektionskrankheiten mit sich. Schaffhausen zählt als Risikogebiet.
Aus aktuellem Anlass haben wir in unserem Archiv gekramt und diesen Artikel für Sie neu aufbereitet. Wir wünschen interessante Lektüre!
von Neda Hofer
Mit dem Sommer beginnt auch die Zeckensaison und die Zecken bringen mehrere Risiken mit sich. Körperflüssigkeiten des Tiers können nämlich im schlimmsten Fall krankheitserregend sein. Der Stich des Spinnentiers mag vielleicht klein sein, kann aber schwere Folgen ¬haben
Infektionsgefahr
Die Zecken können Infektionskrankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Laut dem stellvertretenden Chefarzt der Klinik für Innere Medizin der Spitäler Schaffhausen, Markus Schneemann, ist es deshalb wichtig, sich bereits vor dem Aufenthalt im Freien genügend zu schützen. «Mediziner bieten eine angemessene Beratung, zum Beispiel Orte, die gemieden werden sollten, Kleidung oder Zeckenschutzmittel», sagt er. Zur Vorbeugung gegen FSME stehe ausserdem eine sichere und gut wirksame Impfung zur Verfügung. Diese sei für alle Personen ab drei Jahren empfohlen, welche einem Risikogebiet ausgesetzt sind. Gemäss einer Statistik des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zählt die ganze Schweiz, mit Ausnahme des Kantons Tessin, zum Risikogebiet.
Wer also öfters in Schaffhauser Wäldern spazieren geht, sollte Vorsichtsmassnahmen treffen.
Umgang mit Zeckenstichen
«Nach einem Aufenthalt im Wald, Unterholz und auf Wiesen ist es ratsam, die Haut nach Zecken abzusuchen», sagt Schneemann. Beliebte Einstichstellen sind gemäss der Website zecken-stich.ch Achselhöhlen, Schultern, Armbeugen, Bauchnabel und die Kniekehlen. Gefundene Zecken sollten mit einem Hilfsmittel entfernt werden. Dazu eignen sich am besten Zeckenzangen, Pinzetten oder Zeckenkarten. Die Entfernung der Zecke sollte möglichst zeitnah nach dem Stich passieren, denn: «Mit der Zeit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Krankheitserreger übertragen werden», sagt Schneemann.
Danach sollte die Stichstelle desinfiziert und beobachtet werden. Eine Markierung mit dem Stift kann dabei hilfreich sein. «Eine lokale Reaktion mit Rötung wie nach einem Insektenstich ist nach einem Zeckenstich nicht ungewöhnlich und sollte Sie nicht beunruhigen», sagt der Chefarzt. Entstehen Rötungen an anderen Stellen oder treten grippeähnliche Symptome auf, solle dringendst ein Arzt aufgesucht werden. Auch zur individuellen Risikoeinschätzung und bei Unsicherheit oder Fragen stehen Fachpersonen zur Verfügung.
Hinweis: Früher wurde die FMSE-Impfung für Personen, welche einem Risikogebiet ausgesetzt sind, ab sechs Jahren empfohlen – in einer früheren Version des Artikels wurde diese Zahl genannt. Die Impfempfehlung des BAG wurde unterdessen angepasst.