Wir werden älter – und was nun?

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Über das Alter und den richtigen Umgang damit wurde am Freitag in der Zimmerberghalle in Beringen lebhaft diskutiert.

VON ROLF HAUSER

Die Zimmerberghalle war mit über 250 Besuchern sehr gut besetzt, als Markus Müller, OK-Mitglied der Diskussionsveranstaltung, die Gäste begrüsste. Zum Podium eingeladen hatte die Stiftung Altersheim Ruhesitz Beringen, und gekommen waren ­Regierungsrätin Ursula Hafner-Wipf, Daniel Gysin, Heimleiter/Altersarbeit Beringen, Ivo Kolb, Präsident Spitex Klettgau/Randen, Albert Wettstein, ehemaliger Zürcher Stadtarzt, Gemeindepräsident Hansruedi Schuler sowie der bekannte Soziologe Peter Gross. Markus Müller wollte gleich zu Beginn wissen, ob die Aussage stimme, die vor einem Monat in einer grossen Tageszeitung zu lesen war, dass die Alters- und Pflegeheime aufrüsten würden? Beim Kanton verfolge man diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen.

Frauen werden besser damit fertig

Peter Gross brillierte in seinem Einleitungsreferat mit feinem Gespür für das Wesentliche. Es gehe nicht nur um die Integration. Es gehe darum, eine Gesellschaft zu schaffen, wo das Älterwerden im Mittelpunkt stehe. Wenn es keine alten Leute gebe, würde es auch keinen Ruhepol geben. Der Sinn der höheren Lebenserwartung sei, ab 65 Jahren über sich und unser Leben nachzudenken. Warum werde in der Regel der Mann vier Jahre weniger alt als die Frauen? Weil die Frauen besser fertig würden mit dem Alter. In einer modernen Gesellschaft dürfe es kein Rentenalter geben. Es solle jeder so lange arbeiten, wie er wolle und könne, denn «junge Besen kehren schnell, alte wissen aber, wo der Dreck liegt». Er habe aber noch nirgends Inserate gesehen, wo alte Leute gesucht würden. Viele Leute hätten Angst vor dem Altwerden und vor dem Alleinsein. Da könnte doch eine Altersdemenz auch eine Therapie sein, dass man gar nicht mehr wisse, dass man alt werde.

Die Zusammenarbeit fördern

Die Podiumsdiskussion drehte sich dann hauptsächlich auch um die Frage, wie wir älter werden. Daniel Gysin, Altersheimleiter Beringen, sagte, nicht das Pflegen im Altersheim stehe im Mittelpunkt, sondern die Lebensqualität der Menschen. Er plädierte für ein Modell, wo Altersarbeit, Spitex, Alters- und Pflegeheime eng zusammenarbeiten und alles aus einer Hand anbieten würden. Man solle dafür geeignete Wohnformen realisieren. Die Stiftung Ruhesitz Beringen habe bereits ein konkretes Projekt ausgearbeitet. Die Gesuche seien bei der Gemeinde Beringen, bedürften aber weiterer Abklärungen. Er sagte, in 30 Jahren seien Spitex und Altersheime nicht mehr getrennt, sondern eine Arbeitseinheit. Regierungsrätin Hafner-Wipf sagte, es gelte, die Gesellschaft umzubauen, und sprach sich für mehr Zusammenarbeit aus, anstatt für mehr Heime. Nur so könne kostendeckend und effizient gearbeitet werden. Ivo Kolb beschrieb die Wichtigkeit der Spitex und plädierte für das Zusammengehen der einzelnen Spitexgruppen. Und Albert Wettstein schliesslich brachte Beispiele aus dem Kanton Zürich, wo weniger Institutionen mehr bewirken würden.

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