Klang, Material, Partizipation: Manor Kunstpreis geht an Amanda Camenisch
Die in Schaffhausen aufgewachsene Künstlerin Amanda Camenisch wird mit dem Manor Kunstpreis Schaffhausen ausgezeichnet. Der Förderpreis ist mit einer Einzelausstellung im Museum zu Allerheiligen verbunden.
Amanda Camenisch wird für ihr Schaffen an der Schnittstelle von Installation, Skulptur, Klang, Film und Performance ausgezeichnet. Sie erhält den diesjährigen Manor Kunstpreis Schaffhausen. Gemäss Kuratorin Sarah Merten steht die Künstlerin für eine Praxis, die auf partizipative Ansätze und prozessorientiertes Arbeiten ausgerichtet ist.
Ihre Werke basieren häufig auf organischen Materialien wie Wachs, Pflanzen, Mineralien oder Textilien. Dabei entstehen Räume, in denen Prozesse von Transformation, Regeneration und Wahrnehmung erfahrbar werden, schreibt Merten.
Präzision und fundiertes Materialwissen
Die Arbeiten zeichnen sich laut Jury durch das Zusammenspiel von Material und Körper aus. Skulpturen fungieren als Resonanzkörper, in denen Energie zirkuliert und gespeichert wird. In Workshops, Performances und Klangarbeiten würden diese Installationen um performative Ebenen erweitert.
Die Jury hebt insbesondere die Verbindung von objekthafter, partizipativer und performativer Arbeit hervor. Camenischs Schaffen zeichne sich durch fundiertes Materialwissen, präzise handwerkliche Umsetzung und gesellschaftliche Relevanz aus. Soziale Fragestellungen bildeten dabei einen wesentlichen Ausgangspunkt.
Einzelausstellung und Publikation
Der mit 15’000 Franken dotierte Förderpreis ist mit einer Einzelausstellung im Museum zu Allerheiligen sowie einer Publikation verbunden. Die Ausstellung ist im Herbst 2027 geplant. Die Künstlerin erhält somit die Möglichkeit, ihre Arbeit erstmals umfassend in einem Museum zu präsentieren.
Camenisch lebt und arbeitet seit 2014 in London. Sie studierte Fotografie in Zürich (sfgz) sowie Sozialanthropologie und Kunst- und Kulturanthropologie in London. Weitere Impulse erhielt sie unter anderem an der Alternative Art School (TAAS) sowie während einer Künstlerresidenz am Svaram Music Institute mit Fokus auf Klang und Resonanz.
Ihre Arbeiten wurden bereits international gezeigt, etwa im Victoria and Albert Museum, in der Metroland Gallery London, im Museum of the Home sowie in der Vebikus Kunsthalle Schaffhausen. Sie ist mehrfach vom Arts Council England gefördert worden und erhielt den Community Engagement Prize.
