Nach Freispruch für «Bireweich»: Schaffhauser Staatsanwaltschaft zieht Urteil weiter

Fabienne Jacomet | 
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Influencer "Bireweich" (Mirco Casorelli) muss sich vor dem Schaffhauser Kantonsgericht verantworten., v.l. Mirco Casorelli, Eric Weber - Grossrat Basel-Stadt, Freitag, 19.06.2026, Schaffhausen (Roger Hofstetter/Schaffhauser Nachrichten)
Mirco Casorelli (l.) mit dem rechtsextremen Basler Politiker Eric Weber. Bild: Roger Hofstetter

Nachdem das Schaffhauser Kantonsgericht Mirco Casorelli alias «Bireweich» wegen Rassismus und Aufruf zu Hass freigesprochen hat, zieht die Schaffhauser Staatsanwaltschaft das Urteil weiter.

«Es gaht wiiter», sagt Influencer Mirco Casorelli alias «Bireweich» in seinem neusten Video in den sozialen Medien. «Ihr sind doch voll hangebliebe vo de Staatsawaltschaft.» Er sagt diese Worte, während er in die Kamera blickt und den Kopf schüttelt. Der Grund für das Video: Vor etwas mehr als einer Woche musste sich Casorelli vor dem Schaffhauser Kantonsgericht wegen Rassismus und Aufruf zu Hass verantworten. Er hatte Spieler der Schweizer Fussballnationalmannschaft in seiner Videoreihe «Singkontrolle» beim Singen der Nationalhymne beleidigt. Die Schaffhauser Staatsanwaltschaft hatte ihn deswegen verurteilt, er hatte den Fall aber weitergezogen – und wurde vom Kantonsgericht freigesprochen. Allerdings nur, weil das Merkmal der Rassendiskriminierung nicht erfüllt war.

Am Prozesstag waren viele Internetpersönlichkeiten zugegen, unter anderem auch der rechtsextreme Basler Politiker Eric Weber. Auch dafür wurde Casorelli kritisiert. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass es nicht heisse, er sei mit Personen wie Weber einig, nur weil er sich mit diesen abgebe. 

Die Natispieler jucke es nicht

Die Staatsanwaltschaft sagte am selben Tag gegenüber den SN, dass sie sich überlegen werde, Berufung anzumelden. Das ist nun geschehen. Und so sieht man sich vor Obergericht wieder. Ganz zum Ärger von Casorelli, der in seinem Video zum Rundumschlag gegen die Staatsanwaltschaft ausholt: «Ihr checkt gar nicht, dass mir das Follower bringt, Reichweite. Ihr schadet mir damit nicht, ihr pusht mich.» Die Spieler der Nationalmannschaft interessiere es gar nicht, was er damals in seinen Videos gesagt habe. «Die juckt es nicht. Die sind an der WM.» Aber irgendein «Spast» von der Staatsanwaltschaft meine, seine Videos seien problematisch, so Casorelli.

«Da sehen wir, was für Probleme wir in der Schweiz haben. Bruder, da draussen laufen Pädophile herum», sagt Casorelli. Es gebe echten Rassismus in diesem Land. Er aber habe oft erklärt, wie er seine Aussagen in den Videos gemeint habe. Er habe einen «Schweizer Bünzli» parodiert.

Ob das das Schaffhauser Obergericht auch so sieht, wird sich voraussichtlich in ein paar Monaten zeigen.

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