Wegen Bauarbeiten: Rhykantine öffnet, wird aber deutlich kleiner
Nicht nur an Platz mangelt es, auch der Baulärm durch die Sanierung der Eisenbahnbrücke wird zu hören sein. Mit einer Idee versuchen die Betreiber der Outdoor-Beiz dennoch ihre Gäste anzulocken.
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Trotz der Bauarbeiten an der Feuerthaler Eisenbahnbrücke starten die Betreiber der Rhykantine ab dem 1. Mai in die Saison. Jedoch in diesem und nächsten Jahr unter etwas anderen Vorzeichen: So wird die Fläche der Pop-up-Beiz kleiner ausfallen als sonst, auch das Speiseangebot auf der Karte wird weniger sein. «Wir haben weniger Fläche und damit auch weniger Lager- und Kühlmöglichkeiten, sodass wir uns an die Situation anpassen müssen», sagt Maurice Corbach vom Klub 8, der mit der Pierone GmbH auch zu den Betreibern der Rhykantine zählt. Angeboten werden sollen jene Gerichte, die bei den Gästen bisher besonders gut angekommen sind, wie zum Beispiel Burger sowie Fish and Chips.
Dass die Rhykantine ihr Domizil bis September überhaupt beziehen kann, darüber ist Corbach sehr froh. Ermöglicht wurde das offenbar nur, weil sich die SBB frühzeitig kooperativ gezeigt haben. Nach Bekanntwerden der umfangreichen Baumassnahme sei Corbach auf die SBB zugegangen. Er zeigt auf die Konstruktion aus Stahlträgern, auf denen in luftiger Höhe Baucontainer stehen: «Das haben sie für uns gemacht, damit auch wir die Fläche des Parkplatzes nutzen können.»
Seit Februar wird Brücke saniert
In diesen Tagen werden die SBB nun weiteren Platz schaffen, damit die Rhykantine ab kommender Woche ihren Aufbau bewerkstelligen kann. Mit der zuständigen Bauleitung ist Corbach regelmässig im Gespräch. Zusätzlich zum Hauptinstallationsplatz, auf dem der rote Kran steht, haben die SBB noch zwei Nebeninstallationsplätze vorgesehen, jeweils einen pro Rheinseite. Zu Beginn der Sanierungsplanungen war auch die Rede von einer optionalen Plattform im Rhein, beim Brückenpfeiler, als weitere Lager- oder Logistikfläche.
Bereits seit Februar wird die bald 130-jährige Eisenbahnbrücke, die Feuerthalen mit Schaffhausen verbindet, umfassend saniert. Die Tragsicherheit der 112 Meter langen und dreieinhalb Meter breiten Brücke soll verbessert werden und die Stahlkonstruktion einen neuen Korrosionsschutz erhalten. Auch sollen die in der Brückenkonstruktion enthaltenen Schadstoffe wie giftiges Blei und Asbest verschwinden. Das Bauprojekt, das voraussichtlich noch bis September 2027 dauern wird, kostet 11 Millionen Franken. Rund 690 Quadratmeter Land werden von den SBB für Installations- und Lagerflächen benötigt, davon sind Schaffhausen und Feuerthalen betroffen.
Wir werden sehen, wie sehr sich die Leute vom Baulärm gestört fühlen.»
Die Mega-Sanierung bringt viel Arbeit mit sich: Während der Totalsperre für den Bahnverkehr zwischen dem 18. Mai und 13. Juli wird im Zwei- bis Dreischichtsystem gearbeitet. Der Baulärm bereitet Corbach Sorgen: «Wir werden sehen, wie sehr sich die Leute davon gestört fühlen.»
Ideen, wie man kreativ mit der Situation umgehen kann, hat das Rhykantine-Team etliche. Ein riesiges Banner soll die Sicht auf die Baustelle verdecken, Corbach spricht von einem anderen Look, den es nun temporär am Fischerhausgässchen geben wird. «Wir hatten uns auch überlegt, dass wir einfach mehr Events machen, bei denen der Baulärm weniger stört.» Doch das sei von der Stadt nicht genehmigt worden – bei dem Pop-up handle es sich um eine Gastro-, und nicht um eine Eventfläche, beschreibt Corbach den Grund der Absage.
Ganz unterkriegen lassen wollte man sich dann doch nicht: «Wir haben in professionelles Equipment investiert, damit man bei uns auf einer riesigen Leinwand die WM im Public Viewing mitverfolgen kann.» Denn wenn Tore fallen und der Jubel gross ist, dann sind Baulärm, Kran und Absperrgitter schnell vergessen – so jedenfalls die Hoffnung.