Gilbert Bernath gewinnt die Wahl in Flurlingen knapp
In Flurlingen bleibt die politische Spitze vorerst unverändert: Die Stimmberechtigten haben Gilbert Bernath (parteilos) nach einer seltenen Kampfwahl als Gemeindepräsident bestätigt. Der Amtsinhaber setzte sich gegen die parteilose Herausforderin Lisa Steger durch.
Die Stimmberechtigten von Flurlingen haben entschieden: Gilbert Bernath bleibt Gemeindepräsident. Der bisherige Amtsinhaber setzte sich bei den Erneuerungswahlen gegen die parteilose Herausforderin Lisa Steger durch und wird die Gemeinde für eine weitere Amtszeit führen.
Die Stimmbeteiligung lag bei 65,84 Prozent. Insgesamt gingen 661 gültige Wahlzettel ein. Bernath erhielt 289 Stimmen, seine Herausforderin Steger 185. Das absolute Mehr lag bei 274 Stimmen. Damit schaffte Bernath die Wiederwahl im ersten Wahlgang – allerdings eher knapp.
Entsprechend erleichtert reagiert der Wiedergewählte. «Dies ist ein erfreulicher Sonntag für mich und die Gemeinde», sagt Bernath gegenüber den SN. In Flurlingen habe es seit vielen Jahren keine Kampfwahl mehr gegeben, deshalb sei es schwierig gewesen, das Resultat einzuschätzen. «Ich habe ein knapperes Resultat erwartet und mit einem zweiten Wahlgang gerechnet.»
Seine Herausforderin zeigt sich vom Ausgang wenig überrascht. «Die Leute wollen, dass es so bleibt wie bis anhin», sagte Steger. Das sei für sie in Ordnung. Als möglichen Grund für ihre Niederlage nennt sie ihr noch kleines Netzwerk im Dorf: Sie kenne bislang nicht viele Menschen in der Gemeinde.
Kritik an Kommunikation prägte den Wahlkampf
Die Unternehmerin und Kommunikationsberaterin war als sogenannte «wilde» Kandidatin angetreten. Lisa Steger lebt seit 2018 in Flurlingen, nachdem sie zuvor rund 30 Jahre in Zürich gewohnt hatte. Mit ihrer Kandidatur wollte sie nach eigenen Angaben mehr Dialog und Transparenz in der Gemeindepolitik erreichen.
Im Wahlkampf hatte sie den amtierenden Gemeindepräsidenten insbesondere für dessen Kommunikation kritisiert. Ihrer Ansicht nach werde die Bevölkerung nicht ausreichend informiert.
Bernath betont jedoch, dass sich die Gemeinde weiterentwickeln wolle. «Es wäre schlecht, wenn ich sage: Wir machen alles so weiter wie bisher», sagt er. Man versuche sich stets zu verbessern. «Die Kommunikation steht weit oben auf der Traktandenliste, aber sie muss auch vernünftig gehandhabt werden und bezahlbar sein.»
«Es wäre schlecht, wenn ich sage: Wir machen alles so weiter wie bisher.»
Steger rechnet allerdings nicht mit Veränderungen. Es habe schon bisher geheissen, die Kommunikation sei ausreichend, sagt sie. «Die gleichen Leute mit der gleichen Denkweise sind wieder am Drücker – also erwarte ich keine Veränderung.»
Für Bernath steht nun die Arbeit im Vordergrund. In der kommenden Amtszeit wolle er sich vor allem um die zahlreichen anstehenden Projekte der Gemeinde kümmern.
Auch Steger richtet den Blick nach vorne. «Die kommenden vier Jahre sind entscheidend für das Dorf», sagt sie. Viele wichtige Geschäfte müssten in dieser Zeit erledigt werden. «Entweder geht es Flurlingen dann gut – oder nicht.» Eine erneute Kandidatur in vier Jahren sei für sie derzeit kein Thema.