Stein am Rhein bewilligt über 25 Millionen Franken für die Sanierung des Rathaus-Ensembles

Jurga Wüger | 
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Die umfassende Sanierung von Rathaus, Haus zum Steinbock und Zeughaus schlägt mit 25,79 Millionen Franken zu Buche. Bild: zVg/Architektenbüro Aebi & Vincent

Ein deutliches Ja zum Jahrhundertprojekt: Die Stimmberechtigten von Stein am Rhein haben den Verpflichtungskredit von 25,79 Millionen Franken für die Sanierung des Rathaus-Ensembles mit 77,5 Prozent angenommen. Die Stimmbeteiligung betrug bemerkenswerte 75 Prozent.

Die Stimmberechtigten von Stein am Rhein haben am Sonntag ein klares Zeichen gesetzt: Mit 77,5 Prozent Ja-Stimmen bewilligten sie den Verpflichtungskredit von 25,79 Millionen Franken für die umfassende Sanierung des historischen Rathaus-Ensembles. Die Stimmbeteiligung lag bei hohen 75 Prozent.

«Dass es jetzt mehr als drei Viertel Ja-Stimmen sind, ist natürlich ein super Resultat.»

Ueli Böhni (GLP), Steiner Stadtrat und Baureferent

Damit erhält eines der grössten Bauprojekte der letzten Jahrzehnte in der Altstadt grünes Licht. Sanierung und Aufwertung betreffen das Rathaus, das Haus zum Steinbock, das Zeughaus sowie die Gnehm-Garagen.

«Der Stadtrat freut sich sehr über das klare Abstimmungsresultat», sagt Baureferent Ueli Böhni (GLP). «Die Steiner Stimmberechtigten haben damit ein deutliches Bekenntnis zur sorgfältigen Erneuerung und langfristigen Sicherung dieser bedeutenden historischen Gebäude abgegeben.»

Projekt stand unter gutem Stern

Für Böhni kommt die breite Zustimmung nicht völlig überraschend – auch wenn das Resultat die Erwartungen übertroffen hat. Man habe auf eine Zustimmung von über 70 Prozent gehofft, erklärt er. «Dass es jetzt mehr als drei Viertel Ja-Stimmen sind, ist natürlich ein super Resultat.» Die hohe Stimmbeteiligung «motiviert und ist eine Bestätigung, dass man auf dem richtigen Weg ist».

«Wir hätten trotzdem nicht gewusst, was wir mit dem Rathaus machen.»

Ueli Böhni (GLP), Steiner Stadtrat und Baureferent

Der Entscheid sei auch eine Bestätigung für die jahrelange Vorarbeit. Seit fast fünf Jahren läuft die Planung des Projekts. Der Einwohnerrat wurde regelmässig über den Stand informiert, unter anderem über Budgetanträge und Vorstudien. In den letzten Monaten fanden zudem öffentliche Veranstaltungen und Führungen statt, an denen sich die Bevölkerung ein Bild vom Zustand der Gebäude machen konnte. Diese seien sehr gut besucht gewesen. Mehr als 160 Personen nahmen daran teil.

Verwaltung bleibt in der Altstadt

In der frühen Projektphase gab es vereinzelt Stimmen, die einen Umzug der Verwaltung aus der Altstadt ins Gebiet Herfeld bevorzugt hätten. Laut Böhni konnten diese Bedenken in den politischen Diskussionen weitgehend ausgeräumt werden.

Eine Verlagerung hätte das Problem des sanierungsbedürftigen Rathauses nicht gelöst. «Wir hätten trotzdem nicht gewusst, was wir mit dem Rathaus machen», sagt der Baureferent. In den letzten Monaten seien daher kaum noch kritische Stimmen laut geworden.

Mit der denkmalgerechten Sanierung sollen die historischen Gebäude nicht nur erhalten, sondern auch funktional verbessert werden. Ziel ist eine zeitgemässe Nutzung für Verwaltung und Öffentlichkeit sowie ein hindernisfreier Zugang zu allen Räumen.

Die Gestaltung des Aussenraums rund um das Ensemble wird ebenfalls Teil des Projekts sein. Dazu sollen im weiteren Planungsverlauf Arbeitsgruppen eingesetzt werden, die Nutzung und Gestaltung der Plätze und Freiflächen genauer ausarbeiten.

Baustart frühestens Ende 2027

Als nächster Schritt wird das Projektteam ab Anfang April ein detailliertes Bauprojekt ausarbeiten. Diese Phase dürfte rund ein Jahr dauern. Danach wird das Projekt nochmals dem Einwohnerrat vorgelegt – insbesondere im Zusammenhang mit der sogenannten Bauherrenreserve. «Dann weiss man, wie viel man von der Bauherrenreserve tatsächlich braucht», erklärt Böhni.

Der Einwohnerrat werde zu diesem Zeitpunkt erneut in den Prozess einbezogen. Parallel dazu sollen das Baubewilligungsverfahren sowie die Ausschreibungen gemäss öffentlichem Beschaffungsrecht laufen. Nach Möglichkeit soll dabei auch das lokale Gewerbe berücksichtigt werden. Der Baustart ist derzeit für Ende 2027 vorgesehen. Die Arbeiten dürften rund zwei Jahre dauern. Der etappenweise Bezug der sanierten Gebäude ist ab Anfang 2030 geplant.

Den Löwenanteil übernimmt die Windler‑Stiftung

Für Böhni ist das deutliche Abstimmungsergebnis auch eine persönliche Genugtuung: «Nach fast fünf Jahren Vorbereitungsarbeit darf man sich über dieses Resultat schon freuen, und wir danken der Stimmbevölkerung von Stein am Rhein für das tolle Resultat.»

«Ich freue mich, dass das Volk von einer so überzeugenden Vorlage positiv gestimmt werden konnte.»

Janine Händel, Geschäftsführerin der Jakob-und-Emma-Windler-Stiftung

Den Löwenanteil von 20,26 Millionen Franken an diesem Grossprojekt übernimmt die Jakob-und-Emma-Windler-Stiftung. Geschäftsführerin Janine Händel zeigt sich erfreut über das klare Abstimmungsresultat. «Ich freue mich, dass das Volk von einer so überzeugenden Vorlage positiv gestimmt werden konnte», sagt sie. Der Entscheid sei ein wichtiger Schritt für die Stadtentwicklung von Stein am Rhein. Besonders freut sie, dass das Zeughaus künftig wieder öffentlich genutzt wird.

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