Beim Schaffhauser Fernsehen droht der Sendeschluss – Gönner sollen Sender retten

Ralph Denzel | 
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im Studio des shf, Schaffhauser Fernsehn, Geschäftsführer Radio Munot, fotografiert am Dienstag, 17. Februar 2026, in Schaffhausen. (Roberta Fele / Schaffhauser Nachrichten)
Das Schaffhauser Fernsehen existiert seit über 30 Jahren. Jetzt wird es eng für den Lokalsender, wie Geschäftsführer Marcel Fischer sagt. Bild: Roberta Fele

Das Schaffhauser Fernsehen gibt es seit über 30 Jahren. Trotz stetig steigender Zuschauerzahlen droht dem Lokalsender allerdings das Aus, da immer mehr Werbeeinnahmen wegbrechen. Jetzt will man beim Sender gegensteuern.

Die meisten Gäste, die zum ersten Mal das Studio des Schaffhauser Fernsehens betreten, reagieren in der Regel gleich: «Das habe ich mir aber grösser vorgestellt.»

Tatsächlich sind die Räumlichkeiten, in denen das SHf tagtäglich produziert, eher klein. Den meisten Raum nimmt dabei wohl der bekannte Stehtisch aus «Hüt im Gschpröch» ein. Jeden Abend schalten dort knapp 30'000 Menschen ein, wenn die Sendung um 18.10 Uhr ausgestrahlt wird. «Zu Spitzenzeiten können es sogar 50'000 sein», sagt Marcel Fischer, Geschäftsführer des SHf.

Fischer sagt aber auch: «Es geht nicht gut.» So schreibt der Sender schon Jahr für Jahr rote Zahlen und kämpft, wie die gesamte Medienbranche, mit rückläufigen Werbeumsätzen. «Die Situation wird leider immer dramatischer.»

Keine Gebühren, sinkende Einnahmen

Das SHf gehört, wie Radio Munot und die «Schaffhauser Nachrichten», zur Meier + Cie AG, aber «das Medienhaus kann auch nicht dauerhaft unser Defizit tragen», so Fischer.

Anders als andere Regionalsender bekommt das SHf nämlich kein Geld aus dem Gebührentopf der SRG.

Dazu muss man wissen: In der Schweiz benötigen Fernsehveranstalter mit einem Service-public-Auftrag, darunter fallen SRG- und regionale TV-Sender, eine vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) erteilte Konzession, um Geld zu bekommen. Die aktuellen Konzessionen für die regionalen Privatradios und Fernsehen wurden für den Zeitraum von 2025 bis 2034 vergeben. Letztmals sind die Konzessionen im Jahr 2008 vergeben worden und liefen per 2024 aus. 

Im Fernsehbereich erhielt Tele Top eine entsprechende Konzession, die auch die Region Schaffhausen einschliesst. «Wir waren damals aber Bestandteil der Konzession von Tele Z», erinnert sich Fischer. Das ist der Partnersender in Wallisellen. «Diese hatten vor, den Schaffhauser Inhalt über uns zu beziehen», so der SHf-Geschäftsführer. Das hätte bedeutet, dass man indirekt auch Gebührengelder bekommen hätte. Aber: Die Schaffhauser Regierung sprach sich gegen Tele Z und für Tele Top aus. «Obwohl sie eigentlich gewusst hatten, dass wir mit dahinterstehen», sagt Fischer.

«Das Jahresbudget des Schaffhauser Fernsehens ist deutlich kleiner als der Jahreslohn der SRG-Generaldirektorin.»

Marcel Fischer, Geschäftsführer SHf

In der Stellungnahme des Regierungsrats an das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hiess es dazu damals: «Die Gesuche von Tele Z und auftanken.tv sind mit zu vielen Unbekannten versehen.» Zudem sei Tele Z in der Region zu diesem Zeitpunkt kaum aufgetreten und habe keinen Fokus auf sie, Tele Top hingegen schon.

Mit dem Rücken zur Wand

Keine Gebühren und einbrechender Werbemarkt: «Wir stehen mit dem Rücken zur Wand», so Fischer. «Alle Sparmöglichkeiten sind ausgereizt, alles ist optimiert. Es gibt sogar Stationen, die zu uns kommen, um zu schauen, wie wir das so günstig machen.» Er vergleicht es folgendermassen: «Das Jahresbudget des Schaffhauser Fernsehens ist deutlich kleiner als der Jahreslohn der SRG-Generaldirektorin.»

Wenn nichts passiert, würde es wohl bald «Sendeschluss» beim Schaffhauser Fernsehen bedeuten. Daher hat man dort jetzt eine «Rettungsaktion» gestartet. So sucht man Gönnerinnen und Gönner, die den lokalen Fernsehsender unterstützen wollen. «In der ersten Runde haben wir Persönlichkeiten und auch grössere Firmen angeschrieben. Jetzt mit dem Gang in die Öffentlichkeit hoffen wir natürlich auch noch, weitere Kreise zu erreichen», erklärt Fischer. Etwa zehn Stück würden schon einen Unterschied machen, ist er überzeugt.

Diese könnten für 5000 Franken ein «Gönnerpaket» erwerben, welches etwa 100 Sekunden Sendezeit zur Primetime beinhaltet. «Dort kann man Eigenwerbung schalten oder diese auch an eine gemeinnützige Organisation wie den Schaffhauser Tierschutz verschenken», sagt Fischer.

Weiter beinhaltet das Paket eine Fünf-Wochen-Werbetafel und eine Präsenz auf der speziellen Supporter-Tafel, die immer schon vor den SHf-Fernsehsendungen ausgestrahlt wird. «Und zusätzlich gibt es auch 2 mal 2 Tickets für das traditionelle Bleigiessen der SN», sagt Fischer. Natürlich könnten sich auch Privatpersonen daran beteiligen. «Es geht hier auch um ein Bekenntnis für die Region und die regionale Medienvielfalt.»

So können Sie dem SHf helfen

Wenn Sie das SHf unterstützen wollen, können Sie sich direkt bei Geschäftsführer Marcel Fischer (E-Mail: [email protected]) oder beim Schaffhauser Fernsehen unter der E-Mail [email protected] melden.

Alternativ können Sie sich auch an das Sekretariat des SHf wenden. Die Telefonnummer lautet +41 52 633 44 20, per E-Mail erreicht man das Sekretariat unter [email protected]

Mehr regionales Fernsehen

Aber auch Werbekunden würden viel Druck vom SHf nehmen. «Wir sind ja nicht der Super Bowl, wo ein 30-Sekunden-Spot 5 Millionen Dollar kostet», so Fischer. Für einen Spot, der eine Woche ausgestrahlt wird, müsste man beim SHf ungefähr 1000 Franken bezahlen.

«Im schlimmsten Fall heisst es sonst Stecker ziehen beim SHf.»

Marcel Fischer, Geschäftsführer SHf

Wohin sollte aber das Geld fliessen, wenn genügend Gönner gefunden werden? Auch da hat Fischer schon klare Vorstellungen. «Damit wollen wir nicht unsere Strukturen aufblähen, sondern es würde direkt in die Regionalberichterstattung oder in die News fliessen. Vielleicht aber auch in Reportagen, die wir dann machen könnten, die bisher nicht möglich waren.»

Sollte die Rettungsaktion allerdings fehlschlagen, könnte es auch um die Zukunft des SHf düster aussehen: «Im schlimmsten Fall heisst es sonst Stecker ziehen beim SHf.»

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Kommentare (1)

Beat Rüedi-Külling Do 19.02.2026 - 11:36

Es bräuchte so wenig, um heutiges Fernsehen zu machen.

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