Erst 2025 gewählt: Gemeindepräsident von Thayngen legt Amt nieder

Thomas Martens | 
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Gemeinderatspraesident Thayngen, fotografiert am Donnerstag, 10. April 2025, in Schaffhausen. (Roberta Fele / Schaffhauser Nachrichten)
Markus Brütsch ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Bild: Roberta Fele

Der Gemeindepräsident von Thayngen, Markus Brütsch, ist aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Der Termin für die Ersatzwahl folgt in Kürze, teilt die Gemeinde mit.

Die Nachricht kam am Freitag wie aus heiterem Himmel: Markus Brütsch (SP), Gemeindepräsident von Thayngen, sei aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Dies teilte Vizepräsident Walter Scheiwiller (SP) mit. Brütsch hatte das Amt erst am 1. August 2025 übernommen, nachdem er nach dem Rücktritt von Marcel Fringer (FDP) in einer Ersatzwahl im Mai als einziger Kandidat mit 1116 Stimmen (77,9 Prozent) gewählt worden war.

Brütsch war am Freitag nicht für eine Stellungnahme erreichbar, stattdessen gab Stellvertreter Scheiwiller bereitwillig Auskunft: «Wir haben am Donnerstagmorgen um 6 Uhr eine Sprachnachricht von Markus Brütsch erhalten.» Um acht Uhr habe sich der Gemeinderat getroffen, um die weiteren Schritte zu besprechen. «Ich habe Markus Brütsch am Vormittag besucht und ein längeres Gespräch mit ihm gehabt», so Scheiwiller, der bei Brütsch von «mentaler Erschöpfung» spricht. Das Wort «Burnout» möchte er explizit nicht in den Mund nehmen, «es kommt dem aber wahrscheinlich schon sehr nahe». Krankgeschrieben sei Brütsch nicht, er erhalte deshalb seit dem 8. Januar auch keinen Lohn. «Bezahlt sind 75 Prozent, das Arbeitspensum liegt aber sicherlich bei hundert oder sogar mehr», betont Scheiwiller.

Über seine ersten Tage im Amt sagte Brütsch, der zuvor elf Jahre lang Standesweibel beim Kanton Schaffhausen war, Ende Oktober zu den SN: «Da ich praktisch keine Amtsübergabe und keine Amtseinführung hatte, musste ich vom ersten Tag an voll funktionieren.» Der 63-Jährige war nach eigenen Angaben für die Bereiche Präsidiales, Schule, IT, Soziales, Berufsbeistandschaft, Feuerwehr, Öffentlicher Verkehr, Schule, Tagesstrukturen und Jugend zuständig – «ein riesiges Aufgabengebiet».

Vizepräsident Scheiwiller übernimmt nun die präsidialen Aufgaben ab sofort interimistisch. Der 63-Jährige ist frühpensioniert: «Ich bin von den Gemeinderäten derjenige, der sein Pensum am einfachsten hochfahren kann.» Seit fünf Jahren vertritt Scheiwiller den Gemeindepräsidenten bei Abwesenheit wie Krankheit oder Ferien. «Ich habe das auch schon bei Marcel Fringer gemacht», blickt er zurück, betont aber: «Ich würde jetzt nicht so weit gehen, dass ich mit den laufenden Amtsgeschäften bestens vertraut bin.» Der «Vize» komme ja schliesslich nur im Not- oder Verhinderungsfall zum Einsatz.

Der Termin für die Ersatzwahl folge zeitnah und werde öffentlich bekannt gegeben. Der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung danken Markus Brütsch für seinen Einsatz zugunsten der Gemeinde Thayngen und wünschen ihm eine gute Genesung.

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