Schwan legt Bahnhof in Singen lahm

Eva Schmid | 
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29 Schwaene wandern fast taeglich ueber die Schnellstrasse in Buesingen, Eva Kuendig hilft ihnen dabei sicher auf dem Feld anzukommen, dort fressen sie sich voll und gehen abends wieder in den Rhein, fotografiert am Freitag 26. Januar 2024, in Buesingen.
Im und am Wasser fühlen sich Schwäne zu Hause, doch manchmal kommen sie an Orte, die nicht für sie gemacht sind. Symbolbild: Roberta Fele

Ein stattlicher Schwan machte es sich mitten auf den Gleisen am Singener Bahnhof gemütlich. Mehr als eine halbe Stunde war der Bahnhof blockiert, kein Zug fuhr mehr rein oder raus und Pendler mussten Geduld haben.

Die Stimmung unter den wartenden Fahrgästen im Zug erhellte sich, als die ungewöhnliche Durchsage des Lokführers kam: «Wir können nicht weiterfahren, ein Schwan steht im Gleisbett. Es wird noch eine Weile dauern, die Tierrettung ist unterwegs.» Das Tier hatte am Montagnachmittag für erstaunte Gesichter von Reisenden am Bahnhof gesorgt, eine Frau versuchte gar, den Schwan von den Gleisen zu locken, jedoch ohne Erfolg.

Wie der Schwan auf die Gleise des Singener Bahnhof kam, weiss keiner. Nicht weit vom Bahnhof entfernt fliesst ein Nebenfluss des Rheins, die Aach. Den Zugverkehr jedoch legte der Schwan kurzzeitig lahm. Kein Zug konnte ein- noch ausfahren, es kam zu Verspätungen von mehr als 30 Minuten und in der Folge vollen Zügen.

Kaum Anlauffläche zum Starten

Bis die Tierrettung eintraf, versuchten auch Polizisten der Bundespolizei ihr Glück. Zu fünft umzingelten sie das Tier, um es einzufangen – doch immer wieder entkam es ihnen. Zwar etwas schwerfällig, aber ein kräftiges Schlagen mit den Flügeln machte deutlich, dass man dem Schwan nicht zu nahe kommen sollte. Am Ende konnten sie es mit zwei dunklen Tüchern, die sie über das Tier schmissen, von der Flucht abhalten. Beherzt griff einer der Polizisten zu und trug den Schwan, der mittlerweile wieder unter den Tüchern hervorschaute, davon.

«Das Problem ist, dass Schwäne aus so einer Situation nicht mehr herauskommen und nicht einfach wegfliegen können», erklärt Bernd Metzger, der beim Einsatz für die Tierrettung Südbaden mit dabei war. Schwäne bräuchten eine gewisse Anlauffläche zum Starten, der Untergrund an einem Bahnhof im Gleisbett sei dafür nicht geeignet. «Und dann hat es nach oben hin mehrere Hochspannungsleitungen, das kann zu Verletzungen führen.» Dass sich Tiere an Bahnhöfe verirren, komme immer wieder vor, so Metzger. Es wurden schon Hunde, Katzen, Entenküken oder Greifvögel an Bahnhöfen gerettet. Der Schwan vom Singener Bahnhof darf sich jetzt bei der Tierrettung noch etwas ausruhen und stärken und wird dann wieder ans Wasser gebracht.

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