FC Schaffhausen sucht neuen CEO – Boletin Hasani soll eine andere Aufgabe übernehmen

Tobias Erlemann | 
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Boletin Hasani (l.) im Gespräch mit Ex-Spieler Valon Hamdiu. Seine Zeit als CEO beim FC Schaffhausen endet nun. Bild: Melanie Duchene

Schon länger machte das Gerücht die Runde, dass Boletin Hasani nicht mehr länger als CEO der FC Schaffhausen AG fungieren soll. Nach einer eingehenden Analyse wird nun eine Personalrochade durchgeführt – inklusive gehörigem Wirbel, gibt es doch ein Informationsleck innerhalb des Vereins.

Für ein paar Tage weilt Martin Frick in Schaffhausen. Ob er sich schon nach seinem Rückflug am heutigen Tag nach Singapur sehnt? Denn wieder einmal geht es drunter und drüber beim FC Schaffhausen – inklusive Falschmeldungen und einem Maulwurf in den eigenen Reihen.

Denn in der kürzlich vollzogenen Verwaltungsratssitzung wurde beschlossen, den Posten des CEO neu zu besetzen. Seit mehreren Wochen stünde dies schon zur Diskussion, betont Frick – und fügt an: «Gemeinsam mit Boletin Hasani wurden diese Gespräche geführt. Wir haben überlegt, welches die nächsten Schritte sein könnten, um den Verein weiterzuentwickeln.»

Doch schon kurz nach der Sitzung wurde auf dem Internetportal «Nau.ch» die Schlagzeile hochgeladen, dass es zu einem Knall gekommen und Boletin Hasani per sofort rausgeschmissen worden sei. «Das stimmt überhaupt nicht», echauffiert sich Frick. «Derzeit ist unklar, wie es zu dieser Indiskretion kommen konnte. Die Meldung hat sowohl dem Verein als auch Boletin Hasani erheblichen Schaden zugefügt», fügt der Verwaltungsratspräsident an.

Frustriert sei er, gibt Frick offen zu. «Solche Falschmeldungen ärgern mich massiv. Da wollen Leute Unruhe in den Verein bringen.» Fakt ist also: Boletin Hasani wurde nicht per sofort entlassen. Fakt ist aber auch: Wie schon seit Wochen vermutet, wird er nicht mehr länger als CEO an Bord sein. Welche neue Rolle er bekommen soll? «Das ist noch nicht definiert», sagt Frick. Ob er nun überhaupt beim FCS weitermachen wird? «Auch darüber müssen wir noch sprechen. Er ist immer wieder die Zielscheibe von Angriffen, vielleicht hat er nun genug davon.»

Die Hasani-Brüder haben die Liquidität gesichert

Seit Januar ist Boletin Hasani beim FCS an Bord. Zum Start noch unterstützt von Bruder Fitim, der sich nach der Übernahme durch die Lotus One Suisse AG im März sogleich als Verwaltungsratspräsident zurückzog. Boletin Hasani blieb weiter als CEO dabei. Und Frick unterstreicht abermals: «Ohne die beiden würde es den FCS nicht mehr geben, sie haben den Klub gerettet.» Über das Wie wurde dabei bisher nichts verlautbar, nun bringt Frick ein wenig Licht ins Dunkel: «Sie haben die Liquidität sichergestellt, in dem sie Geld reingeschossen haben. Dadurch wurden die Löhne gesichert, sonst wäre der FCS schon im Januar pleite gewesen.» Dazu hatten sie vermutlich auch die Aufgabe, den damals amtierenden CEO und alleinigen Verwaltungsrat Jimmy Berisha aus dem Verein zu bekommen. Denn dieser fungierte quasi als «Alleinherrscher», einige Vorgänge von damals werden noch heute darauf geprüft, ob es diese noch ein juristisches Nachspiel haben könnten. Die Hasani-Brüder übernahmen dahin gehend die Macht, im Einklang mit dem vorherigen Besitzer Roland Klein, und beendeten die Ära von Berisha in Schaffhausen.

«Solche Falschmeldungen ärgern mich massiv. Da wollen Leute Unruhe in den Verein bringen.»

Martin Frick, FCS-Verwaltungsratspräsident

An Arbeit mangelt es Frick seit der Übernahme des Klubs also nicht. «Es kommen immer wieder Dinge ans Licht, mit denen wir nicht rechnen konnten», sagte der Unternehmer schon vor einigen Wochen. Nun gilt es, zwei grosse Baustellen zu schliessen. Zum Einen braucht es einen neuen CEO. «Wir haben ein Profil erstellt, aber noch keine Kandidatenliste», offenbart Frick. Man habe damit warten wollen mit einer eingehenden Suche, «bis die Sache mit Boletin Hasani geklärt ist. Schritt für Schritt, das ist schon immer mein Motto», sagt der Verwaltungsratspräsident. Bis dahin übernimmt CCO Jan Wappler interimistisch auch die Aufgaben des CEO. «Er kümmert sich um alles, was neben dem Sport läuft», sagt Frick.

Der neue Cheftrainer steht in den Startlöchern

Für den Sport hat weiter Bernt Haas das Sagen. Dabei muss der Sportchef vor allem die zweite Baustelle schliessen: die des neuen Cheftrainers. Seit Anfang Oktober ist der Job vakant, nun soll in den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen. Zwei Übungsleiter sind noch im Rennen, wobei man sich in der Verwaltungsratssitzung auf einen Top-Kandidaten geeinigt hat. «Jetzt müssen aber noch die Verträge ausgehandelt werden», sagt Frick. Wer es ist? «Da halte ich mich bedeckt. Erst wenn die Tinte trocken ist, werden wir informieren. Das sollte aber bald der Fall sein.»

Neuer CEO, neuer Cheftrainer. Und dazu muss Frick nun auch noch interne Nachforschungen anstellen, wer Informationen aus den Verwaltungsratssitzungen weitergibt. «Solche Indiskretionen darf es nicht geben. Ich bin masslos enttäuscht», stellt der Verwaltungsratspräsident klar.

Freut er sich nun, dass er bald wieder im Flugzeug in Richtung Singapur sitzt? «Das spielt keine Rolle», sagt er. «Ob ich vor Ort in Schaffhausen bin oder in Asien, es gibt jede Menge zu tun, und ich bin ganz dicht dran an allen Themen.» Es gäbe aber einen gravierenden Unterschied. «Meistens klingelt bei mir in Singapur nachts das Telefon. Die Leute vergessen oft die Zeitverschiebung», sagt er mit einem Augenzwinkern. «Aber wenn es wichtig ist, bin ich auch zu später Stunde erreichbar.»

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Kommentare (1)

Markus Meier Sa 13.12.2025 - 09:15

Wartet der FCS auf Thomas Stamm??? Nachdem Dynamo Dresden gegen einen Abstiegskandidaten erneut verloren hat und das Tabellenende ziert, scheint ein Abgang von Thomas Stamm nicht ausgeschlossen zu sein.

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