Die Kadetten verlieren im Europacup bei Ademar Leon – Weiterkommen auf der Kippe
Durch die 27:30-Niederlage bei Ademar Leon stehen die Kadetten in der European League vor dem Aus. Eine letzte Hoffnung gibts aber noch.
Das darf doch nicht wahr sein! Wieder vergeben die Kadetten die grosse Chance, den womöglich vorentscheidenden Schritt in Richtung Hauptrundeneinzug in der European League zu machen. War schon die denkbar knappe Niederlage letzten Dienstag im Heimspiel gegen Nexe Našice eine herbe Enttäuschung, doppelten die Schaffhauser Handballer gestern Abend beim spanischen Vertreter Ademar Leon im negativen Sinne nach. Durch die 27:30-Niederlage stehen sie nun vor dem Aus.
So weit hätte es allerdings gar nicht kommen müssen. Die Equipe von Cheftrainer Hrvoje Horvat zeigte über weite Strecken eine gute Leistung – muss sich aber letztlich vorwerfen lassen, den Sieg, der mit Sicherheit möglich gewesen wäre, leichtfertig aus der Hand gegeben zu haben. Und das macht die Pleite umso bitterer, was den Spielern nach Ertönen der Schlusssirene mehr als deutlich anzusehen war.
Über weite Strecken ein sehr ausgeglichenes Spiel
Wie zu erwarten war das Spiel – mit Ausnahme der letzten fünf Minuten – sehr ausgeglichen, die beiden Mannschaften schenkten sich nichts. Wohlwissend um die brisante Ausgangslage, vor allem für die Gastgeber, für die eine Niederlage gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Ausscheiden gewesen wäre. Leon setzte auf seine Heimstärke und wollte gleich vorlegen, doch die Kadetten hielten – auch ohne den verletzt nicht mitgereisten Captain Luka Maros – gut Schritt. In der Anfangsphase wechselte die Führung mehrmals hin und her, folgerichtig wechselten die beiden Teams beim Stand von 14:14 die Seiten. Das Skore war zu diesem Zeitpunkt absolut leistungsgerecht.
Nach der Pause kamen die Gastgeber dynamischer aus der Garderobe. Doch ihre Führung hielt nicht lange. Mit einem 6:1-Lauf gelang den Schaffhausern eine überzeugende Leistungssteigerung, allen voran in der Deckung im Zusammenspiel mit Goalie Moreno Car, der nun aufblühte und mit mehreren Paraden den Zwischensprint überhaupt erst ermöglichte. Nach der zwischenzeitlichen Drei-Tore-Führung reagierte der Trainer der Gastgeber mit einem Time-Out – und liess seine Mannschaft fortan deutlich offensiver verteidigen. Sein Plan ging auf, der Lauf der Kadetten war gestoppt.
So können die Kadetten noch in die Hauptrunde einziehen
Zwar konnte Car zunächst den Rückstand noch verhindern, bei einem Überzahl-Treffer in sein verwaistes Tor war er dann aber machtlos. Nach dem abermaligen Rückstand brachten die Kadetten dann nicht mehr die nötige Energie auf, um den Bock noch einmal umzustossen. Im Gegenteil: Durch haarsträubende Fehler luden sie den Gegner nun zum Toreschiessen ein. Der liess sich nicht zweimal bitten – und feierte so einen wichtigen Sieg.
So bitter die Niederlage für die Kadetten auch ist, das letzte Wort in Bezug auf die zwei zu vergebenden Hauptrundentickets ist noch nicht gesprochen. Zu verdanken haben die Schaffhauser ihre allerletzte Chance aufs Weiterkommen den Ergebnissen auf den anderen Spielfeldern – und dem Wettbewerbsreglement.
Die Situation stellt sich wie folgt dar: Gewinnen die Kadetten nächsten Dienstag im Gruppenfinale ihr Heimspiel gegen Partizan Belgrad höher, als sie in Serbien verloren hatten (26:29), haben sie im direkten Vergleich die Nase vorn – und würden vorbeiziehen. Da sich Našice und Leon im Direktduell die Punkte gegenseitig wegnehmen, würde das zum Weiterkommen reichen. Ausser sie spielen Remis, dann brauchts den Rechenschieber.