Besitzerwechsel bei Kurt Schlatter AG
Martin Ochsner nimmt den Hut – aber nicht ganz. Gehören wird die Kurt Schlatter AG in Hemmental, die auf Mauerarbeiten und Schalungen spezialisiert ist, künftig Jürg Wanner und Martin Hochuli. Ochsner bleibt aber noch einige Jahre Geschäftsführer.
Er hat das Handwerk von der Pike auf gelernt. Als Maurer ist Martin Ochsner vor 34 Jahren zur Kurt Schlatter AG gekommen; damals war er einer von fünf Angestellten. Vor 14 Jahren hat er das Geschäft in Hemmental vom Gründer und Namensgeber übernommen; da waren es schon etwa viermal mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Sein damaliger Chef und Vorgänger, so erinnert sich Ochsner, sei zum Zeitpunkt der Geschäftsübergabe in etwa so alt gewesen, wie er heute: 54. Und Schlatter habe ihm, Ochsner, geraten, die Firma ebenfalls in diesem Alter an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin weiterzugeben. Wenn er noch fit und gesund sei und mit dem technologischen Fortschritt in der Geschäftswelt Schritt halten kann.
Der Oberhallauer hat sich den Rat zu Herzen genommen – und gibt, rückwirkend auf Anfang diesen Jahres, die florierende Firma weiter. An zwei, die ebenfalls einst als Maurer eingestiegen und seither dem Betrieb treu geblieben sind: Jürg Wanner, der seit 25 Jahren bei der Kurt Schlatter AG arbeitet, und Martin Hochuli, bei dem es nur zwei weniger sind. Sie werden je zu 50 Prozent Eigentümer der Firma sein. Martin Ochsner verschwindet indes nicht von heute auf morgen aus dem Betrieb, im Gegenteil. Er wird noch sechs bis acht Jahre als Geschäftsführer amten und ist weiterhin Ansprechpartner für Kundinnen und Kunden.
Viele langjährige Mitarbeitende
Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter– das ist etwas, das die Kurt Schlatter AG auszeichnet. Alleine sechs Angestellte feiern dieses Jahr Jubiläen, die allesamt bei über zehn Jahren liegen. 41 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind heute im Betrieb in Hemmental tätig. «Sie sind das wichtigste Gut», sagt Martin Ochsner.
Denn das, was die Firma anbietet, ist zu 95 Prozent Manpower. Und zwar ziemlicher Power: Maurerarbeiten und Schalungen im Akkord – pickelharte Arbeit, wie die Chefs selbst wissen und erfahren haben.Umso wichtiger sei es, den Leuten Sorge zu tragen und ein offenes Ohr zu haben, wenn sie etwas plagt. Das ist allen dreien sehr wichtig. Gerne wären sie auch noch mehr «draussen», würden aktiv ausserhalb des Büros mit anpacken.
Bei einer Grössenordnung wie jener, welche die Firma erreicht hat, sei das aber schier unmöglich. Das haben auch Jürg Wanner und Martin Hochuli besonders in letzter Zeit, in der sie sich mehr und mehr auf ihre neue Rolle vorbereiten, gemerkt. Nur etwa 20 Prozent der Aufträge kommen aus dem Kanton Schaffhausen, der Rest aus dem Thurgau und Zürich. Und in diesem Raum ist die Kurt Schlatter AG für rund 35 Unternehmen tätig.
Da gilt es auch, Kontakte zu pflegen, zur Kundschaft aber auch etwa, indem die Firma im Baumeisterverband Zürich-Schaffhausen und weiteren Verbänden Mitglied ist. Auf all das freuen sich die beiden Nachfolger zwar. Sie gehen aber auch mit viel Respekt an ihre neuen Rollen heran. Und sind froh, bleibt ihnen Martin Ochsner als Geschäftsführer noch einige Jahre erhalten.
