Was tun bei Wildunfall? Kanton lanciert Kampagne und gibt Tipps

Lucas Blumer | 
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Was tun bei Wildunfällen? Polizei und Kanton geben Tipps. Bilder: Pixabay/zVg SHPol

Im Herbst kommt es in der Schweiz zu besonders vielen Wildunfällen. Zu keiner anderen Jahreszeit werden mehr Rehe, Füchse oder Dachse angefahren. Der Kanton und die Polizei Schaffhausen geben deshalb Tipps, wie Sie Unfälle vermeiden können und wie Sie sich bei einem Unfall richtig verhalten.

Jede Stunde wird in der Schweiz ein Reh totgefahren. Allein im Kanton Schaffhausen kam es im vergangenen Jahr zu rund 350 Wildtierunfällen im Strassenverkehr. Die Dunkelziffer sei weitaus höher, schreibt das Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Schaffhausen.

Wildtiere bringen kein Verständnis für die Gefahren des Strassenverkehrs mit. Daher zwinge sie die Futter- oder Partnersuche dennoch, die Strassen in unserem dicht besiedelten Land zu überqueren. Die Gefahr eines Unfalls werde durch die Zeitumstellung in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2025 noch verstärkt, so der Kanton. Viele Wildtiere seien vom plötzlich veränderten Verkehrsaufkommen überfordert. Rehe, Füchse und Dachse sind die häufigsten Todesopfer im Verkehr.

Deshalb hat die Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Schaffhausen in Zusammenarbeit mit der Schaffhauser Polizei eine Kampagne lanciert und gibt folgende Tipps, wie Sie sich im Strassenverkehr sicher verhalten können.

So vermeiden Sie Unfälle

• Tempo reduzieren, insbesondere bei Warntafeln, an unübersichtlichen Stellen wie Wald, Hecken und hohen Getreidefeldern und in Wohngebieten.
• Grösste Vorsicht morgens, abends und nachts.
• Aufmerksam fahren – rechten Strassenrand besonders im Auge behalten.
• Wenn Tiere in Strassennähe gesichtet werden: Tempo drosseln und Scheinwerfer auf Abblendlicht reduzieren.

Sofort und richtig handeln

Wenn es trotz aller Vorsicht zu einer Kollision kommt, sind Autofahrer gesetzlich verpflichtet, den Tierunfall unverzüglich zu melden. Das Unterlassen dieser Meldung ist strafbar und kann  rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Zudem besteht die Gefahr, sich der fahrlässigen Tierquälerei schuldig zu machen, da angefahrene Tiere oft verletzt flüchten und qualvoll verenden können.

Richtiges Verhalten bei Wildunfällen

1. Anhalten und Warnblinker einschalten.
2. Unfallstelle sichern (Pannendreieck, Warnleuchte) und Eigensicherung beachten. Ist das Tier geflohen, Unfallstelle markieren.
3. Polizei über die Notrufnummer 117 benachrichtigen. Diese bietet den zuständigen Jäger auf, der das tote Tier entsorgt oder das verletzt geflüchtete Tier nachsucht. 
4. Sich einem Wildtier auf keinen Fall nähern! Die Nähe von Menschen verängstigt es; Verletzungen können durch Flucht- oder Verteidigungsversuche verschlimmert werden.
5. Eintreffen der Polizei und Jäger abwarten. Der Jäger stellt das für die Versicherung notwendige Unfallprotokoll aus und erlöst schwer verletzte Wildtiere. Ein verletztes Wildtier darf nicht durch einen Tierarzt behandelt werden.

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