«Hier bot sich mir eine echte Chance»
Bei der Firma Bollinger steht der Mensch im Mittelpunkt – seit 125 Jahren. Drei persönliche Geschichten aus dem Betrieb zeigen, wie junge Talente Schritt für Schritt zu unverzichtbaren Fachkräften werden.
Wie lässt sich Erfolg messen? Für Enes Velioski, Michael Teklesenbet und Ismael Sarifi bedeutet er mehr als die individuelle Verwirklichung. Es geht ihnen um den Zusammenhalt innerhalb der Firma Bollinger, in der sie alle arbeiten, und um das gegenseitige Vertrauen, das einen nachhaltigen Mehrwert für das gesamte Unternehmen schafft. Auch wenn ihre Wege unterschiedlich sind, haben diese drei Männer weit mehr gemeinsam als das leuchtende Rot der Bollinger-Shirts und -Hemden, die sie tragen.
Über Umwege zu Bollinger
«Vor Kurzem wurde ich zum Abteilungsleiter befördert, aber angefangen habe ich als Hilfsarbeiter», sagt Enes Velioski. Der Mazedonier hat seine gesamte Schulzeit in Italien verbracht, doch berufliche Perspektiven bot das Land in der Krise kaum. Über sein familiäres Netzwerk kam er 2014 nach Bern, wo er eine Lehre als Dachdecker machte. «Thomas Bollinger lernte mich auf der Baustelle des IWC-Neubaues im Mühlental kennen, wo ich als Abdichter temporär bei ihm arbeitete. Er stellte mich dann fest an, es folgten Lehre und Weiterbildungen.»
Michael Teklesenbet, der aus Eritrea stammt, flüchtete vor rund zehn Jahren aus seinem Heimatland in die Schweiz. «Das war eine schwierige Zeit, auch weil ich kein Wort Deutsch konnte», erinnert er sich. Auch ihm half sein soziales Netzwerk: Ein Bekannter, mit dem er Deutsch lernte, kannte den Bollinger-Betrieb und verhalf ihm zu einer Anstellung. «Nachdem ich zeigen konnte, dass ich ein guter Arbeiter bin, erhielt ich die Chance auf eine Lehrstelle – heute bin ich ausgebildeter Facharbeiter Flachdach», sagt Teklesenbet.
Von allen dreien ist Ismael Serifi mit seinen 20 Jahren derjenige mit den meisten Dienstjahren. Der Gebäudehüllenplaner hat bereits seine Lehre als Spengler bei Bollinger absolviert. «Mein Start war holprig», sagt Serifi, der wie Velioski aus Mazedonien stammt, als Teenager mit seiner Familie nach Schaffhausen kam und sich schon bald nach einer passenden Lehrstelle umsehen musste. Keine einfache Aufgabe, wenn man die Sprache noch nicht gut beherrscht. «Hier hat es dann geklappt. Nach vielen Jahren auf dem Bau und den richtigen Weiterbildungen bin ich heute in der Planung tätig.»
Nach Lösungen statt Fehlern suchen
Bollinger schafft es, junge Talente gezielt zu fördern, ihnen die Möglichkeit zur Aus- und Weiterbildung zu bieten und dabei eine authentische, familiäre Atmosphäre zu schaffen. So entwickeln sich fähige und motivierte Fachkräfte, welche die Zukunft des Unternehmens sichern. Eine Win-win-Situation. «Zwar wird viel gefordert, doch im Gegenzug erhalten wir Unterstützung und die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung», sagt Velioski. «Ich hatte zum Beispiel anfangs noch keinen Führerschein, also hat Thomas mit mir fahren geübt», ergänzt Teklesenbet. Für sie alle spielen der ausgeprägte Teamgeist und die vertrauensvolle Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Statt auf Fehlern herumzureiten, werde lösungsorientiert gedacht.
Ein respektvoller Umgang und offene Kommunikation prägen das Miteinander. So entsteht ein starkes Team, das Herausforderungen gemeinsam meistert. Bei Bollinger zählt Einsatz: Wer motiviert ist, erhält Chancen und kann beruflich weit kommen. Das macht das Unternehmen auch zu einem sozialen Arbeitgeber, der Perspektiven schafft.
