War es wirklich so nass? Das war der Schaffhauser Sommer in Zahlen

Lucas Blumer | 
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Die einzigartige Aussicht ᅢᄐber Schaffhausen sind wohl nur einer der Grᅢᄐnde fᅢᄐr die stetigen Besucher auf der Munotzinne, so wie an diesem Tag. Ob der Schirm vor Regen oder der Sonne schᅢᄐtzen soll? Bei diesem Wet
Der Sommer 2025 war definitiv nasser als sein Vorgänger. Komplett ins Wasser gefallen ist er aber nicht, wie die Daten von Meteoschweiz zeigen. Bild: Melanie Duchene

Es ist nicht bloss so ein Gefühl: Die Daten von Meteoschweiz belegen, dass der Sommer 2025 deutlich nasser als in den Vorjahren war. Kälter war er allerdings nicht, und die Sonne zeigte sich sogar häufiger als im Vorjahr.

Beantworten wir eingangs gleich die wichtigste Frage: War der Schaffhauser Sommer 2025 tatsächlich kälter als sein Vorgänger? Die Antwort: tatsächlich nicht, nein. Die Durchschnittstemperaturen während der beiden Sommer sind identisch und liegen bei 19,8 Grad Celsius. Schweizweit zählt der Sommer 2025 zu den sieben wärmsten Sommern seit Messbeginn.

Zu den verwendeten Daten

Für die Zwecke dieses Artikels werden die Daten verwendet, die während der meteorologischen Sommer der vergangenen fünf Jahre, also während den Monaten Juni, Juli und August in den Jahren 2020 bis 2025, gesammelt wurden. Es werden ausschliesslich die Daten behandelt, die an der Wetterstation von Meteoschweiz beim Schloss Charlottenfels in Schaffhausen gesammelt wurden.

2022 und 2023 war der Sommer zwar etwas wärmer, mit durchschnittlich 20,9 Grad, respektive 20,4 Grad, den kältesten Sommer in den vergangenen fünf Jahren haben wir aber 2021 erlebt, als es durchschnittlich gerade mal 18,3 Grad warm war.

Etwas grössere Unterschiede lassen sich aber bei den monatlichen Durchschnittstemperaturen in Schaffhausen erkennen. So war der Juni 2025 zwar deutlich heisser als sein Vorgänger, im Juli und August sanken die Durchschnittstemperaturen dann aber wieder unter den Mittelwert des Vorjahresmonats. Auch waren der Juli und der August rund zwei Grad kälter als der Juni.

Auch lässt sich erkennen, dass die Sommermonate 2021 eine ähnliche Entwicklung durchmachten: ein überdurchschnittlich heisser Juni, gefolgt von einem Juli und August, die temperaturmässig in den Keller stürzten.

So fest hat es wirklich geregnet

Die Durchschnittstemperaturen der letzten beiden Sommer sind also identisch und auch nicht wirklich tiefer als in den letzten Jahren. Trotzdem täuschen Sie sich nicht in Ihrem Gefühl, dass der diesjährige Sommer nasser als normal war. Tatsächlich fiel in diesen Sommermonaten deutlich mehr Regen als in den Vorjahren 2022 bis 2024. Um genau zu sein, fielen dieses Jahr 118 Millimeter mehr Regen – die zweitmeisten Niederschläge in den vergangenen fünf Jahren. Nasser war bloss der Sommer 2021, der (nördlich der Alpen) einer der nassesten seit Messbeginn war.

Wenn wir den Sommer nach Monaten aufschlüsseln, sehen wir auch, wo das Problem liegt: Im vergangenen Juni fiel zwar unterdurchschnittlich viel Regen, im Juli 2025 fiel dann aber deutlich mehr Regen als in den Vorjahresmonaten. Tatsächlich waren es nur 0,3 Millimeter weniger Regen als im nassesten Sommer der vergangen fünf Jahre. Im August 2025 fiel dann zwar etwas mehr Regen als im Vorjahr, aber immerhin blieb er ungefähr auf dem Mittelwert der vergangenen Jahre.

Und wo blieb die Sonne?

Auch wenn es paradox klingen mag, trotz mehr Niederschlägen und gleichbleibender Temperaturen hatten wir in diesem Sommer mehr Sonnenstunden als noch im Vorjahr. Insgesamt 685 Sonnenstunden wurden 2025 in Schaffhausen gemessen, während es 2024 nur 622 waren. Die wenigsten Sonnenstunden hatten wir erwartungsgemäss 2021, als die Sonne nur während 539 Stunden hinter den Wolken hervorlugte. Am sonnigsten war der Sommer 2022, knapp 800 Sonnenstunden wurden gemessen.

Auf die verschiedenen Monate aufgeschlüsselt bietet uns ein bekanntes Bild: Im verregneten Juli scheint auch die Sonne mit Abstand am seltensten – gerade mal 178 Sonnenstunden wurden gezählt. Auch im August ist die Tendenz leicht fallend. Im äusserst trockenen und warmen Juni in diesem Jahr war die Sonne aber deutlich häufiger als noch 2024 zu sehen – 274 Sonnenstunden statt 162 wurden gezählt.

Der diesjährige Sommer kommt zwar nicht an den miserablen Sommer von 2021 ran, jedoch kommt er ihm, besonders was die Niederschläge angeht, sehr nah. Immerhin: Nach 2021 folge der Rekordsommer 2022, der heisseste in der Schweiz seit Beginn der Aufzeichnungen. So ist zwar nicht zu hoffen, dass 2026 erneut sämtliche Hitzerekorde gebrochen werden, etwas weniger Regen dürfte nächstes Jahr aber durchaus sein.

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