Allergiegefahr: Mit diesen 7 Tipps überstehen Sie die Pollensaison in Schaffhausen
Niesen, juckende Augen, Atembeschwerden – die Pollensaison macht Menschen in der Region Schaffhausen zu schaffen. Doch mit den richtigen Massnahmen lässt sich die Belastung deutlich reduzieren. Eine Expertin erklärt, worauf Allergikerinnen jetzt achten sollten.
Dieser Text erschien das erste Mal am 9. März 2025. Da das Thema wieder aktuell und die im Artikel wiedergegebenen Angaben nach wie vor korrekt sind, haben wir ihn für Sie neu aufbereitet.
Der Frühling bringt nicht nur wärmere Temperaturen, sondern auch Pollen, die Allergikerinnen und Allergikern das Leben schwer machen. In Schaffhausen, wo die Natur in direkter Nähe zur Stadt liegt, kann die Belastung hoch sein. «Viele Betroffene unterschätzen, wie stark sich einfache Anpassungen im Alltag auf ihre Beschwerden auswirken können», sagt Sonja Hartmann, Projektleiterin des «aha! Allergiezentrum Schweiz».
«Wolle und Fleece sind regelrechte Pollenfänger.»
Die gelernte Pflegefachfrau mit Nachdiplomstudium in Pflegeberatung berät und schult Allergiebetroffene sowie Unternehmen und vermittelt praxisnahes Wissen. Hier gibt sie sieben wertvolle Tipps, um die Pollensaison besser zu überstehen.
1. Pollenradar nutzen und Alltagsroutine anpassen
Die Pollensaison verläuft jedes Jahr etwas anders – abhängig von Wetter und Vegetation. «Bei trockenem Wetter und steigenden Temperaturen sind die Belastungswerte von Hasel- und Erlenpollen in den nächsten Tagen in den Niederungen allgemein hoch», erklärt Sonja Hartmann. Achten Sie auf die Pollenprognose und den Pollenflug in Echtzeit auf pollenundallergie.ch oder von Meteo Schweiz und mit der App «Pollen-News», um kritische Tage im Voraus zu erkennen. Wer stark reagiert, sollte an Hochbelastungstagen möglichst drinnen bleiben oder Aktivitäten nach einem Regenschauer planen, wenn die Luft pollenärmer ist.
2. Pollenschutz in den eigenen vier Wänden optimieren
Pollen sind nicht nur draussen, sondern gelangen auch in Innenräume. «Ein häufiger Fehler ist das falsche Lüften», warnt Hartmann. «Wer an trockenen, windigen Tagen lange die Fenster offen lässt, holt sich die Allergene direkt ins Schlafzimmer.» Besser ist es, frühmorgens oder nach einem Regen kurz und kräftig zu lüften. Spezielle Pollenschutzgitter für Fenster oder Luftreiniger mit Hepa-Filtern können zusätzlich helfen. Das sind Luftfilter, die Feinstaubpartikel entfernen und in Luftreinigern, Staubsaugern, Klimaanlagen und Lüftungssystemen zum Einsatz kommen, um Pollen aus der Luft zu filtern.
3. Kleidung bewusst wählen und direkt wechseln
Pollen haften besonders stark an bestimmten Stoffen. «Wolle und Fleece sind regelrechte Pollenfänger», erklärt Hartmann. Glatte Materialien wie Baumwolle oder Kunstfasern sind besser geeignet. Ein einfacher, aber wirkungsvoller Trick: Nach dem Nachhausekommen sofort die Kleidung wechseln und möglichst nicht im Schlafzimmer aufbewahren.
4. Nase als erste Abwehrlinie pflegen
Die Nase ist der erste Kontaktpunkt für Pollen. «Eine tägliche Nasendusche mit einer Salzlösung kann die Pollenkonzentration auf der Schleimhaut deutlich senken», empfiehlt die Expertin. Auch spezielle Nasencremes oder Vaseline am Naseneingang können helfen, indem sie die Pollen abfangen, bevor sie tiefer in die Atemwege gelangen.
5. Kreuzreaktionen bei Lebensmitteln beachten
Viele Pollenallergikerinnen reagieren nicht nur auf Blütenstaub, sondern auch auf bestimmte Nahrungsmittel. «Birkenpollen-Allergiker haben oft Probleme mit rohen Äpfeln, Nüssen oder Karotten», sagt die Pflegefachfrau. Der Grund: Die Eiweissstrukturen in diesen Lebensmitteln ähneln denen der Pollen. Gekocht oder geschält werden sie aber oft besser vertragen.
6. Immuntherapie als langfristige Lösung prüfen
Wer jedes Jahr stark leidet, sollte über eine spezifische Immuntherapie (Desensibilisierung) nachdenken. «Dabei wird das Immunsystem langsam an die Allergene gewöhnt, sodass die Symptome langfristig nachlassen oder ganz verschwinden können.» Der ideale Zeitpunkt für den Start ist einige Monate vor der nächsten Pollensaison – also im Herbst oder Winter.
7. Augen gezielt schützen
Gerötete, juckende Augen sind für viele Allergikerinnen besonders belastend. «Eine Sonnenbrille mit gut abschliessenden Seiten kann verhindern, dass Pollen direkt auf die empfindlichen Schleimhäute treffen», rät Hartmann. Künstliche Tränen ohne Konservierungsstoffe helfen zudem, Allergene auszuspülen.
Fazit: Kleine Veränderungen, grosse Wirkung
Pollen lassen sich nicht vermeiden – aber mit den richtigen Massnahmen kann man die Beschwerden erheblich reduzieren. «Viele unterschätzen, wie effektiv gezielte Anpassungen im Alltag sein können», betont Hartmann. Wer seine Umgebung pollenarm hält und auf seinen Körper achtet, kann die Frühlings- und Sommermonate deutlich unbeschwerter geniessen.
