130 Jahre FC Schaffhausen – 130 Jahre voller Leidenschaft und Emotionen
Vom Donnerstag, 18. Juni bis am Sonntag, 21. Juni feiert der FC Schaffhausen mit prominenten Gästen und vor allem mit der Bevölkerung sein Jubiläum. Ein Rück- und ein Ausblick.
Als Wilhelm Bolter am 15. August 1896 den FC Viktoria, der später in FC Schaffhausen, gründete, hätte er wohl nicht gedacht, dass dies eine solche Erfolgsstory werden würde. Es folgten Jahre der Aufbauarbeit, eine Juniorenabteilung kam alsbald dazu. Und stetig ging es bergauf, bis in die höchsten die Spielklassen der Schweiz schafften es die Munotstädter.
Aber wie das so ist bei ambitionierten Vereinen. Erfolge und Misserfolge halten sich zumeist die Waage. Gab es zwei umjubelte Teilnahmen am Finale des Schweizer Cups, wobei beide Partien gegen den grossen Favoriten GC Zürich verloren gingen, musste manche Equipe auch bittere Abstiege hinnehmen. Aber wie heisst es doch so schön im Fussballer-Jargon: Wer hinfällt, muss auch wieder aufstehen können. Und der FC Schaffhausen ist bis heute ein echtes Stehaufmännchen.
So konnte der Club auch illustre Spielerpersönlichkeiten hervorbringen. Der deutsche Weltmeister-Trainer Joachim «Jogi» Löw zeigte sein Können im ehrwürdigen Stadion Breite. Und er erinnert sich mit einem Lächeln an seine Zeit in Schaffhausen zurück: «Es war die vielleicht schönste Zeit als Spieler», so der 66-Jährige, der auch heute noch der Munotstadt immer mal wieder einen Besuch abstattet.
Oder nehmen wir Roberto Di Matteo: Schon als kleiner Junge jagte er dem Ball hinterher beim FCS. Und von Schaffhausen aus startete er dann seine grosse Karriere, die ihn bis zu Lazio Rom, den FC Chelsea und in die italienische Nationalmannschaft führte. Später als Trainer gewann er dann mit dem FC Chelsea 2012 sogar die Champions League. Wohnen tut der 56-Jährige seit vielen Jahren in London. Was beim FCS aber so passiert, das hat der Vollblutfussballer aber weiter im Blick: «Ich weiss immer, wie es um den FCS steht. Der Verein hat wilde Jahre hinter sich, da hat man sich leider von der Basis verabschiedet. Inzwischen ist der Club aber wieder auf einem guten Weg», offenbart er im grossen Jubiläums-Interview.
Menschen, die den Verein prägten
Und es gibt noch viele weitere Persönlichkeiten, die den Verein prägten. Wie Aniello Fontana, der über Jahrzehnte Präsident war und für den der FCS ein echtes Lebenswerk bedeutete. Der viel zu früh verstorbene FCS-Patron setzte sich eine Art Denkmal mit dem Bau der FCS-Arena im Herblingertal, dem modernsten Fussballstadion der Schweiz.
Sportlich für Schlagzeilen sorgten auch Legenden wie Joachim «Joki» Engesser. Bis heute ist er die Nummer 1 bei den Torjägern. Satte 213 Treffer gelangen Engesser im gelb-schwarzen Dress. Auf Platz 2 rangiert dabei ein ebenso treffsicherer Stürmer: Axel Thoma! Ihm gelangen 105 Tore, dazu war er später Trainer, Sportchef und auch mal Geschäftsführer. Mehr FCS geht wohl nicht.
Bis heute geht auch Martin Ogg als absolutes Vorbild voran. Der beinharte Verteidiger war nicht für das Schönspielen zuständig, sondern für das Verhindern von Toren. Satte 481 Pflichtspiele absolvierte er für die Munotstädter. Für den heute 57-Jährigen gab es nur den FCS, er blieb dem Club treu bis zu seinem Karriereende im Sommer 2004.
Vollgas an allen Fronten
130 Jahre ist der FCS nun schon alt. Doch das soll es noch lange nicht gewesen sein. Zwar lag der Verein im Frühjahr 2025 am Boden, der Abstieg in die Promotion League war besiegelt, die Insolvenz stand kurz bevor. Doch mit dem Einstieg der «Lotus One Suisse AG» wurde der Club gerettet. Die Schulden sind getilgt, Altlasten abgebaut, ein Neuanfang ist möglich. «Wir wollen in Schaffhausen etwas Nachhaltiges aufbauen», sagt Verwaltungsratspräsident Martin Frick – und blickt mit Freude in die Zukunft.
Kommende Saison startet der Angriff auf die Rückkehr in die Challenge League, mittelfristig wird sogar die Super League angepeilt. Dazu wurde eine neue Frauenabteilung gegründet, hinter der FCS-Arena werden neue Plätze und ein Funktionsgebäude gebaut, die Juniorenabteilung soll noch professioneller werden. Und: Auch in puncto Events im Stadion will der FCS Vollgas geben. «Wir wollen die Auslastung erhöhen», sagt Frick. «Und ganz im Allgemeinen wollen wir unseren Fans ein echtes Stadionerlebnis bieten. Wir freuen uns auf eine spannende Zukunft und viele weitere Highlights mit unserem FCS!»
