Die wundersame Auferstehung des FC Schaffhausen

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Autor
Daniel Zinser

Bereits ist die Hälfte der Rückrunde der diesjährigen Challenge-League-Saison vorbei. Murat Yakin sammelt mit seinem Team fleissig Punkte. Wie stark sich die Mannschaft von derjenigen unterscheidet, welche im letzten Dezember noch wie ein Absteiger spielte, zeigen diese Zahlen.

Der FCS hatte unter dem neuen Trainer Murat Yakin bisher viel zu feiern. Bild: Jessica Huber

Seit Murat Yakin das Traineramt in Schaffhausen übernommen hat, sind 9 Spiele vergangen. Die Hälfte der Rückrunde ist vorbei und gegen jede Mannschaft der 10er-Liga haben die Schaffhauser gespielt. Der Vergleich der bisherigen neun Rückrundenspielen mit den letzten neun Spielen vor der Winterpausen gegen die gleichen Teams zeigen auf, wie sehr sich die Munotstädter von einem Abstiegsfavoriten in ein Team verwandelt haben, das zum Ende der Saison auch noch das eine oder andere Spitzenteam der Liga ärgern kann. 

Punkte - 17:3

Im zweiten Teil der Hinrunde brachte die Mannschaft des FC Schaffhausen nicht viel auf die Reihe. Das Resultat: Nach nur gerade einem Sieg gegen den FC Winterthur und 3 von 27 möglichen Punkten musste Axel Thoma als Trainer gehen. Spielerisch deutlich verstärkt und mit dem neuen Stadion im Rücken startete der FC Schaffhausen unter Murat Yakin deutlich schwungvoller in die Rückrunde. Nach einem Unentschieden und einer Niederlage zu Beginn, gaben die Munotstädter in den kommenden sieben Spielen nur noch 4 Punkte ab. Drei davon nach einer knappen Niederlage gegen Ligakrösus FC Zürich. Das Resultat: Fünf Siege und 17 von 27 möglichen Punkten. 

Tore - 22:9

Gerade mal ein Tor gab es im Schnitt pro Spiel in der zweiten Hälfte der Hinrunde. Auch hier sieht es in der Rückrunde bisher deutlich besser aus. Die Torquote stieg auf 2.4 Tore pro Spiel. 22 Toren in neun Spielen bedeuten Ligabestwert. Die Spitzenteams Zürich (20 Tore), Neuchâtel Xamax (16 Tore) und Servette Genf (18 Tore) haben das Nachsehen. Der personifizierte Grund für das Aufblühen der FCS-Mannschaft vor dem gegnerischen Tor trägt den Namen Steven Lang. Der Leihspieler vom FC St. Gallen schoss in den bisherigen neun Spielen bereits 12 Tore. Auch seine Quote von 1.33 Toren pro Spiel ist natürlich Ligabestwert. 

Gegentore - 12:23

Wenn man dem FC Schaffhausen in seiner aktuellen Form überhaupt etwas ankreiden kann, dann dass er noch zu viele Tore kassiert. Doch auch hier zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Im Schnitt musste der FCS-Torhüter in den letzten 9 Spielen der Hinrunde 2.5 Mal pro Spiel den Ball aus dem Netz fischen. Damit lag man auch in dieser Statistik mit fünf Gegentoren Abstand am Tabellenende. In der Rückrunde gab es noch 12 Gegentore – die Quote ist auf 1.33 Tore/Spiel gesunken. In dieser Statistik liegt man aber im Gegensatz zu den geschossenen Toren gegenüber der drei Spitzenteams (7-9 Gegentore) noch deutlich zurück. Ausserdem hat man mit 50 Gegentoren weiterhin am meisten Tore aller Challenge-League-Teams kassiert.

Der sichere Elfmeterschütze

Eine Auffälligkeit der bisherigen Rückrunde sind die vielen verwandelten Elfmeter. Toptorjäger Steven Lang zeigte sich bisher vom Punkt eiskalt und traf bei sechs Versuchen sechs Mal. Dazu traf Shqelkim Demhasaj im Eröffnungsspiel des Lipo Parks ebenfalls vom Punkt. Sieben Elfmeter sind Ligaspitze. Kein einziger der anderen Vereine hat bisher in der gesamten Saison mehr als fünf Elfmeter erhalten. Um überhaupt zur Chance zu kommen, einen Penalty zu treten, muss eine Mannschaft vor allem oft in den gegnerischen Strafraum kommen. Daher passt auch diese Statistik gut zur schwachen Rückrunde: In den letzten 9 Spielen der Hinrunde konnten die Gelb-Schwarzen zu keinem einzigen Strafstoss antreten. In der gesamten Hinrunde durfte alleine Gianluca Frontino aus elf Meter anlaufen. 

Klettertour in der Tabelle 

Dank den oben genannten Gründen sieht es in der Tabelle der Challenge League für den FC Schaffhausen wesentlich freundlicher aus als noch vor ein paar Monaten. Mit fünf Siegen aus den letzten sieben Partien sind die Munotstädter vom letzten Tabellenplatz auf Rang 5 geklettert. Wollen die Schaffhauser nun noch weiter nach vorne stossen, braucht es noch mehr Siege. Der FC Aarau liegt aktuell sechs Punkten (bei einem Spiel weniger) vor dem FC Schaffhausen auf Rang 5.

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